Vayu erscheint in avestischen Hymnen und späteren mittelpersischen Schriften. Getrennte Lektüre klärt Bitten, Tod, Kalender und Oesho-Bilder.

Namen und Kalender
Malandra unterscheidet Vayu als göttlichen Eigennamen von Vata, das sowohl Gottheit als auch natürlichen Wind bezeichnet. [1] Im Sih Rozag wird Vayu mit Raman am Tag 21 angerufen; Tag 22 gehört Vata. [1] Hymnentitel, göttliche Namen und Kalenderordnung sind daher auseinanderzuhalten.
Bitten im Ram Yasht
In Darmesteters Übersetzung erhält Ahura Mazda Hilfe gegen Angra Mainyus Schöpfung (15.2–5). Azhi Dahakas Wunsch, die Welt menschenleer zu machen, wird abgelehnt (15.19–21). Hutaosa erbittet Aufnahme in Vishtaspas Haushalt, junge Frauen gute Ehemänner (15.35–41). Die Verehrungsformel nennt den zum Guten Geist gehörenden Aspekt. [2] Die Bitten betreffen Schutz und häusliches Leben; sie erzählen keinen zufälligen Seitenwechsel mit jeder Böe.
Tod und späterer Way
Malandra unterscheidet Guten und Bösen Way in den Pahlavi-Büchern. [1] Bundahishn 28.35 verbindet in Wests Übersetzung Astwihad mit dem bösen, lebensnehmenden Vay und Bildern von Lethargie, Fieber und Tod. [3] Das ist mittelpersische religiöse Darstellung, keine medizinische Erklärung. Ihre Details dürfen nicht unterschiedslos auf jede avestische Stelle übertragen werden.
Bild und Beleggrenzen
Malandra verbindet den Namen Oesho auf Kuschanmünzen mit Vayu. [1] Das Met bestimmt die baktrische Tafel des ungefähr dritten Jahrhunderts als Shiva/Oesho: indische Götterikonografie, iranische Komposition und griechisch-römische Modellierung. [4] Es ist ein Vergleichsobjekt, kein direktes Porträt des avestischen Vayu. Diese Texte und dieses Objekt belegen keine Vayu-Verehrung innerhalb einer namentlich bestimmten kurdischen Gemeinschaft.
Quellen und weiterführende Literatur
- William W. Malandra, Vayu, Encyclopaedia Iranica, 17 September 2014, updated 20 July 2015; language, calendar, Pahlavi interpretation and Oesho.
- Avesta, Ram Yasht 15, translated by James Darmesteter, Sacred Books of the East, American edition 1898; especially 15.2–5, 19–21 and 35–44.
- Bundahishn, translated by Edward William West, Sacred Books of the East 5, edition identified in the digital text as 1897, chapter 28.35, printed p. 39.
- Metropolitan Museum of Art, Panel fragment with the god Shiva/Oesho, Bactria, Kushan, ca. third century CE, accession 2000.42.4; curatorial object description.
- Metropolitan Museum of Art open-access image, Panel fragment with the god Shiva-Oesho MET DT917, Wikimedia Commons, CC0.