Die Debatte über Selbstverwaltung in Ninive und im Nordirak sollte bei den Rechten der Menschen beginnen, deren Leben, Häuser und Zukunft Gegenstand dieser Entscheidungen sind. Aus der Perspektive des Einsatzes für kurdische Rechte muss jeder Vorschlag zu Gebietsgrenzen an der Beteiligung der Menschen und der Sicherheit von Zivilisten gemessen werden. Derselbe Maßstab ist für Assyrer, Araber, Jesiden, Turkmenen, Schabak und andere Bewohner erforderlich. Dieser Artikel vertritt die Auffassung, dass keine Gemeinschaft zum Instrument der Eindämmung einer anderen werden darf. Selbstverwaltung ist dann vertretbar, wenn sie der Bevölkerung mehr Gehör verschafft.
Der Vorschlag des Autors und der Gegenstand der Kritik
Namrod Khoshaba sprach sich in einem am 2. Februar 2026 in „The Assyria Post“ veröffentlichten Beitrag für türkische Unterstützung einer assyrischen autonomen Region im Nordirak aus. Als gewünschte Ausdehnung nannte er die gesamte irakisch-türkische Grenze und beschrieb die Unterbrechung der geografischen Verbindung zwischen kurdischen Gebieten als eine ihrer Funktionen. Dies ist der Vorschlag dieses Autors. Er darf weder als Beschluss der türkischen Regierung noch als Meinung aller Assyrer verstanden werden. Khoshabas Beitrag über türkische Unterstützung einer assyrischen Region.
Die zentrale Kritik richtet sich gegen genau diese Zielsetzung. Wenn eine Verwaltungseinheit mit dem Ziel konzipiert wird, Angehörige einer ethnischen Gruppe voneinander zu trennen, welchen Stellenwert haben dann die Interessen und Wünsche der Bewohner selbst? Wie wird bei ausländischer Unterstützung die Rechenschaftspflicht gegenüber den Entscheidungen der örtlichen Bevölkerung sichergestellt? Diese Fragen erfordern eine klare politische Antwort. Aus dem Vorschlag allein lassen sich allerdings weder eine erfolgte Zwangsvertreibung noch ein Beschluss zu militärischen Operationen ableiten. Sorgen über die Folgen einer Politik müssen von unbelegten Behauptungen über tatsächliche Ereignisse getrennt bleiben.
Der verfassungsrechtliche Rahmen und unterschiedliche Verfahren
Die irakische Verfassung: Anerkennung der Region Kurdistan (117); ein Referendumsverfahren zur Bildung einer Region aus einem oder mehreren Gouvernements (119); garantierte administrative, politische, kulturelle und bildungsbezogene Rechte der Gemeinschaften, gesetzlich zu regeln (125). UNAMI-Übersetzung.
Nach der Analyse dieses Artikels muss jede vorgeschlagene Karte klare Fragen beantworten: Was verändert dieser Vorschlag im Alltag der Menschen, und wie können seine Gegner Gehör finden? Auch Befürworter kurdischer Selbstverwaltung sollten von ihren eigenen Vorschlägen dieselbe Transparenz verlangen. Die politische Bewertung eines Vorhabens darf sich nicht allein auf das Kräfteverhältnis bewaffneter Akteure oder die Unterstützung einer ausländischen Hauptstadt stützen. Die freie Beteiligung der Bürger muss im Mittelpunkt der Beurteilung stehen.
Unrecht wiedergutmachen und das Leben nach der Vertreibung
Human Rights Watch beschrieb in seinem Bericht von 2009 die Vertreibung von Kurden und anderen Minderheiten im Zuge der Arabisierungspolitik früherer irakischer Regierungen. Die Organisation betonte zugleich, dass die Wiedergutmachung früheren Unrechts keine ausschließliche Kontrolle einer ethnischen Gruppe über umstrittene Gebiete rechtfertigt. Für die hier formulierte Kritik ist diese Unterscheidung wichtig: Das Recht auf Rückkehr und Entschädigung darf nicht zum Vorrecht werden, anderen ihr Recht auf Beteiligung zu nehmen. Bericht von Human Rights Watch über die umstrittenen Gebiete Ninives.
Die im August 2023 erschienene Studie der Internationalen Organisation für Migration zu dauerhaften Lösungen für Binnenvertreibung im Gouvernement Ninive nannte zerstörte Wohnungen und fehlende Erwerbsmöglichkeiten als wichtige Rückkehrhindernisse. Unter den befragten vertriebenen Haushalten führten 70 Prozent die Zerstörung ihres Hauses und 65 Prozent fehlende Erwerbsmöglichkeiten als Gründe dafür an, nicht zurückzukehren. Diese Ergebnisse beziehen sich auf diese Studie und ihren Erhebungszeitraum. Sie zeigen, dass bei der Bewertung der Zukunft der Region auch die Lebensbedingungen berücksichtigt werden müssen. Internationale Organisation für Migration, „Progress Toward Durable Solutions in Iraq“, August 2023.
Dieser Artikel schlägt vor, jedes Vorhaben anhand praktischer Fragen zu beurteilen: Wie werden Häuser geschützt, wo werden Eigentumsstreitigkeiten behandelt, und wie werden friedliche Gegner angehört? Der Einsatz für Kurdistans Stellung muss mit der Unterstützung gleicher Rechte seiner Nachbarn verbunden sein. Auch Assyrer müssen administrative und kulturelle Forderungen vorbringen können, ohne dass ihre Identität herabgewürdigt wird. Ein Dialog über Grenzen und Selbstverwaltung ist dann wertvoll, wenn keine Familie andere verleugnen muss, um ihr Zuhause, ihre Sprache oder ihr Wahlrecht zu bewahren.
Redaktioneller Hinweis: Diese Fassung wurde anhand der verlinkten Quellen neu bearbeitet. Die Zuschreibung des politischen Vorschlags wurde am Originalbeitrag überprüft. Unbestätigte Behauptungen, ethnische Verallgemeinerungen und nicht überprüfte Bilder wurden entfernt.