Ritueller Dienst, gemeinsames Essen, heilige Lieder und Wissensvermittlung.

Tanbur-Bauer im hellgrünen Hemd in einer Werkstatt mit birnenförmigen hölzernen Instrumentenkörpern an den Wänden und Werkzeug auf einer Bank
Werkstatt in Kerend-e Gharb, Provinz Kermanshah, 2020. DTH-BD-NVT, CC BY-SA 4.0. Instrumentenbau, keine Jam-Zeremonie; Name des Handwerkers nicht angegeben. © DTH-BD-NVT · 2020 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons.

Versammlung und Rollen

Der Jam ist eine zentrale Versammlung der Yarsan, auch Ahl-e Haqq und im Irak Kaka’i genannt. Kreyenbroek beschreibt ihre überwiegend mündlich vermittelte religiöse Überlieferung. [2] Hamzeh’ee unterscheidet Leiter, Vertreter, Rezitator und Diener der Versammlung sowie den Sitzkreis. Teilnehmerzahlen hängen auch davon ab, ob Amtsträger mitgezählt werden und eine Initiation stattfindet. Gleiche Behandlung beseitigt nicht die unterschiedlichen Aufgaben. [1]

Gaben und Gesang

Gesegnete Speisen und Wasser werden verteilt. Hamzeh’ee beschreibt Brot mit Opferportionen und Anteile für Menschen außerhalb des Kreises. Fehlen Musiker oder Rezitator, kann der Jam auch ohne Musik stattfinden. [1] Kreyenbroek schildert Wechselgesang mit Tanbur, rhythmisches Klatschen und die Verlangsamung zum Ende. Er unterscheidet kurze Lieder und längere Texte; Literarisches Gurani ist wichtig, aber nicht die einzige Sprache. [2] Veisi Hasar erklärt die Vielfalt der Texte und Schwierigkeiten eines einheitlich abgeschlossenen Kanons. [4]

Lernen und heiliger Kontext

Hooshmandrads neunzehnjährige Forschung in Guran verbindet Melodie, Text, Körperpraxis, Umgangsformen und Lehrerbeziehungen. Sina wa sina bezeichnet eine persönliche, verkörperte Weitergabe. [3] Die Schöpfungserzählung vom ersten Jam Gottes und der Sieben ist heilige Kosmologie. [2] Regionale Beschreibungen und Vergleiche mit Aleviten sind keine identischen Regeln für alle Gemeinschaften. [1] [3]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. M. Reza Fariborz Hamzeh’ee, Jam (Religious Ceremony), Encyclopaedia Iranica XIV/4 (2008), pp. 428–430, updated 2012; fieldwork on roles, offerings, participation and music.
  2. Philip G. Kreyenbroek, The Religious Textual Heritage of the Yārsān (Ahl-e Haqq), Oral Tradition 35/2 (2022), pp. 331–340; ritual, languages and textual categories.
  3. Partow Hooshmandrad, Religious Musical Knowledge and Modes of Transmission among the Kurdish Ahl-e Haqq of Gurān, Oral Tradition 35/2 (2022), pp. 341–362; fieldwork, embodied knowledge and sina wa sina.
  4. Rahman Veisi Hasar, Canonization and Sacred Text in the Yārsān Religion, Iranian Studies 57/1 (2024), pp. 47–72, DOI 10.1017/irn.2023.65; research abstract.
  5. DTH-BD-NVT, tanbur-maker’s workshop, Kerend-e Gharb, Kermanshah Province, 2020; own-work photograph, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.