Sultan Sahak oder Ishaq ist eine zentrale Gestalt yarsanischer Heilsgeschichte und gilt als göttliche Manifestation. Seine frühe Chronologie bleibt unsicher.

Besucher mit weißem Kopftuch und braunem Umhang vor Sultan Sahaks steinverkleidetem Schrein mit grünem Dach und felsigen Hügeln dahinter
Besucher am vom Fotografen als Sultan Sahaks Schrein bezeichneten Ort, 24. Juni 2022. Die Person ist ein heutiger Besucher. © ملا قاسم (Molla Qasem) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons.

Geschichte und Heiligkeit

Halm verbindet Sultan mit der religiösen Organisation in Guran und nennt allgemein das 14. oder 15. Jahrhundert. [1] Arushanyans Untersuchung von 2026 betont Widersprüche zwischen mündlicher Überlieferung, Heilserzählungen und Urkunden. Eine Stiftung für Baba Yadgar aus dem 16. Jahrhundert gehört zu den behandelten Belegen. Ein sicheres Geburtsdatum Sultans ergibt sich daraus nicht. [2]

Familienerzählungen

During diskutiert Überlieferungen über Vater Scheich Isi und Bruder Scheich Musa als wichtige Sufis. Eine Beziehung zu Ali Hamadani könne geistige Zugehörigkeit statt biologischer Abstammung ausdrücken. Manche Episoden gelten einmal Sultan, andernorts seinem Vater. [3]

Perdiwar und Zugehörigkeit

Halm verortet den Schrein in Perdiwar im Gurani-Gebiet und beschreibt Sultans Verehrung als göttliche Manifestation in den verschiedenen Zweigen. Sar-sepordan verbindet einen Neuling mit einem Pir. Benyamin und der göttliche Bund gehören zur Deutung dieser Beziehung. [1]

Texte und Vielfalt

Kreyenbroek unterscheidet Perdiwari-Gedichte von späteren Werken; neben literarischem Gurani nennt er türkische, persische und kurdische Texte. Manuskript, Gedächtnis, Erklärung und Druck wirken zusammen; Ausgaben unterscheiden sich in Auswahl und Reihenfolge. [4] Er beschreibt neben der kurdischen Mehrheit eine türkischsprachige Gruppe und Unterschiede zwischen Guran und Sahne im Verhältnis zum Islam. [4] Der heutige Schreinbesuch ist ein anderer Beleg als mittelalterliche Chronologie.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Heinz Halm, Ahl-e Ḥaqq, Encyclopaedia Iranica I/6, 1984, pp. 635–637.
  2. Arpine Arushanyan, A Historical Overview of the Formation and Development of the Ahl-e Haqq Community, Bulletin of the Institute of Oriental Studies 6/1, online first, 14 August 2026; abstract. DOI: 10.52837/27382702-2026.6.1-32.
  3. Jean During, A Critical Survey on Ahl-e Haqq Studies in Europe and Iran, in Alevi Identity: Cultural, Religious and Social Perspectives, Swedish Research Institute in Istanbul Transactions 8, 1998, pp. 105–126; especially pp. 113–116.
  4. Philip G. Kreyenbroek, The Religious Textual Heritage of the Yārsān (Ahl-e Haqq), Oral Tradition 35/2, 2022, pp. 331–340; especially pp. 331–338.