Kalender, Hymnen, häusliche Bräuche und regionale Unterschiede erschließen das Frühlingsfest der Erneuerung.

Kleine ölgetränkte Baumwoll­dochte brennen auf einer Steinkante in Lalish; dahinter eine größere Flamme zwischen senkrechten Metallstäben
Dochte in Lalish am Vorabend des jesidischen Neujahrs, Levi Clancy, 18. April 2017. Das Bild zeigt keine öffentliche Feier von 2026. © Levi Clancy · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0.

Datum und Schöpfung

Çarşema Sor bedeutet Roter Mittwoch; Serê Sal bezeichnet das Neujahr. Amryan nennt den ersten Mittwoch nach dem 13. April im gregorianischen Kalender. 2026 war das der 15. April, mit Vorabend am Dienstag. Religiöse Erzählungen verbinden das Fest mit Schöpfung, Frühling und Tawûsî Melek. Ei- und Perlenbilder besitzen Varianten. [1] [3]

Hymnen und Bräuche

Aysif veröffentlicht übersetzte Strophen des Mittwochshymnus über grüne Felder und Frühlingsfarben. Er beschreibt ölgetränkte Baumwolllampen in Lalish; 365 oder 366 entsprechen den Jahrestagen. Serderî schmückt Haustüren mit roten Anemonen, bunten Eierschalen und Teig oder Lehm. Tauwaschung, neue Kleidung und unterschiedliche Eiersymbolik gehören ebenfalls zur Darstellung. [2]

Regionale Geschichte

Amryan unterscheidet frühere armenisch-jesidische Praxis mit Totengedenken und Friedhofsbesuchen vom irakischen Muster und beschreibt Veränderungen nach Tempelgründungen. Ihr Vergleich mit iranischem Chaharshanbe Suri ist eine zugeordnete Interpretation. Shkaki berichtet 2022 aus Nordostsyrien über Besuche, Versöhnung, Süßigkeiten und gefärbte Eier. Das Aprilfest bleibt vom März-Newroz und der Herbstversammlung verschieden. [1] [3]

Die Entscheidung 2026

Khaled Narmo erklärte Shafaq am 13. April 2026, öffentliche Neujahrszeremonien in Lalish würden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Bräuche in Dörfern und Häusern einschließlich Eierfärben konnten im kleineren Rahmen fortbestehen. Dies war eine Entscheidung für dieses Jahr, keine Abschaffung des Festes. Das datierte Bild von 2017 dokumentiert eine frühere Feier. [4] [5]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Tereza Amryan, “The Transformation of the Iranian Charshanbe Suri Festival in the Yezidi Tradition,” Bulletin of the Institute of Oriental Studies I/2 (2021), pp. 204–212; calendar, narratives and Armenian comparison.
  2. Rezan Shivan Aysif, The Role of Nature in Yezidism: Poetic Texts and Living Tradition (Universitätsverlag Göttingen, 2021), pp. 206–210: hymns, lamps, doorway decoration, dew, eggs and new clothes; open-access primary fieldwork.
  3. Jwan Shkaki, “NE Syria’s Yezidis celebrate New Year,” North Press Agency (20 April 2022): local reporting on visits, reconciliation, sweets and eggs.
  4. Shafaq News, interview with Khaled Narmo (13 April 2026): cancellation of public Lalish ceremonies and distinction from household practice.
  5. Levi Clancy, lighting wicks at Lalish on 18 April 2017, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.