Bradosts Geschichte umfasst wechselnde Bündnisse, Vertreibung und die Belagerung 1609–1610. Das Fürstentum überlebte geschwächt.

Apollo–Sojus-Orbitalaufnahme von Gebirgsketten und Tälern um den Urmiasee und angrenzende Gebiete
Apollo–Sojus AST-24-1982, Juli 1975, US-Nationalarchiv. Regionales Landschaftsbild; es markiert weder Dimdims Ruinen noch historische Grenzen. Gemeinfrei. [5] Photo: NASA / U.S. National Archives · Public domain.

Name und Herrschaft

Bradost bezeichnet Stamm, Region, Gebirge, Fluss und Emirat. Hassanpour beschreibt die Zweige Somay und Targavar sowie die Präsenz westlich des Urmiasees im sechzehnten Jahrhundert. Gazi Qiran verhandelte mit den Safawiden und wandte sich nach Chaldiran 1514 den Osmanen zu. [1] Der Name bezeichnet keinen Staat mit unveränderlichen Grenzen.

Der Brief von 1551

Gümüş veröffentlicht die osmanische Übersetzung eines Briefes İskender Paschas an Tahmasb. Der Gouverneur wirft dem Schah Verwüstung in Bradost vor und fordert, Streit mit Fürsten dürfe Untertanen nicht im Winter vertreiben. Zugleich droht er Vergeltung und lobt osmanische Gerechtigkeit. [2] Es ist politische Rhetorik, keine neutrale Untersuchung. Lokale Bündnisse wechselten ebenfalls.

Festung und Belagerung

Amir Khan Lapzêrîn erneuerte Dimdim um 1609. Hassanpour beschreibt nach Eskandar Beg fünf Festungsanlagen und geschützte Wasservorräte. Hatam Beg belagerte sie von November 1609 bis Sommer 1610; nach der Einnahme wurden die Verteidiger massakriert. [3] Befestigung und Versorgung gehörten zur langen Belagerung.

Das Fürstentum bestand fort

Weitere Massaker, kurdische Deportationen nach Khorasan und Afshar-Ansiedlung sind dokumentiert. Bradost und Mukri überlebten aber als geschwächte Fürstentümer; weitere Kämpfe fanden bei Dimdim statt. [3]1610 beendete nicht jede Institution oder Herrscherfamilie.

Geschichte und Erinnerung

Safawidische Darstellungen bezeichneten Aufstand, kurdische Erinnerung Widerstand. [3] Ferdeghini untersucht Halala Barçîs Erinnerung an Dimdim-Gesang und Tanz bei Hochzeiten und unterscheidet kurze Lieder vom längeren Beyt. [4] Das dokumentiert kulturelle Weitergabe, keine Augenzeugenschaft der Belagerung.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Amir Hassanpour, Barādūst, Encyclopaedia Iranica III/7 (1988), pp.739–740: regions, dynastic branches and changing alliances.
  2. Ercan Gümüş, Bir Mektubun Düşündürdükleri (2025), Vakanüvis 10/2, pp.1781–1819, especially 1791–1797: primary 1551 letter transcription and analysis.
  3. Amir Hassanpour, Dimdim, Encyclopaedia Iranica VII/4 (1995), pp.404–405: fortifications, siege and survival of weakened principalities.
  4. Giulia Ferdeghini, Beyta Dimdim (Fondazione Levi,2023), especially pp.50–53: fieldwork, wedding performance and narrative genres.
  5. NASA / U.S. National Archives, Apollo–Soyuz AST-24-1982, July 1975; public-domain regional landscape photograph.