Dayfa Khatun regierte Aleppo von 1236 bis 1242 für ihren Enkel. Ratsbeschlüsse, Diplomatie und Bauinschriften zeigen, wie sie innerhalb der ayyubidischen Dynastie Macht ausübte.

Familie und zwei Minderjährigkeiten
Dayfa wurde um 1185–1186 in Aleppo als Tochter al-Adils geboren. Sie heiratete 1212 al-Zahir Ghazi, Saladins Sohn. Das Paar waren Cousin und Cousine ersten Grades: Saladin war ihr Onkel und Schwiegervater. Ihr Sohn al-Aziz Muhammad kam 1213 zur Welt. Nach al-Zahirs Tod 1216 sicherte Dayfa seine Nachfolge mit ab; die maßgebliche Regentschaft führte jedoch der Atabeg Tughril bis 1231. Ihre eigene Regentschaft begann erst 1236 nach dem Tod al-Azizs, für dessen jungen Sohn al-Nasir Yusuf, und endete 1242. Die frühere Stellung als Herrschermutter ist davon zu unterscheiden. [1] [2]
Rat, Zustimmung und Bündnisse
Ein Rat hoher Amtsträger unterstützte die Regierung. Nach der von El-Azhari ausgewerteten Überlieferung Ibn Wasils bedurften wichtige Entscheidungen und Schreiben Dayfas Zustimmung. Der Herrschertitel blieb beim Enkel; eine Münzprägung oder Freitagspredigt in ihrem eigenen Namen ist damit nicht belegt. Ihre Politik umfasste auch Gewalt: Nach al-Kamils Tod 1238 ließ sie Turanshah gegen Hama vorgehen. Belagerung und Streit um Maarrat al-Numan machten sie nicht zur Eroberin Hamas. Bündnisse mit anderen Ayyubiden und den Seldschuken von Rum schufen Möglichkeiten und Verpflichtungen. [1] [2]
Was al-Firdaws bezeugt
Die Außeninschrift nennt den Bauaufseher Abd al-Muhsin und das Jahr 633 AH, 1235–1236. Dayfas Stiftungstätigkeit begann damit bereits um den Anfang ihrer Regentschaft. Der Komplex außerhalb der südlichen Stadtmauer verband Unterricht, Gebet, sufische Unterkunft und Armenfürsorge. Muqarnasportal, achteckiges Hofbecken, Arkaden, Iwan und elf Kuppeln prägen die Anlage. Blessing zeigt anhand der Inschriften, dass fromme weibliche Titel mit sichtbarer öffentlicher Stiftung vereinbar waren. Tabbaa untersucht al-Firdaws und al-Farafira als Sufi-Patronage, einschließlich religiösen Lebens von Frauen. Dayfa starb 1242. Hofnahe Chroniken und datierte Bauinschriften ergänzen einander, ergeben aber keine durchgehende Regentschaft seit 1216. [3] [4] [5]
Quellen und weiterführende Literatur
- Taef Kamal El-Azhari, “Dayfa Khatun, Ayyubid Queen of Aleppo: 634–640 A.H./1236–1242 A.D.”, Annals of Japan Association for Middle East Studies 15 (2000), pp. 27–55; open full text.
- Najla Sufyan Ahmed, “Dayfa Khatun and Her Policy Toward the Ayyubid Governors”, Journal of Babylon Center for Humanities Studies 14/1 (2024), pp. 739–764; Arabic full text and dynastic politics.
- Zena Takieddine and Samer Abd al-Ghafour, “Madrasat al-Firdaws”, Discover Islamic Art, Museum With No Frontiers; architecture, patronal inscriptions and dated supervisor’s inscription.
- Patricia Blessing, “Women Patrons in Medieval Anatolia And a Discussion of Māhbarī Khātūn’s Mosque Complex in Kayseri”, Belleten 78/282 (2014), pp. 475–526; comparative discussion of Dayfa’s inscription titles.
- Yasser Tabbaa, “Ḍayfa Khātūn, Regent Queen and Architectural Patron”, reprinted in The Production of Meaning in Islamic Architecture and Ornament (2021), pp. 75–93; abstract and bibliographic record. Originally in D. Fairchild Ruggles (ed.), Women, Patronage, and Self-Representation in Islamic Societies (2000), pp. 17–34.
- Dosseman, al-Firdaws exterior, Aleppo, 28 September 2010, Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0.