Ibn al-Hadschib (1175–1249) war malikitischer Jurist und arabischer Grammatiker. Seine Handbücher trennen Satzbau und Wortbildung; Kommentare und Randnotizen zeigen ihre spätere Nutzung.

Arabische Handschrift mit schwarzem Text im roten Rahmen, roten Hervorhebungen und zahlreichen Randnotizen
Al-Schafiya, McGill MS ISL 44, spätere Abschrift laut Katalog 1135 H/1722; PDF-Seite 17. Kein Autograf. Gemeinfreie Digitalisierung über Wikimedia Commons. Al-Shafiya · McGill Library MS ISL 44 · Wikimedia Commons · Public domain. PDF page 17 rendered without creative changes.

Name und Lebensdaten

Er hieß Abu Amr Dschamal al-Din Uthman ibn Umar ibn Abi Bakr ibn Yunus. TDV nennt Esna in Oberägypten als Geburtsort 570 H/1175 und Alexandria als Sterbeort 646 H/1249. Seine Familie kam aus Tiflis; der Vater war Kammerherr in Qus. [1] Herkunft allein beweist keine ethnische Identität.

Lehre im Ayyubidenraum

Nach der Ausbildung in Kairo lehrte er ab 609 H/1212 an der Faziliyya und kam 617 H/1220 nach Damaskus. Er unterrichtete im malikitischen Umfeld der Umayyadenmoschee. Al-Nasir Dawud lud ihn 633 H/1235 nach Kerak ein; dort versifizierte er al-Kafiya als al-Wafiya. Später kehrte er nach Ägypten zurück. [1] Die Laufbahn verbindet mehrere Bildungszentren.

Al-Kafiya: Satzbau

Das Nahw-Handbuch gliedert sich in Nomen, Verben und Partikeln. Es nutzt und überarbeitet al-Zamachscharis al-Mufassal. [2] Gegenstand sind grammatische Beziehungen zwischen Wörtern im Satz. Die drei Teile helfen Lernenden, die behandelte Wortklasse und zugehörige Konstruktionen zu finden.

Al-Schafiya: Wortbildung

Das Werk behandelt Sarf und Rechtschreibung: Grund- und Erweiterungsmuster, Verbformen, Partizipien, Verbalnomen, Verkleinerung, Relationsadjektive und Plurale. Hinzu kommen Laut- und Buchstabenänderungen, Assimilation, Übungen und Orthografie. [3] Syntax untersucht Wortbeziehungen im Satz, Morphologie die Wortformen selbst. Die Bücher ergänzen einander.

Eine spätere Abschrift

McGill MS ISL 44 vereint al-Schafiya mit weiteren Abhandlungen. Der Katalog nennt 1135 H/1722, rote Hervorhebungen und türkisch-arabische Randglossen. [4] Das Bild trennt gerahmten Haupttext und umgebende Anmerkungen. Es belegt spätere Überlieferung, nicht die Handschrift oder das Aussehen des Autors.

Kommentare als Unterrichtsmaterial

Zu den Kommentatoren der al-Kafiya gehören al-Radi al-Astarabadi und Dschami. TDV beschreibt auch ihren Platz im osmanischen Grammatikunterricht. [2] Grundtext, erklärender Kommentar und Lesernotiz sind verschiedene Schichten. Sie zeigen Bildungsgeschichte genauer als die unbelegte Behauptung einer alleinigen Standardisierung des Arabischen.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Hulusi Kılıç, İbnü’l-Hâcib, TDV İslâm Ansiklopedisi (2000), biographical section.
  2. Hulusi Kılıç, el-Kâfiye, TDV İslâm Ansiklopedisi (2001), structure, sources and commentary tradition.
  3. Hulusi Kılıç, eş-Şâfiye, TDV İslâm Ansiklopedisi (2010), morphology, exercises and spelling.
  4. Al-Shafiya, McGill Library MS ISL 44, catalogue description and public-domain manuscript scan; selected opening pages.