Inschriften, Chroniken und Handschriftenforschung dokumentieren Nasrs Hof und Bautätigkeit nach 1061.

Nachfolge in zwei Städten
Nasr folgte seinem Vater Nasr al-Dawla Ahmad nach dessen Tod 1061. Hillenbrand nennt zunächst Mayyafariqin, heute Silvan, und zwei Jahre später Amid, heute Diyarbakır. Die Nachfolge bedeutete also nicht sofort die Kontrolle beider Hauptstädte. Sein Sohn Mansur ist von beiden zu unterscheiden. [1]
Minister und Handschrift
Norton-Wrights Forschung identifiziert Ibrahim ibn al-Anbari als Nasrs Wesir. Sohn Abu Tahir übernahm später das Amt und diente auch Mansur. Ein weiterer Sohn, Sadid al-Dawla, bestellte bei Yahya al-Takriti eine astrologische Anthologie. Das besprochene Manuskript ist eine Abschrift von 1249. Es verbindet die Ministerfamilie mit Gelehrtenförderung. [2]
Familiäre Konflikte
Yaz beschreibt Herausforderungen durch Nasrs Brüder. Said suchte seldschukische Militärhilfe; solche Konflikte ermöglichten Eingriffe in die marwanidische Nachfolge. Das Verhältnis betraf somit auch innerdynastische Konkurrenz. [3]
Die Brückeninschrift
Yaz gibt die Inschrift der Dicle-Brücke von 457 AH/1064–1065 wieder. Sie nennt den Auftraggeber mit den Titeln Nizam al-Din und Muayyid al-Dawla, Qadi Abd al-Wahid und Baumeister Ubayd ibn Sa‘jar. Die Datierung unterscheidet sich vom späteren Chronikbericht. [3]
Ende der Herrschaft und Quellen
Die British Library nennt 1061–1079, Yaz Mai–Juni 1080 als Ende. Etwa 1079–1080 wahrt diese Abweichung. Mansur folgte; die Eroberung 1085 gehört in seine Zeit. Inschrift und Handschrift liefern unterschiedliche Belege zu Bauen, Verwaltung und Wissen. [1] [2] [3]
Quellen und weiterführende Literatur
- Carole Hillenbrand, “Marwanid Inscriptions,” Inscriptions of the Medieval Islamic World (Edinburgh University Press, 2023), pp. 264–282: public introduction on succession and inscriptions as historical evidence.
- Jenny Norton-Wright, British Library, “Viziers, fears, and a manuscript: The tumultuous history of the al-Anbārī brothers,” Qatar Digital Library, 21 October 2022: ministers, manuscript patronage and regnal dates.
- Arafat Yaz, “Mervânî Hükümdarı Ebü’l-Kasım Nizâmüddîn Nasr,” History Studies 12/6 (2020), pp. 2919–2942, especially pp. 2936–2938: family disputes, bridge inscription and chronology.