Sa’itarna wird im Terqa-Dokument TQ 12 T19 mit dem lokalen Herrscher Qiš-Addu verbunden. Identität und dynastische Stellung sind Gegenstand der Forschung.

Archäologischer Hügel von Terqa mit Gebäuden auf dem Rücken, über einen breiten Fluss unter bewölktem Himmel gesehen
Terqa bei Ashara, Syrien, 2010. Foto: französisch-syrische Tell-Masaïkh-Mission. Fundort der für Sa’itarna wichtigen Dokumente. © Mission franco-syrienne de Tell Masaïkh · CC BY-SA 3.0 FR · Wikimedia Commons.

Der Name im Dokument

Ian Mladjov identifiziert Sa-i-tar-na in TQ 12 T19. Andere Texte derselben Gruppe verbinden Qiš-Addu mit Parattarna/Parittarna und Sausadatra, verstanden als Sauštatar. Solche Verbindungen dienen der Bestimmung zeitgleicher Herrschaften. Sie ergeben keine fortlaufende Biografie. Ein einzelner Name kann die Rekonstruktion der Dynastie verändern. [1]

Die Gleichsetzung mit Shuttarna

Shigeo Yamada schlug 2011 vor, Saitarna mit Shuttarna I., Sohn Kirtas, zu identifizieren, bei unsicherer Stellung gegenüber Parattarna. Er verwies auf Shuttarnas von Sauštatar wiederverwendetes Siegel auf einer Alalakh-Tafel. [2] Auch Stefano de Martino kennt Kirta über das Siegel seines Sohnes. [3] Ein älteres Herrschersiegel konnte später genutzt werden; Dokumentdatum und Lebenszeit des Siegelinhabers sind getrennt zu prüfen.

Eine andere Reihenfolge

Mladjov folgert aus Qiš-Addus früherem Auftreten als Statthalter statt König, dass Sauštatar den anderen vorausging. Er unterscheidet Sa’itarna deshalb von Shuttarna I. und II. und setzt ihn zwischen Sauštatar und Artatama I. Die Einordnung nach Parattarna II. bleibt ein Vorschlag. Um 1425 v. Chr. ist ein ausdrücklich vorläufiger chronologischer Ansatz, keine datierte Thronbesteigung. [1]

Der größere Zusammenhang

De Martino verortet Mitannis Kerngebiet am oberen Khabur und beschreibt Herrschaftsbereiche am mittleren Tigris und Euphrat. Er betont die geringe Zahl erhaltener Texte gegenüber zeitgenössischen Staaten. [3] Sa’itarnas Belege betreffen Namen, Zeitbeziehungen und konkurrierende Identifizierungen; bestimmte Feldzüge oder Eheverhandlungen sind damit nicht dokumentiert.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Ian Mladjov, The Kings of Mittani in Light of the New Evidence from Terqa, N.A.B.U. 2019/1, no. 22, pp. 33–36.
  2. Shigeo Yamada, An Adoption Contract from Tell Taban, the Kings of the Land of Hana, and the Hana-style Scribal Tradition, Revue d’Assyriologie 105 (2011), pp. 61–84; discussion on p. 61.
  3. Stefano de Martino, The Mittanian Cuneiform Documents: The Interplay between Content, Language, Material, Format, and Sealing Practices, 2024, pp. 207–219; opening overview, University of Turin record.