Khatuna Fekhra, auch Xatûna Fexra, ist eine verehrte weibliche Gestalt der jesidischen Tradition. Geburtsberichte, Fasten, heilige Abstammung und das Heiligtum von Lalisch zeigen konkrete Stimmen und Praktiken.

Name und heilige Abstammung
Kreyenbroek und Omarkhali beschreiben Xatûna Ferxa oder Fexra als bedeutende heilige Gestalt mit einer Scheichlinie und einem Heiligtum in Lalisch. Sie verbinden den Namen mit Fexredîn. [1] Religiöse Zuordnungen ergeben allein keine vollständige mittelalterliche Biografie mit unabhängig belegten Lebensdaten, Kindheit oder politischen Ämtern.
Eine Hebamme bei Drower
E. S. Drower zeichnet in Peacock Angel von 1941 die Hebamme Hajjia auf, die bei schwieriger Geburt Khatun Fakhra um Hilfe anrief. Hajjia und Jiddan beschrieben sie als besondere Geburtspatronin. Nach der Entbindung sollte Dank ausgedrückt werden: Brot für Arme, bei wohlhabenden Familien auch Fleisch. [2] Der Bericht bewahrt benannte Stimmen, Anrufung und Dankhandlung. Es ist zeitgebundene Religionsbeobachtung, keine Anleitung zur Geburtshilfe.
Fasten im Familienkalender
Eszter Späts Studie von 2016 beruht auf Feldforschung im April 2015 und früheren Besuchen. In einer bekannten Familie fastete die Frau für Xatûna Fexra als Schutzgestalt bei Schwangerschaft und Geburt, zusätzlich zu gemeinsamen Observanzen mit ihrem Mann. Spät ordnet einzelne eintägige Fasten vor das dreitägige Êzîd-Fasten ein. [3] Das ist ein Haushaltsbeispiel, kein identischer Kalender aller jesidischen Frauen.
Ein Heiligtum im Tal
Ghiath Rammos Dissertation von 2023 beschreibt das Mezar Xatûna Fexras in Lalisch. Bild und Bildunterschrift identifizieren den Hüter am Eingang mit ihrem Namen; der Text beschreibt Besuche für Segen, Gebete und kleine Gaben. [4] Spät behandelt Lalisch als Tal mit vielen heiligen Orten. [3] Das Panorama zeigt diesen Rahmen; die großen Kegelspitzen dürfen nicht automatisch ihrem einzelnen Heiligtum zugeordnet werden.
Unterschiedliche Genealogien
Drowers Gesprächspartner nennen Khatun Fakhra Mutter mehrerer Scheichs, darunter Fakhruddin. Kreyenbroek und Omarkhali beschreiben sie als Fexredîns Tochter. [2][1] Der Unterschied bleibt sichtbar, statt beide Berichte still in einen Stammbaum einzupassen. Die späteren Forscher kritisieren auch ihre Herabstufung zur nebensächlichen Kopie Pîra Fats. [1] Namen, Verwandtschaft und Funktionen benötigen ihren jeweiligen Überlieferungskontext.
Frauen und Ritualgeschichte
Anrufung, Dank und Fasten dokumentieren weibliche religiöse Beteiligung. [2][3] Die Forscher betonen Vielfalt und Dynamik der mündlichen Tradition. [1]
Quellen und weiterführende Literatur
- Philip Kreyenbroek and Khanna Omarkhali, Yezidi Spirits? On the question of Yezidi beliefs: A review article, Kurdish Studies 4/2, 2016, pp.197–207, especially 198 and 204–205.
- E. S. Drower, Peacock Angel, John Murray, London, 1941, pp.31–32: Hajjia and Jiddan on childbirth devotion and thanksgiving.
- Eszter Spät, Hola hola Tawûsî Melek, hola hola şehidêt Şingalê: Persecution and the development of Yezidi ritual life, Kurdish Studies 4/2, 2016, pp.155–175, especially 157–158 and note 6.
- Ghiath Rammo, Culti e Tradizioni dello Yezidismo. Spazio sacro e identità religiosa, Sapienza University of Rome doctoral thesis, 2023, p.75 and figure 25; relevant passage and caption.