Wer ist Gültan Kışanak?
Gültan Kışanak ist eine türkische Politikerin kurdischer Herkunft, geboren 1961. Von 2014 bis 2016 war sie Ko-Bürgermeisterin von Diyarbakır. In dieser Zeit führte sie einen bedeutenden kulturellen und politischen Wandel der Stadt an, darunter die Umbenennung von Straßen, die Wiederherstellung kurdischer Kulturinstitutionen und progressive Maßnahmen zur Geschlechtergleichheit und zu Minderheitenrechten. 2016 enthob die türkische Regierung sie ihres Amtes und inhaftierte sie wegen terrorbezogener Vorwürfe, die Menschenrechtsorganisationen als politisch motiviert bezeichneten.
Ihr gemeinsam mit Fırat Anlı ausgeübtes Bürgermeisteramt war einer der ehrgeizigsten Versuche, eine große kurdische Stadt durch demokratische kommunale Regierungsführung zu verändern. Unter ihrer Führung wurde Diyarbakır zu einem Modell progressiver Stadtpolitik, das international Aufmerksamkeit erregte, bevor der Eingriff der türkischen Regierung 2016 dieses Experiment beendete.
Das Wichtigste auf einen Blick
• Geboren 1961; Ko-Bürgermeisterin von Diyarbakır 2014–2016.
• Sie führte den kulturellen Wandel Diyarbakırs an: Straßenumbenennungen, Wiederherstellung kurdischer Kultur und Maßnahmen zur Geschlechtergleichheit.
• 2016 wurde sie vom türkischen Staat abgesetzt und inhaftiert.
• Ein Symbol kurdischer demokratischer kommunaler Regierungsführung und ihrer Unterdrückung.
Kurzporträt
Inhaltsverzeichnis
Frühes Leben
Sie wurde 1961 in Elazığ in der östlichen Türkei geboren. Sie engagierte sich politisch in der kurdischen demokratischen Bewegung und stieg schließlich zur Ko-Bürgermeisterin von Diyarbakır auf, der kulturellen Hauptstadt Nordkurdistans.
Historischer Hintergrund
Die politische Krise der Türkei 2016, einschließlich des Putschversuchs und des anschließenden Ausnahmezustands, bildete den Hintergrund für die Absetzung Dutzender gewählter kurdischer Bürgermeister durch die Regierung. An ihre Stelle traten staatlich ernannte Zwangsverwalter. Gültan Kışanak war eines der bekanntesten Opfer dieses Prozesses.
Leistungen
Ko-Bürgermeisteramt von Diyarbakır
Gültan Kışanaks Ko-Bürgermeisteramt in Diyarbakır (2014–2016) war eines der ehrgeizigsten Experimente progressiver kurdischer Stadtpolitik in der türkischen Geschichte. Ihre Führung veränderte die Stadt kulturell und politisch und machte sie zu einem Modell jener Regierungsführung, die die kurdische demokratische Bewegung verwirklichen wollte.
Zeitleiste
Debatten
Ihre kurdische Identität und ihre Arbeit als Bürgermeisterin gelten als gesichert. Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Vorwürfe der türkischen Regierung gegen sie.
Vermächtnis
Gültan Kışanak ist ein Symbol kurdischer demokratischer kommunaler Regierungsführung und ihrer Unterdrückung: eine Bürgermeisterin, die Diyarbakır mit demokratischen Mitteln veränderte und dafür inhaftiert wurde. Ihr gemeinsames Bürgermeisteramt steht für das, was die kurdische demokratische Bewegung erreichen möchte; ihre Haft steht für das, was der türkische Staat tut, um dies zu verhindern.
Verbindungen
Pervin Buldan – ebenfalls eine kurdische Führungspolitikerin der HDP
Leyla Zana – kurdische Pionierin in der Türkei, wegen ihrer Politik inhaftiert
Mehdi Zana – früherer kurdischer Bürgermeister von Diyarbakır, ebenfalls inhaftiert
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Gültan Kışanak?
Gültan Kışanak (geboren 1961) ist eine türkische Politikerin kurdischer Herkunft. Von 2014 bis 2016 war sie Ko-Bürgermeisterin von Diyarbakır. Sie veränderte die Stadt kulturell und politisch, bevor die türkische Regierung sie absetzte und inhaftierte.
War Gültan Kışanak Kurdin?
Ja. Sie stammte aus der östlichen Türkei und widmete ihre politische Laufbahn kurdischer demokratischer Regierungsführung.
Quellen
Wikipedia-Autoren. „Gültan Kışanak.“ Wikipedia. Abgerufen 2025.
