Gebete und Schöpfungstexte erklären den Himmel als Schöpfung, Schutzmacht und Namensgeber des siebenundzwanzigsten Tages.

Sternenhimmel und Milchstraße über einem beleuchteten Backsteinminarett und Kuppelmausoleum in Sangbast
Sangbast, Khorasan, 2024, Mjkhoshnood. Moderne Himmelsaufnahme; die Gebäude sind kein Heiligtum Asmans. © Mjkhoshnood · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons.

Die erste materielle Schöpfung

Āsmān bezeichnet Himmel und Himmelsgewölbe. Der Indianische Bundahishn unterscheidet geistiges Vorhandensein und materielle Schöpfung. In Wests Übersetzung nennt 1.28 nacheinander Himmel, Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen. Die Vorrangstellung des Himmels gehört zu dieser Kosmogonie. Daraus folgt weder eine menschliche Biografie des Schutzgeistes noch eine Datierung aller überlieferten Texte. [1] [2]

Palast, Gewand und Schutz

Yasht 13.1–3 verbindet den erhaltenen Himmel mit der Hilfe der rechtschaffenen Fravashis. Der Himmel erscheint als prächtiger Palast und sternengeschmücktes Gewand. Kapitel 6 des Bundahishn zeigt den Himmelsgeist als gepanzerten Krieger. Er und die Fravashis versperren dem eingedrungenen Bösen Geist den Rückweg. Das bedeutet nicht, dass das Böse niemals in die Schöpfung gelangt wäre. [2] [3]

Mehrere kosmologische Beschreibungen

Der Größere Bundahishn 26.76 unterscheidet geistigen und getragenen Himmel. Die Überlieferungen vergleichen dessen Stoff mit Stein, Metall oder Glas; nicht jede Formulierung meint dasselbe Material. Auch vier, sechs oder sieben Himmelsebenen werden beschrieben. Wests Kapitel 5 erklärt Sonnenwege durch Öffnungen am kosmischen Alburz. Diese religiöse Kosmografie ist keine moderne astronomische Messung. [1] [2] [4]

Der siebenundzwanzigste Tag

Siroza 2 ordnet Anrufungen den dreißig benannten Tagen zu. Nummer 27 gilt dem strahlenden Himmel und der glückseligen Wohnstätte der Gerechten; Nummer 28 wendet sich der Erde zu. Asmans Tag ist damit liturgisch genau verortet. Er fällt nicht automatisch auf den 27. eines gregorianischen Monats. Gebet und Schöpfungserzählung erschließen unterschiedliche Seiten des heiligen Himmels. [5]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Ahmad Tafazzoli, “Āsmān”, Encyclopaedia Iranica II, pp. 770–771 (1987); comparison of cosmological texts, substances, levels and the guardian of the sky.
  2. Bundahishn, Indian recension, translated by E. W. West, Pahlavi Texts I (1880): 1.8 and 1.28 on creation; chapter 5 on solar routes; chapter 6 on the sky’s defence and the Evil Spirit’s attempted retreat.
  3. Frawardin Yasht 13.1–3, translated by James Darmesteter; primary prayer on the fravashis, the sustained sky, palace and garment imagery.
  4. Greater Bundahishn, translated by Behramgore Tehmuras Anklesaria, chapter 26.76; primary passage distinguishing the spiritual sky and the sky it holds.
  5. Siroza 2.27–28, translated by James Darmesteter; the invocations for Asman and the earth on consecutive named days.
  6. Mjkhoshnood, night sky above Sangbast, Khorasan (2024), Wikimedia Commons; photograph released under CC BY 4.0.