Barzu gilt meist als Sohn Sohrabs und Enkel Rostams. Handschriften und tadschikische Erzähler bewahren unterschiedliche Fassungen.

Handschriftenmalerei mit zwei ringenden Kriegern zwischen rosa Felsen, Zuschauern, Pferden und persischen Versen
Rustam kämpft mit seinem Enkel Barzu, Walters W.601.278B. Die Malerei stammt laut Museum aus dem 19. Jahrhundert; die Handschrift wurde 1618–19 kopiert. The Walters Art Museum · W.601.278B · CC0.

Held eines erweiterten Epenkreises

Barzu oder Borzu gehört zum weiteren persischen Epenkreis. Seine Abenteuer stehen in selbständigen Barzu-nama-Handschriften und als Einschübe in Schahname-Kopien. Daraus folgt keine Autorschaft Ferdowsis: Barzu fehlt in dessen ursprünglichem Text. Die übliche schriftliche Genealogie lautet Rostam, dessen Sohn Sohrab und dessen Enkel Barzu. [1]

Mehrere Handlungen

In einer unter Kay Kavus spielenden Fassung verhindert Mutter Shahru, dass Rostam Barzu tötet; später stirbt Barzu durch den Div Manharas. Unter Kay Khosrow beginnt eine andere Fassung mit dem Bauern Barzu und Afrasiab; nach Erkennung, Susan-Episode und Krieg erhält Barzu Ghur und Herat. Auch Umfang und Zuschreibung unterscheiden sich. Eine ältere Zuschreibung an Ata ibn Yaqub beruhte auf einem Lesefehler. [1]

Erzählkunst in Boysun

Rahmoni nahm Jura Kamol 1995 in Pasurxi bei Boysun auf und dokumentierte auch dessen Sohn Mulloravshan. Bei Kamol beschädigen Afrasiabs Soldaten ein Melonenfeld; Barzus Mutter heißt Turkonxotun. Manche andere Erzähler nennen Barzu Rostams Sohn. Kamol erzählte stehend, mit wechselnder Stimme und Gesten. Winterliche Hausrunden und Treffen im Freien im Frühling verbanden Essen und Geschichten. Die Ausgabe von 2013 enthält zwei lokale tadschikische Fassungen mit englischer Übersetzung. [2] [3]

Bild und Text sind verschieden alt

Das Walters Museum identifiziert das Bild als Rostams Kampf mit Barzu. Es datiert die Malerei ins 19. Jahrhundert, die Handschrift dagegen auf 1618–19. Die vierzehn später eingefügten Illustrationen könnten in Indien oder Iran entstanden sein. Das Bild belegt die Rezeption der Geschichte, nicht Ferdowsis Verfasserschaft. [4] [5]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Gabrielle van den Berg, “Borzu-nāma (article 2),” Encyclopaedia Iranica (2009; updated 2018): manuscript research and variants.
  2. Ravshan Rahmoni, introduction to The Story of Barzu (2013), pp. 7–16: first-person fieldwork, storytellers and oral variants.
  3. Leiden University Press, The Story of Barzu, edited by Ravshan Rahmoni and Gabrielle van den Berg (2013): edition and translation.
  4. The Walters Art Museum, Rustam Combats Barzu, his Grandson, W.601.278B: object record and CC0 image.
  5. The Walters Art Museum, Book of Kings, W.601: manuscript dated 1618–19 and nineteenth-century illustrations.