Ferdowsis persisches Epos wurde um 1010 vollendet. Rund 50.000 Reimpaare verbinden Schöpfung, Heldensage und die Zeit bis zum Ende des Sasanidenreichs.

Persische Handschriftseite mit blau-goldenem Blumenschmuck über vier Versspalten und blühendem Rand
Illuminierte Seite einer Schahname-Handschrift der 1660er Jahre, Iran, wohl Isfahan. Metropolitan Museum, 1974.290.43. Metropolitan Museum of Art · CC0 · Wikimedia Commons.

Eine wechselnde Erzählwelt

Das Epos folgt aufeinanderfolgenden Herrschaften. Die Einteilung in Mythos, Sage und Geschichte erleichtert die Orientierung; die Grenzen bleiben durchlässig. Frühe Könige stiften Handwerk und Ordnung. Dschamschid verliert durch Hochmut seine göttliche Herrlichkeit, farr. Die Heldensagen folgen Sams, Zals und Rostams Haus in Sistan und den Kriegen zwischen Iran und Turan. Später verbinden Alexander und die Sasaniden historische Erinnerung mit Erzählkunst. [1] [2]

Familie und Herrschaft

Zal warnt vor schlechtem Rat, Rostam widersetzt sich ungerechten oder unfähigen Königen. Siyavush und Esfandiyar reagieren unterschiedlich auf einen unrechten väterlichen Befehl; beide gehen zugrunde. Familienbeziehungen tragen damit Fragen nach politischer Verantwortung, Gewissen und Gehorsam. [2]

Handschriften und Höfe

Ferdowsis Autograph ist verloren. Das Pembroke-Zentrum nennt die unvollständige Florentiner Handschrift von 1217 als älteste erhaltene Kopie; der Textumfang variiert. [3] Die abgebildete Schmuckseite stammt aus den 1660er Jahren. [4] Eine andere, für Schah Tahmasp geschaffene Handschrift umfasste 759 Textblätter und 258 Gemälde. Sie erreichte 1568 als diplomatisches Geschenk den osmanischen Hof; ihre Blätter wurden später verstreut. [1]

Kurdische und Gorani-Traditionen

Farangis Ghaderi beschreibt das kurdische Schahname als mündliche und handschriftliche Tradition mit gemeinsamen und eigenen Geschichten. Sie behandelt musikalisch und mit Bildern begleitete Vorträge, Hefte mit Einzelgeschichten und veröffentlichte Werke. Beispiele sind Mohammad Mokris Bijan-und-Manijeh-Ausgabe und Mustefa Gorans Javahirpush. Letzteres erzählt von einem Nachkommen Rostams, Kriegen, Dämonen und Zauberern. [5]

Einstieg in die Lektüre

Sams Aussetzung des weißhaarigen Zal und seine Reue eröffnen Fragen elterlicher Verantwortung. [6] Esfandiyars Drachenkampf verbindet Klingenwagen und giftigen Rauch. [7] Shaghads Verschwörung entsteht aus Tribut und fingierter Beleidigung. [8] Achten Sie auf Sprecher, Ratschläge und die Folgen von Entscheidungen für andere.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Francesca Leoni, The Shahnama of Shah Tahmasp, Metropolitan Museum of Art, June 2008.
  2. Fitzwilliam Museum, Structure and Themes: Myth, Legend and History; Shahnameh exhibition.
  3. Pembroke College, University of Cambridge, The Pembroke Shahnameh Centre for Persian Studies; text and manuscript history.
  4. Metropolitan Museum of Art, Shahnama of Firdausi, 1660s, manuscript 1974.290.43.
  5. Farangis Ghaderi, The Literary Legacy of the Ardalans, Kurdish Studies 5 (2017), 36–63, especially p. 48, Gorani Epic.
  6. Ferdowsi, Shahnameh, Manuchehr, section 2: Sam, Zal and the Simurgh; Ganjoor.
  7. Ferdowsi, Seven Labours of Esfandiyar, section 4: dragon and bladed cart.
  8. Ferdowsi, Rostam and Shaghad, section 2: marriage, tribute and conspiracy.