Einleitung

Paveh (kurdisch: Pawe) ist eine kurdische Stadt in den Bergen des westlichen Iran und das wichtigste Zentrum der iranischen Seite Hawramans, einer der eigenständigsten Kulturlandschaften ganz Kurdistans. Ihre Häuser steigen in übereinanderliegenden Terrassen einen steilen Berghang hinauf. Das Dach eines Hauses bildet dabei den Hof des nächsten, mit Blick auf tiefe Täler nahe der irakischen Grenze.

Hawraman ist für seine Terrassendörfer, alten Bräuche und eigene kurdische Sprache bekannt. 2021 wurde die Region in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Dieses Porträt behandelt Paveh und die bemerkenswerte Hochlandwelt, zu der es gehört.

Das Wichtigste

• Paveh (kurdisch: Pawe) ist eine kurdische Stadt in der Provinz Kermanschah im Westen des Iran (Rojhelat).

• Es ist der wichtigste Ort der iranischen Seite Hawramans (Uramanat), einer eigenständigen kurdischen Gebirgsregion.

• Paveh ist für seine stufenweise Terrassenarchitektur an einem steilen Berghang berühmt.

• Hawraman besitzt seine eigene kurdische Sprache, Hawrami (Gorani), und alte Traditionen wie die Pir-Shalyar-Zeremonie.

• Die Kulturlandschaft Hawraman/Uramanat wurde 2021 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Kurzprofil

Kurdische Bezeichnung: Pawe

Land / Region: Iran (Rojhelat / Ostkurdistan)

Provinz: Kermanschah

Kulturregion: Hawraman (Uramanat)

Sprache: Hawrami (Gorani), Kurdisch

Bekannt für: Terrassenarchitektur am Berghang

Erbe: UNESCO-Welterbe (Hawraman, 2021)

Bevölkerungsgruppen: Kurden (überwiegend Sunniten)


Inhaltsverzeichnis

Wo liegt Paveh?

Die Terrassenstadt

Hawraman: Eine eigene Welt

Sprache, Heilige und Tradition

Paveh heute

Zeittafel

Häufige Fragen

Verwandte Personen, Orte und Themen

Quellen und weiterführende Literatur


Wo liegt Paveh?

Paveh liegt im äußersten Westen des Iran, im nordwestlichen Winkel der Provinz Kermanschah, hoch in den Bergen Hawramans nahe der irakischen Grenze. Es befindet sich in einer der schönsten Hochlandlandschaften Kurdistans, unweit von Marivan in der Provinz Kurdistan und innerhalb derselben Bergwelt, die sich über die Grenze nach Irakisch-Kurdistan erstreckt.

Die Landschaft ist steil und gefaltet, ein Land terrassierter Hänge, Walnuss- und Granatapfelgärten, Eichenwälder und Dörfer, die an nahezu senkrechten Berghängen haften.

Die Terrassenstadt

Pavehs auffälligstes Merkmal ist seine Bauweise. Wie die berühmten Dörfer Hawramans steigt die Stadt in dicht übereinandergesetzten Terrassen den Berghang hinauf. Das flache Dach eines Hauses dient als Hof oder Straße für das darüberliegende. Diese aus örtlichem Stein gebaute „Stufenarchitektur“ ist dem steilen Gelände ideal angepasst und wurde zum charakteristischen Bild der gesamten Region Hawraman.

Hawraman: Eine eigene Welt

Paveh gehört zu Hawraman (Uramanat), einer kurdischen Gebirgsregion beiderseits der iranisch-irakischen Grenze, die über Jahrhunderte eine eigenständige Identität bewahrte. Ihre Trockensteinterrassen, Bewässerungs- und Landwirtschaftstraditionen sowie Dörfer wie das berühmte Uraman Takht bilden eine so bemerkenswerte Kulturlandschaft, dass die UNESCO sie 2021 in die Welterbeliste aufnahm. Durch seine Berge abgeschieden, bewahrte Hawraman alte Lebensweisen und einen ursprünglichen Charakter lange nachdem sie andernorts verblasst waren.

Sprache, Heilige und Tradition

Hawraman besitzt eine eigene Form des Kurdischen: Hawrami aus der Gorani-Gruppe. Einst war es eine bedeutende Literatursprache der Kurden, verwendet am Hof der Ardalan-Fürsten. Die Region ist außerdem reich an lebendigen Traditionen, vor allem an der berühmten Pir-Shalyar-Zeremonie von Uraman Takht, einem alten Winterritual, das Menschen aus ganz Kurdistan anzieht. Gemeinsam machen Sprache und Ritual Hawraman zu einem der tiefsten Bewahrer alter kurdischer Kultur.

Paveh heute

Heute ist Paveh eine lebendige kurdische Stadt und ein Tor zum iranischen Hawraman. Immer mehr Reisende besuchen sie wegen der stufenförmigen Straßen und eindrucksvollen Dörfer des Umlands. Unter dem wachsenden Tourismus bleibt sie jedoch, was sie seit Langem ist: das städtische Herz einer stolzen kurdischen Hochlandregion, die Sprache, Architektur und Traditionen über die Jahrhunderte bewahrt hat.


Zeittafel

Antike — Hawraman entwickelt seine eigenständigen Terrassendörfer und seine Hawrami-Kultur (Gorani).

Ardalan-Zeit — Hawrami dient am Hof der kurdischen Ardalan-Fürsten als Literatursprache.

1979 — In Paveh kommt es bei den frühen Auseinandersetzungen der iranischen Revolution in Kurdistan zu Kämpfen.

2021 — Die Kulturlandschaft Hawraman/Uramanat wird als UNESCO-Welterbe eingetragen.

Heute — Paveh gedeiht als wichtigster Ort und Zugang zum iranischen Hawraman.


Häufige Fragen

Wo liegt Paveh?

Paveh (Pawe) ist eine kurdische Stadt im Nordwesten der Provinz Kermanschah im Westen des Iran, in den Bergen Hawramans nahe der irakischen Grenze.


Wofür ist Paveh bekannt?

Paveh ist für seine stufenweise Terrassenarchitektur bekannt, bei der das Dach eines Hauses den Hof des nächsten bildet, und als wichtigster Ort des iranischen Hawraman.


Was ist Hawraman?

Hawraman (Uramanat) ist eine eigenständige kurdische Gebirgsregion im Iran und im Irak, bekannt für Terrassendörfer, die Hawrami-Sprache und alte Traditionen. Seit 2021 gehört seine Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe.


Welche Sprache spricht die Bevölkerung Pavehs?

Viele Menschen in der Region Hawraman sprechen Hawrami aus der Gorani-Gruppe des Kurdischen, neben anderen kurdischen Dialekten und Persisch.


Hawraman (Uramanat) · Uraman Takht · Hawrami-Sprache (Gorani) · Pir Shalyar · Marivan · Kermanschah.


Quellen und weiterführende Literatur

Paveh — Wikipedia

Hawraman — Wikipedia

Gorani language — Wikipedia

Cultural Landscape of Hawraman/Uramanat — UNESCO