Kurdische Politik im Iran umfasst konkurrierende Parteien, Aufstände, Exil und zivile Menschenrechtsarbeit. Diese Geschichte behandelt die Zeit nach 1979, Attentate im Ausland und dokumentierte Folgen der Repression.

Revolution und Krieg nach 1979
Der Sturz des Schahs eröffnete einen Machtkampf um politische Ordnung und kurdische Autonomie. Milburn beschreibt die Besetzung von Kasernen 1979 und den folgenden Kampf gegen die Islamische Republik. KDPI und Komala waren unterschiedliche beteiligte Organisationen. Bis 1983 gewann Iran die wichtigsten Städte zurück. Der iranisch-irakische Krieg hatte bereits 1980 begonnen und prägte Bündnisse und Zugang zum Grenzraum. [1] Städte, Bergstützpunkte und Gemeinden beiderseits der Grenze erlebten unterschiedliche Phasen.
Unterschiedliche Parteitraditionen
Die Demokratische Partei Kurdistan-Iran, KDPI beziehungsweise PDKI, wurde 1945 gegründet. Komala entstand aus einer linken Tradition; spätere Spaltungen brachten ähnlich benannte Organisationen hervor. Hawraman Ali untersuchte 2016 Konkurrenz und das Fehlen eines gemeinsamen politischen Fahrplans. Sein Plädoyer für Dialog war ein Vorschlag, kein bereits geschlossenes Abkommen. [2] Bei einzelnen Handlungen sind Fraktion und Datum entscheidend. Eine Organisation vertritt nicht automatisch die gesamte kurdische Bevölkerung.
Wien, Berlin und das Mykonos-Urteil
Abdul Rahman Ghassemlou wurde 1989 bei Gesprächen mit iranischen Vertretern in Wien getötet. [2] Am 17. September 1992 starben Sharafkandi, Abdoli, Ardalan und Nouri Dehkordi beim Berliner Mykonos-Attentat. Das Gericht identifizierte die ersten drei als Parteivertreter; Dehkordi war Berater und Dolmetscher, weder Kurde noch Parteimitglied. Das Kammergericht stellte am 10. April 1997 fest, dass Irans Machthaber den Anschlag veranlasst hatten. Darabi und Rhayel erhielten lebenslange Haft für vier Morde. Diese Verurteilungen sind von den Feststellungen zur Staatsverantwortung zu unterscheiden. [3]
Verschiedene Phasen bewaffneter Aktivität
Milburn unterscheidet die Einstellung offener KDPI-Militäroperationen 1996 von der Rückkehr zum Konflikt 2016. Er beschreibt auch PJAK-Verbindungen zur PKK und abweichende Darstellungen ihrer Entstehung. [1] Dies sind getrennte Organisationsgeschichten. Eine Pause einer Partei beweist weder den Stillstand aller Gruppen noch das Ende des politischen Konflikts. Eine Kampfankündigung misst zudem noch nicht Umfang und Folgen tatsächlicher Aktivitäten.
Angriffe jenseits der irakischen Grenze
Oppositionsstützpunkte in der Region Kurdistan machten den Konflikt auch zur Frage irakischer Souveränität. Am 28. September 2022 verurteilte der britische Minister Tariq Ahmad iranischen Beschuss und verwies auf Tote und beschädigte zivile Infrastruktur. Er bezeichnete ihn als Verletzung irakischer Souveränität. [4] Die Erklärung dokumentiert eine datierte Regierungsposition; sie liefert keine unabhängige Gesamtbilanz aller Angriffe des Jahres. Zivile Siedlungen und Parteieinrichtungen müssen getrennt identifiziert werden.
Verlegung und Entwaffnung
Der Feldbericht der dänischen Einwanderungsbehörde vom Juni 2024 untersucht iranisch-kurdische Parteien und Flüchtlinge im Irak. Eine in Erbil befragte internationale Organisation beschrieb das Sicherheitsabkommen 2023 als Verpflichtung, bewaffnete Aktivitäten einzustellen, Stützpunkte von der Grenze zu entfernen und abzurüsten. Die Zusammenfassung verzeichnet unterschiedliche Einschätzungen zum Entwaffnungsgrad. [5] Interviewdatum und Zuschreibung gehören dazu. Lagerverlegung, Waffenabgabe und politische Konfliktlösung sind verschiedene Entwicklungen.
Zivile Rechte seit 2022
Der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini im Polizeigewahrsam im September 2022 löste landesweite Proteste aus. Am 14. März 2025 berichtete die UN-Untersuchungsmission von schweren Verletzungen, teils Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie stellte die besondere Verfolgung ethnischer und religiöser Minderheiten, Übergriffe gegen Kinder und Repressalien gegen trauernde Familien fest. Auch Anwälte, Lehrkräfte, Journalisten und solidarische Personen wurden verfolgt. [6] Diese zivilen Erfahrungen sind ein zentraler Teil der Geschichte.
Quellen und weiterführende Literatur
- Franc Milburn, Iranian Kurdish Militias: Terrorist-Insurgents, Ethno Freedom Fighters, or Knights on the Regional Chessboard?, CTC Sentinel 10/5 (May 2017), especially printed pp. 29–30; historical analysis.
- Hawraman Ali, Iran and its Opposition Kurdish Parties: The Need for Dialogue, MERI Policy Brief 3/22, 4 December 2016; party divisions and policy argument.
- Kammergericht Berlin, Mykonos judgement, 10 April 1997, case (1) 2 StE 2/93 (19/93), especially operative ruling and printed pp. 38–39, 368–371; German court text reproduced by IHRDC.
- UK Foreign, Commonwealth & Development Office, statement by Tariq Ahmad condemning attacks on the Kurdistan Region of Iraq, 28 September 2022.
- Danish Immigration Service, Iranian Kurds in the Kurdistan Region of Iraq, June 2024; executive summary and interview with an international organisation, Erbil, 6 March 2024.
- UN Geneva, Iran fact-finding mission press conference, 14 March 2025; investigators’ findings on protests, minorities, children and reprisals.
- mehdi hosseini, Shirudi boulevard in Kermanshah, 5 April 2012; CC BY 3.0, Wikimedia Commons.