Kulere und Kulerenaske: Die beiden kurdischen Backplattenbrote

Kulere (کولێرە) ist ein dickes, rundes kurdisches Brot, das auf einer heißen Eisenplatte gebacken und zum Frühstück mit Butter, Kräuterkäse und süßem Tee gegessen wird. Kulerenaske (ناسکە کولێرە) ist sein hauchdünnes Gegenstück: eine kurdische Crêpe, die papierdünn ausgerollt und auf derselben Platte gebacken wird. Der Name Kulerenaske bedeutet wörtlich „dünnes Kulere“. Die kurdische Sprache fasst beide Brote in einem gemeinsamen Namenssystem zusammen, das zeigt, wie zentral Backplattenbrot im kurdischen Alltag ist. Kurdistan24 führt beide unter den charakteristischen kurdischen Broten auf. Ein Bäcker in Erbil beschrieb Kulere mit den Worten: „Es ist so köstlich, dass man seine Hände gleich mitisst.“ Gemeinsam stehen Kulere und Kulerenaske für das alltägliche, anspruchslose Herz kurdischer Brotkultur: das unauffällige Brot von der Backplatte, das auf jedem kurdischen Frühstückstisch erscheint, neben dem eindrucksvollen Tanûr-Brot und dem alten Vorratsbrot.


Die wichtigsten Erkenntnisse

• Kulere: dickes, rundes Brot von der Backplatte, zum Frühstück mit Butter, Kräuterkäse, Eiern und Tee gegessen

• Kulerenaske: hauchdünne kurdische Crêpe — die papierdünn ausgerollte Variante für dieselbe Backplatte

• Der Name Kulerenaske bedeutet wörtlich „dünnes Kulere“ — die kurdische Sprache vereint beide Brote in einem Namenssystem

• Wikipedia führt es als charakteristisches kurdisches Gericht auf — das alltägliche Frühstücksbrot kurdischer Haushalte


Fakten im Überblick

Kurdische Namen: Kulere (کولێرە, dick) und Kulerenaske (ناسکە کولێرە, dünn)

Art: Auf einer Backplatte gebackene Fladenbrote — dicke und hauchdünne Varianten derselben Tradition

Gegessen mit: Butter, Kräuterkäse (Jîjî), Eiern, Honig und süßem Schwarztee

Region: Ganz Bashur (Erbil, Sulaymaniyah, Duhok) und weitere Teile Kurdistans


Zwei Brote, eine Backplatte

Kulere und Kulerenaske bestehen aus demselben einfachen Teig aus Mehl, Wasser, Salz und manchmal Hefe. Sie werden mit demselben Werkzeug gebacken: einer flachen Eisenplatte, dem Sac, die über Feuer erhitzt wird. Der Unterschied liegt in der Behandlung des Teigs. Für Kulere wird er zu einer dicken runden Scheibe geformt und langsam gebacken, bis beide Seiten goldbraun sind. Das Brot hat Substanz: Man kann Stücke abreißen, damit Käse aufnehmen oder Eier umwickeln. Für Kulerenaske wird derselbe Teig mit einem Teirok, einem Nudelholz, papierdünn ausgerollt und rasch auf der heißen Platte gebacken. Er wird knusprig, leicht und durchscheinend: eine kurdische Crêpe. Nach dem Abkühlen kann das Brot mit Wasser besprenkelt und in Stoff gewickelt werden, damit es weich wird. Es lässt sich später ohne erneutes Erwärmen essen. Eine kurdische Bloggerin in Amerika dokumentierte die Zubereitung mit ihrer Mutter und Werkzeugen, die ihr Vater von Hand gefertigt hatte: dem Teirok, dem Missteqe als Wendehilfe und dem Sac selbst — alle aus Kurdistan mitgebracht.


Das Brot kurdischer Morgenstunden

Kulere ist Frühstücksbrot. In Erbil sagte der junge Bäcker Ayed Ahmed zu Kurdistan24: „Die Leute bestellen Kulera mit Käse und essen es gleich hier mit süßem Tee.“ Die Bäckerei ist zugleich Geschäft und morgendlicher Treffpunkt. Kulere ist das Brot dieser Zusammenkunft: warm, dick, mit der Hand zerrissen und mit Käse geteilt, etwa Jajî, einem Kräuterkäse aus den Bergen, oder Örgü Peyniri, geflochtenem Käse. Das dünnere und trockenere Kulerenaske lässt sich besser lagern und mitnehmen. Es ist das Brot für die Feldarbeit, das man stapelt und einwickelt und das sich hält. Zusammen stehen beide für zwei Formen des kurdischen Brotessens: gemeinsam und warm mit Kulere, transportfähig und haltbar mit Kulerenaske.


Schlussbetrachtung

Diese Reihe hat nun sechs kurdische Brote dokumentiert: Nanê Tenûrê aus dem Tandoor, Nanê Tîrî als Vorratsbrot, Kelane mit Frühlingskräutern, Bersaq als süßes frittiertes Brot, Teşrîb als in Brühe eingeweichtes Brot und jetzt Kulere und Kulerenaske als dicke und dünne Backplattenbrote. Zusammen offenbaren sie eine Brotkultur mit einem eigenen Brot für jeden Zweck, jede Jahreszeit und jeden Anlass. Kulere und Kulerenaske sind die alltäglichsten: das Brot, das man jeden Morgen isst, das Kinder mit ihren Händen zu zerreißen lernen und von dem ein Bäcker in Erbil sagt, man esse seine Hände gleich mit. Es ist weder dramatisch noch umstritten oder politisch aufgeladen. Es ist einfach kurdisches Frühstück, zubereitet auf einer kurdischen Backplatte, mit kurdischen Werkzeugen, in einer kurdischen Küche. Das genügt.


Quellen und weiterführende Literatur

Kurdistan24 — Naan, ein köstliches Grundnahrungsmittel der kurdischen Kultur (Beschreibung von Kulere, Bäckerei in Erbil, 2021)

Rojgul — Kurdisches Fladenbrot (Brotbacken in der Diaspora mit handgefertigten kurdischen Werkzeugen, 2011)

Wikipedia — Kurdische Küche (führt Kulerenaske als charakteristisches kurdisches Gericht auf)

Kurdish-History.com — Nanê Tenûrê: Kurdisches Tandoor-Brot (das Tandoor-Gegenstück zur Backplatte)