Ihre Aussagen, Tonträger und die spätere Archivarbeit erschließen eine vielfältige musikalische Laufbahn.

Männer um einen kleinen Teetisch im Hof eines dunklen Steinhauses mit Bögen, Holztüren und Mala-Dengbêjan-Banner
Mala Dengbêjan, Diyarbakır, 5. November 2010, MikaelF. Späteres Bild der Gesangstradition; Ayşe Şan ist nicht abgebildet. CC BY-SA 3.0. © MikaelF · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons.

Herkunft und Zeugnis

Ayşe Şan wurde 1938 in Diyarbakır geboren, nicht in Dersim. Der 2018 von PİRHA veröffentlichte, einem irakischen Radioauftritt von 1979 zugeordnete Interviewtext nennt ihren Vater Osman als Dengbêj. Sie erinnert an Sänger im Elternhaus, religiöse Rezitation und Widerstände gegen öffentliche Auftritte. Das sind zugeschriebene persönliche Erinnerungen, keine lückenlose amtliche Biografie. [1]

Radio und Tonträger

Sie berichtet von türkischen Liedern im Radio von Antep und ersten Schallplattenaufnahmen 1963 in Istanbul, darunter gemischtsprachiges Repertoire und Ez Xezalim. Reigle dokumentiert sie unter den Interpreten kurdischer 45er-Schallplatten sowie bei Türkofon in Deutschland. Er unterscheidet diese von den später verbreiteten Kassetten. Eine Wiederveröffentlichung datiert deshalb nicht automatisch die ursprüngliche Aufnahme. [1] [2]

Migration und Archiv

Das Zeugnis nennt Konzerte in den Niederlanden und Deutschland sowie einen BBC-Auftritt. Ihre Erinnerungen an Tochter und Mutter geben persönlichen Verlusten Raum. Zeynep Yaş beschreibt die Suche nach verstreuten Unterlagen und Aufnahmen. Mit Hilmi Akyol entstand Ez Eyşe Şan im; hinzu kam eine zwölf CDs umfassende Yadgarî-Sammlung. Diese Arbeit erklärt den Nachruhm konkreter als ein unbelegter Rang als größte Sängerin aller Traditionen. [1] [3]

Die Rückkehr 2025

Şan starb am 18. Dezember 1996 in İzmir und wurde zunächst dort begraben. Am 18. Juni 2025 erfolgte die Überführung nach Diyarbakır und Beisetzung auf dem Yeniköy-Friedhof. Bağlar berichtet von Frauen, die den Sarg trugen, Familie und Gesang. Die Großstadtgemeinde nennt ihre Unterstützung und den Wunsch der Sängerin nach Bestattung am Geburtsort. Die ältere unerfüllte Bitte ist damit überholt. [4] [5]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Özgür Utuş, “Ezber bozan kadın: Ayşe Şan”, PİRHA, 13 December 2018; extended first-person interview transcript introduced as testimony from a 1979 Iraqi radio appearance. Used with explicit attribution, rather than as a verified audio edition.
  2. Robert F. Reigle, “A Brief History of Kurdish Music Recordings in Turkey”, Hellenic Journal of Music, Education and Culture 4 (2013), article 2; Kurdish 45-rpm records, Türkofon issues by Şan and the later spread of cassettes.
  3. Faik Bulut, interview and profile of Zeynep Yaş, Independent Türkçe, 23 January 2022; first-person archival research, the Hilmi Akyol collaboration, Ez Eyşe Şan im and Yadgarî collections.
  4. Bağlar Municipality, “Ayşe Şan’ın naaşı 29 yıl sonra Diyarbakır’a getirildi”, 18 June 2025; primary account of the transfer, women carrying the coffin and burial at Yeniköy.
  5. Diyarbakır Metropolitan Municipality, “Sanatçı Ayşe Şan’ın cenazesi 29 yıl sonra Diyarbakır’a getirildi”, 18 June 2025; death in İzmir on 18 December 1996, municipal support and fulfilment of the burial request.
  6. MikaelF, Mala Dengbêjan, Amed, 5 November 2010, Wikimedia Commons; dated contextual photograph under CC BY-SA 3.0.