Die Forschung beschreibt drei erbliche Gruppen, geistliche Bindungen und besondere Ämter. Mişûr-Handschriften dokumentieren Beziehungen zwischen Pir-Familien und Anhängern.

Steinerne Heiligtumsgebäude in Lalisch mit zwei gerippten Kegelspitzen, Flachdächern und bewaldeten felsigen Hügeln
Lalisch, fotografiert von Lamacchiacosta am 10. März 2018. Das Heiligtum bildet den institutionellen Zusammenhang; das Bild belegt keine Gruppenzugehörigkeit oder soziale Rangordnung. [4] Photo: Lamacchiacosta, 10 March 2018, CC BY-SA 4.0.

Erbliche Gruppen

Omarkhali beschreibt Scheichs, Pirs und Muriden als drei durch Geburt bestimmte erbliche Gruppen, häufig Kasten genannt. Scheichs und Pirs bilden die Geistlichkeit, Muriden die Mehrheit der Gläubigen. Die pênc-ferz-Beziehungen umfassen unter anderem Scheich, Pir und einen Bruder oder eine Schwester des Jenseits. [1] Die Gruppenzugehörigkeit misst weder Beruf und Einkommen noch das Wissen eines Einzelnen.

Führung und Familien

Allison erläutert erbliche Beziehungen eines Muriden zu einer Scheich- und einer Pir-Familie sowie Beiträge an beide. Die Unterscheidung betrifft Abstammung, nicht einfach zwei getrennte Aufgabenlisten. Scheichs haben die Gruppen Schamsani, Adani und Qatani; Pirs eigene Unterteilungen. [2] Die Beziehungen zwischen Familien sind deshalb ebenso wichtig wie die Namen der Gruppen.

Handschriftliche Belege

Pirbari und Mossaki untersuchen den Mişûr des Pir Omar Khalan. Von Pir-Familien bewahrte und kopierte Handschriften verzeichnen zugeordnete Anhängergruppen. Besuche, geistliche Anleitung und Segnungen stehen neben Beiträgen der Anhänger. Eine Abschrift ist nicht automatisch ein erhaltenes Original des 13. Jahrhunderts. Die Autoren unterscheiden heilige Erzählung und historische Chronologie. [3]

Heirat und Ämter

Omarkhali dokumentiert Heiratsgrenzen zwischen Gruppen, weitere Abstammungsregeln und 2017 deren Schwierigkeiten für junge Menschen in der Diaspora. Mir, Baba Scheich und Pesch Imam sind besondere Ämter. [1] Allison behandelt Qewwals aus dem Umfeld von Baschiqa und Bahzani mit Hymnenvortrag, Daf und Schebab. [2] Erbliche Gruppe, Amt und besondere Praxis dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Khanna Omarkhali, The Yezidi Religious Textual Tradition: From Oral to Written, Harrassowitz (2017), introduction, 27–28; university-hosted extract.
  2. Christine Allison, Yazidis i. General, Encyclopaedia Iranica, 20 July 2004, updated 24 January 2017; Social and religious groups.
  3. Dimitri Pirbari and Nodar Mossaki, A Yezidi Manuscript: Mišūr of Pir Omar Khalan, Its Study and Critical Analysis, The Near East and Georgia 14 (2022), English text, 1–5.
  4. Lamacchiacosta, Lalish panorama, 10 March 2018; own photograph, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.