Stammbäume, Verwaltungsakten und Geschichtshandschriften zeigen die erbliche Herrschaft Eğils und ihre Grenzen.

Die Gründungserzählung
Gördük unterscheidet den geistlichen Lehrer Pir Mansur von dessen Enkel Pir Bedir. Bedirs Einnahme der Burg mit örtlicher Unterstützung und der Mirdasi-Gruppe setzt er ungefähr ins späte elfte Jahrhundert. Das ist eine Rekonstruktion späterer Überlieferung, keine zeitgenössische Gründungsurkunde. Ein sicheres Gründungsjahr 1049 lässt sich daraus nicht machen. Bulduqani verweist auf Bulduk in der Dynastieerzählung. [1]
Stammbäume als Quellen
Die für Seyyid Mustafa und Hüseyin Pascha überlieferten Stammbäume beanspruchen Abstammung von Abbas, dem Onkel Mohammeds. Sie dokumentieren einen Anspruch, keine unabhängige Prüfung jeder frühen Generation. Gördüks ungefähre Datierung beruht auf angenommenen 35 Jahren je Generation, nicht einer naturwissenschaftlichen Untersuchung der Handschriften. [1]
Osmanische Herrschaft
Erpolat datiert die Eingliederung auf 1515. Als hükûmet-Sandschak gehörte Eğil zur Provinz Diyarbekir: erbliche Regierung und keine üblichen Timar-Erhebungen, aber zentral ernannte Richter und avarız- sowie sürsat-Abgaben. Ein Herrscher konnte durch einen Verwandten ersetzt werden. Anordnungen von 1741 über Bergwerke zeigen weitere Eingriffe: Nominierungen sollten über die Bergwerksverwaltung statt den Provinzgouverneur laufen. [2]
Menschen außerhalb der Dynastie
Das Cizye-Register MAD 3409 von 1691 erfasst nichtmuslimische Steuerpflichtige und Berufe wie Weberei, Landarbeit und Schmiedehandwerk. Es erschließt arbeitende Haushalte, ist aber keine vollständige Volkszählung. Aus ihm allein lässt sich nicht die gesamte ethnische oder religiöse Zusammensetzung ableiten. [2]
Eine lokale Geschichtsfassung
Alsancakli trennt Shamʿis Übersetzung der Sharafnāma von 1681 für Yansur Beg in Palu von der Eğil-Bearbeitung von 1684. Ein unbekannter Schreiber ergänzte dort eine Fortsetzung zur örtlichen Dynastie. Die Handschriften sind Topkapı Revan 1469 beziehungsweise British Library Add. 18547. Die spätere Fassung war nicht einfach Shamʿis ursprünglicher Auftrag. [3]
Quellen und weiterführende Literatur
- Yunus Emre Gördük, “Eğil Emirliği’nin Kısa Tarihçesi ve Eğil Emirlerine Ait Şecere Metninin Tercümesi,” OTAM 35 (2014), pp. 89–120; genealogy editions and dating discussion.
- Mehmet Salih Erpolat, “Osmanlı Devleti Döneminde Eğil Sancağı (XVI.–XVII. Yüzyıllar),” Dicle University Social Sciences Institute Journal 25 (2020), pp. 121–143; archival study.
- Sacha Alsancakli, “Historiography and language in 17th-century Ottoman Kurdistan: A study of two Turkish translations of the Sharafnāma,” Kurdish Studies 6/2 (2018), pp. 171–196.