Flussverkehr, Monumente und Literatur stehen neben den Erfahrungen von Zivilisten in Cizres Konfliktgeschichte.

Luftbild von Cizre am gebogenen Tigris mit dichter Bebauung, Brücken, Straßen und trockenen Feldern
Cizre und Tigris, Rehman Abubakr, 4. Juli 2012. Aufnahme vor den Zerstörungen und dem Wiederaufbau des Konflikts 2015–2016. © Rehman Abubakr · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0.

Fluss und Monumente

Cizre am westlichen Tigrisufer verband Anatolien und Nordmesopotamien. Kelek-Flöße brachten Güter nach Mosul. Seit 1990 gehört die Stadt zur Provinz Şırnak. Die mittelalterlichen Moscheetüren tragen den Namen Mahmud Sanjar Shahs (1208–1241); Bronze, Messing, Sternmuster und Drachenklopfer zeigen höfisches Handwerk. Die Türen gelangten 1976 aus Mardin ins Istanbuler Museum. [1] [2]

Madrasa und Literatur

Açıkyıldız-Şengüls Forschung verbindet die Rote Madrasa mit dem kurdischen Azizan-Emir Sharaf Khan II und dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert. Ein touristisch wiederholtes 14. Jahrhundert ist damit nicht gesichert. Das Mem-und-Zîn-Heiligtum bei der Abdaliye-Madrasa bewahrt traditionelle Grabzuweisungen; sie beweisen keine Biographien. Xanîs Kurmanji-Gedicht wird auf 1692 datiert. [3] [4]

1843 und 1847

Kardams Archivrecherche datiert Bedir Khans Kapitulation auf Juli 1847, gefolgt von Haft und Exil. Zur Herrschaftsgeschichte gehört auch Gewalt gegen assyrische Christen: Layard besuchte das nach dem Massaker von 1843 zerstörte Asheetha und nahm Yakoub Rais’ Zeugnis auf. Er sah Folgen und Überlebende, nicht jede Tötung selbst. [5] [6]

2015–2016

OHCHR berichtete über Eingeschlossene in Kellern, Tod, Zerstörung und Vertreibung in Cizre. Mangels genehmigten Zugangs arbeitete es mit Ferninterviews, amtlichen Angaben und Bildmaterial und benannte Grenzen der Überprüfung. Der Bericht dokumentiert auch die staatliche Begründung mit PKK-Gewalt und Barrikaden; er ist kein abschließendes Gerichtsurteil. [7]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Metin Tuncel and Abdülkerim Özaydın, “Cizre,” TDV İslâm Ansiklopedisi 8 (1993), pp. 37–39: river geography, names, trade and administrative history.
  2. Alev Özay, Museum of Turkish and Islamic Arts, “Door wings and a knocker,” Discover Islamic Art: object materials, inscription, chronology and museum transfer.
  3. Birgül Açıkyıldız-Şengül, “Cizre Kırmızı Medrese: Mimari, İktidar ve Tarih,” Kebikeç 38 (2014), pp. 169–198; author’s university record and research abstract.
  4. Şırnak regional heritage inventory hosted by TÜRSAB, p. 35: Abdaliye Madrasa and the Mem û Zîn shrine; traditional identifications and the 1692 poem.
  5. Ahmet Kardam, “Emir Bedir Khan: Exile Years,” Études kurdes / Studia Kurdica (2023): original Ottoman archival research on the 1847 surrender, detention and exile.
  6. Austen Henry Layard, Nineveh and Its Remains, chapter VII excerpt, pp. 122–128 and note 7.1, reproduced by Atour: aftermath of the 1843 attack, survivor testimony and enslavement. The modern web heading “1840” is not the date given in the excerpt.
  7. OHCHR, Report on the human rights situation in South-East Turkey, July 2015–December 2016 (February 2017), especially paragraphs 4–8, 24–30 and 34; methodology and Cizre findings.
  8. Rehman Abubakr, Cizre and Tigris aerial view (4 July 2012), Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.