Seit ihrer Wahl 1991 verbindet Zanas politische Laufbahn Sprachrechte, parlamentarische Vertretung, Haft und Friedensforderungen.

Schwarzweißporträt Leyla Zanas mit kurzen dunklen Haaren, Ohrringen, gemustertem Schal und dunkler Jacke
Leyla Zana im Europäischen Parlament in Straßburg am 20. November 2013, zum 25. Jubiläum des Sacharow-Preises. Foto: Claude Truong-Ngoc. © Claude Truong-Ngoc · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0.

Herkunft und Wahl

Die türkische Parlamentsbiografie nennt den 3. Mai 1961 in Silvan als Geburtsdatum und -ort, Journalistin als Beruf und Menschenrechtsarbeit von 1982 bis 1989. [1] 1991 wurde Zana als erste kurdische Frau ins Parlament gewählt. [2]

Sprache und Strafverfahren

Das Protokoll vom 6. November 1991 dokumentiert den türkischen Eid, zusätzliche Worte in einer nicht identifizierten Sprache, Zwischenrufe und die verlangte Wiederholung. [3] Das Europäische Parlament erinnert den kurdischen Zusatz als Appell zum demokratischen Zusammenleben. [4] 1994 erhielten Zana und drei Kollegen fünfzehn Jahre Haft wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer bewaffneten Organisation. Der Europäische Gerichtshof stellte 2001 fehlende richterliche Unabhängigkeit und Verletzungen der Verteidigungsrechte nach Artikel 6 fest. [5]

Freilassung und Rückkehr

FIDH begrüßte am 9. Juni 2004 die Freilassung bis zur Berufungsverhandlung. [6] Zana nahm ihren 1995 verliehenen Sacharow-Preis am 14. Oktober 2004 persönlich entgegen. [4] Sie kehrte 2011 als Unabhängige ins Parlament zurück, wurde 2015 wiedergewählt und verlor 2018 nach erneutem Eidstreit ihr Mandat wegen Abwesenheit. [2]

Frieden als politische Forderung

Am 10. Juli 2025 forderte Zana vor Journalisten in Zakho Änderungen am türkischen Terrorismusgesetz. Sie reiste zu einer geplanten PKK-Entwaffnungszeremonie in der Provinz Sulaymaniyah und betonte, kommende Generationen sollten vom Konflikt verschont bleiben. Rudaw veröffentlichte die Äußerungen am Folgetag. [7]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Grand National Assembly of Turkey, Leyla Zana, 24th-term Diyarbakır member: official biography, birth, profession and human-rights work.
  2. European Parliament, Leyla Zana — 1995, Turkey, Sakharov Prize laureate profile; education, family background and later parliamentary career.
  3. Grand National Assembly of Turkey, Tutanak Dergisi, 19th term, volume 1, first sitting, 6 November 1991, especially 13–15 and 27; original oath proceedings.
  4. European Parliament, Sakharov Prize laureates brochure (2012), Leyla Zana entry: Kurdish-language intervention, 1995 award and 14 October 2004 ceremony.
  5. Council of Europe Committee of Ministers, Final Resolution ResDH(2004)86, Sadak, Zana, Dicle and Doğan against Turkey, 9 December 2004; summary of the European Court’s 17 July 2001 Article 6 findings.
  6. FIDH, The FIDH Welcomes Liberation of Leyla Zana and the Three Other Kurdish Deputies, 9 June 2004; contemporary release statement and retrial observations.
  7. Rudaw, Kurdish Political Icon Layla Zana Says Turkey Must Change Terror Law, 11 July 2025; reporting of her remarks to journalists in Zakho on 10 July.