Kamus ist in Ferdowsis Schahname ein Verbündeter Turans. Er kämpft gegen Giv und Tus, tötet Alva und wird von Rostam lebend gefangen. Sein Schicksal unterscheidet sich vom vorherigen Duell mit Ashkabus.

Handschriftenmalerei: Rostam steht mit Bogen dem berittenen Ashkabus gegenüber; zwei Heere beobachten von felsigen Hügeln
Das vorherige Duell mit Ashkabus, nicht Kamus: Blatt 268 v aus Schah Tahmasps Schahname, um 1525–1530, Mirza Muhammad Qabahat zugeschrieben. Met 1970.301.40; gemeinfrei. The Metropolitan Museum of Art · Gift of Arthur A. Houghton Jr., 1970 · Open Access / public domain.

Feldzug und Ortsname

Kamus erscheint im Krieg unter Kay Khosrow. Afrasiab schickt ihn und den Khan von Chin zur Unterstützung Pirans; Tus’ Heer ist am Berg Hamavan bedrängt. Die Warner-Übersetzung 1908 nennt den Abschnitt Geschichte des Kamus von Kashan. Ihre Anmerkung bevorzugt einen Ort in Ferghana, diskutiert aber auch eine persische Zuordnung. [1] Der Beiname beweist keinen dokumentierten Geburtsort in der heutigen zentraliranischen Stadt.

Giv, Tus und Ashkabus

Giv schießt Pfeile; Kamus trifft ihn und zerschlägt seine Lanze. Tus hilft, verliert sein Pferd und kämpft zu Fuß weiter. Mit der Nacht endet der Kampf; beide überleben. [1] Ashkabus ist ein anderer Gegner: Rostam kämpft zu Fuß und tötet ihn mit einem Pfeil. Das Met-Bild zeigt dieses vorherige Duell. [2] Die Trennung verhindert eine Vermischung von Bogen, Lasso und unterschiedlichen Todesfällen.

Alvas Tod und Gefangennahme

Später fordert Kamus die iranischen Reihen heraus. Rostams ausgebildeter Speerträger Alva tritt an. Kamus stößt ihn vom Pferd und zertrampelt ihn. Rostam nähert sich mit Keule und Lasso. Kamus verspottet das Seil und durchschlägt Rakhshs Panzerung, verletzt das Pferd jedoch nicht. Rostam wirft die Schlinge, zieht sie im Wegreiten fest, wirft Kamus nieder und bindet seine Hände. Er bringt den Gefangenen zurück. [1] Gefangennahme und Tötung sind getrennte Schritte.

Ein Tod beendet nicht den Krieg

Rostam wirft den Gebundenen vor die Anführer; Krieger verlassen ihre Reihen und töten ihn mit Schwertern. Ferdowsi reflektiert über Schicksal, Leid und Grenzen des Mutes. Der folgende Abschnitt behandelt den Khan von Chin, die Trauer um Kamus und die Suche nach der Identität des Gegners. Verhandlungen und Kämpfe gehen weiter. [1] Der Fall verändert den Feldzug, löst das verbündete Heer aber nicht sofort auf.

Spannung und Erkennen

Kumiko Yamamoto untersucht die Unsicherheit um Rostams Auftreten. In ihrer Analyse vermutet Kamus, der unbekannte Kämpfer könne Rostam sein; Piran widerspricht, weil erwartete Erkennungszeichen fehlen. Sie verbindet die Begegnungsfolge mit Spannung und verzögertem Erkennen. [3] Wissen, Erwartung und Fehlidentifikation bestimmen das Verständnis der Gegner von der Gefahr. Die Episode ist daher mehr als eine Siegesliste.

Handschriftenbilder

Walters katalogisiertW.602.207 A als Rostams Gefangennahme und Tötung des Kamus. Muhammad Mirak vollendete die Haupthandschrift 1618–1619, wahrscheinlich in Herat; einige andere Illustrationen kamen später hinzu. [4] Das Met-Blatt zeigt Ashkabus in einer anderen Handschrift aus Täbris um 1525–1530. [2] Solche Objekte bezeugen das illustrierte Weiterleben des Epos, keine historische Biografie des Kamus.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Ferdowsi, The Shahnama of Firdausi, translated by Arthur George Warner and Edmond Warner, vol.III, 1908, pp.108–109,168–170,179–181,187–193. Public-domain translation.
  2. The Metropolitan Museum of Art, The Combat of Rustam and Ashkabus, folio268v, ca.1525–1530, object1970.301.40; curatorial account and public-domain image.
  3. Kumiko Yamamoto, From storytelling to poetry: The oral background of the Persian epics, SOAS PhD thesis, 2000, p.127.
  4. The Walters Art Museum, Rustam Captures and Kills Kamus, W.602.207A, and parent manuscript W.602 catalogue.