Edeb, auch Abdullah Beg Misbah al-Diwan, gehört zur klassischen kurdischen Literatur. Die Sammlung verbindet Liebe, religiöse Sprache und Form; die Lebensdaten sind unterschiedlich überliefert.

Innenraum der Freitagsmoschee von Bukan mit weißen Pfeilerreihen, Spitzbögen und gemusterten roten Teppichen
Bukaner Freitagsmoschee, masoudbukani, 10. Mai 2015, CC BY-SA 4.0. Regionaler Kontext nahe dem Geburtsort; kein Porträt oder nachgewiesener Schulort. masoudbukani · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0. 10 May 2015; Wikimedia 1280-pixel rendition, no creative changes.

Ein Dichter aus der Region Bukan

Edeb war der Dichtername Abdullah Beg Babamiris aus Armani Bolaghi nordöstlich von Bukan. Hassanpour beschreibt eine grundbesitzende Familie mit beanspruchter Mukri-Abstammung, Moscheeunterricht und ein Jahr in Teheran. Er beschäftigte sich mit Musik, Malerei und Dichtung. Mohammad Ali Mirza verlieh den Titel Misbah al-Diwan. Ab Mitte dreißig führte eine Erkrankung zu Lähmung; eine moderne Diagnose ist nicht belegt. [1] MS, Schlaganfall, Grippe und Diktieren benötigen weitere Belege.

Abweichende Lebensdaten

Hassanpour nennt 1860 bis etwa 1918, Kurdo 1985 dagegen 1862–1912 und VejînBooks 1859–1916. [1][2][3] Daraus lässt sich keine neue präzise Zeitleiste zusammensetzen. Das Moscheefoto belegt keinen Schulbesuch dort; die Biografie verortet den ersten Unterricht im Dorf. [1][7]

Kalligrafie und Handschriften

Kurdo beschreibt Edeb nach Giv Mukriani als Maler, Gestalter und Kalligrafen. Er habe Bücher mit eigenen Gedichten und kurdischen Liedern geschrieben, verziert und verkauft. Auch eine Beziehung zu Nusret Khanim wird erzählt. [2] Das bleibt eine zugeschriebene Biografie: nicht jede geliebte Person im Gedicht ist dadurch identifiziert, nicht jede Ich-Zeile ein datiertes Ereignis.

Der verwundete Liebende

Im Sorani-Ghasel Vejîn 23734 wird der Blick der geliebten Person zum Pfeil; das lyrische Ich sucht Linderung und liegt nachts wach. Später folgen Mansur und ungerechte Bestrafung. [4] Begehren verbindet sich mit literarischen und religiösen Bildern, kein medizinischer Bericht. Vejîn klassifiziert Ghasel und Hazaj-Metrum; die Transkription wartet auf Prüfung.

Mehr als ein Thema und eine Sprache

Die eröffnende Qasida preist göttliche Größe, Schöpfung und Vergebung. [5] Das persische Ghasel 23812 verbindet nächtliches Gedenken mit Grausamkeit und dem Liebenden Farhad. [6] Nicht alle Texte sind ausschließlich erotisch oder Sorani. Die Deutung betrifft die verlinkten Gedichte, keine Kollation sämtlicher Handschriften.

Ausgaben und Lektüre

Hassanpour nennt Rawandiz 1936, Bagdad 1939 und Erbil 1966 und unterscheidet kurdische Sprachwahl von ausdrücklichem Nationalprogramm. [1] Vejîn nennt die dritte Ausgabe 1966 und Mohammad Hama Baqis Aras-Ausgabe 2005. Die 139 Datenbankeinträge sind keine Zahl erhaltener Handschriften oder Verse. [3] Digitale Transkription und selbst geprüfte historische Ausgabe bleiben unterschiedliche Belege.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Amir Hassanpour, Edeb, Encyclopaedia Iranica VIII/2 (1997), p. 174; biographical and literary summary.
  2. Qanatê Kurdo, Tarîxa Edebyeta Kurdî 2 (Roja Nû, Stockholm, 1985), p. 27; Edeb biography and manuscript work.
  3. VejînBooks, Diwanî Edeb, collection record; 1966 and 2005 editions, contributors and 139 text entries.
  4. Edeb, Sorani ghazal beginning with the arrow of the beloved’s glance, VejînBooks text 23734; original poem and form metadata.
  5. Edeb, opening qasida on divine greatness, VejînBooks text 23679; original poem.
  6. Edeb, Persian ghazal on nocturnal remembrance, VejînBooks text 23812; original poem.
  7. masoudbukani, Bukan Jameh Mosque, 10 May 2015, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; regional illustration.