Shuttarna III. regierte während Mitannis Thronstreit im 14. Jahrhundert v. Chr. Ein gegnerischer Vertragstext nennt Vater, assyrische Beziehungen und eine zurückgegebene Silber-Gold-Trophäe.

Hohe braune Tontafel mit Keilschriftzeilen, in einer Museumsvitrine durch durchsichtige Halterungen gestützt
Tushrattas Brief an Amenophis III., British Museum ME 29791; Foto von Osama Shukir Muhammed Amin, 22. Juli 2016. Frühere mitannische Diplomatie, kein Dokument Shuttarnas und nicht der Vertrag über die Tür. © Osama Shukir Muhammed Amin · CC BY-SA 4.0.

Wer war Shuttarna?

Shuttarna war Artatamas Sohn und Shattiwazas Rivale; dieser war Tushrattas Sohn. Luckenbills Vertragsübersetzung nennt diese Beziehungen. [1] Er ist vom älteren Shuttarna II. zu unterscheiden. Mayrhofer trennt Artatama II. von Artatama I. und erklärt die angenommene Verwandtschaft für unbewiesen. [3] Sicherer Rahmen ist der Thronstreit des 14. Jahrhunderts v. Chr., nicht eine detailliert belegte Kindheitsgeschichte.

Die zurückgegebene Tür

Garfinkle behandelt Shattiwazas Bericht: Shaushtatar habe eine silberne und goldene Tür aus Assyrien nach Washukanni gebracht; Shuttarna habe sie zurückgegeben. Er verbindet das mit Mitannis Schwächung und Assyriens wachsender Unabhängigkeit. [2] Das Objekt verkörperte erinnerte Macht. Es ist jedoch eine Textüberlieferung, keine geborgene Tür mit Inventar. Maße, genaues Raubdatum und Dekoration sind damit nicht belegt.

Ein feindlicher Bericht

Shattiwaza wirft Shuttarna Schatztransfers an Assyrien und Alshe, Zerstörung und Verschleppung von Adeligen vor und schildert seine eigene Flucht zum Hethiterkönig. [1] Das ist ein Streit um legitime Herrschaft, kein neutraler Beweis kollektiven Verrats. Ebenso wenig lässt sich erfinden, Shuttarna habe keine Alternative gehabt. Die benutzten Passagen enthalten keine eigene Erklärung seiner Absichten.

Hethitische Hilfe

Shattiwaza und Suppiluliumas Sohn Piyassili ziehen im Bericht gegen Irrite. [1] Der Mainzer Katalog unterscheidet CTH 51, Suppiluliumas Vertrag mit Shattiwaza, und CTH 52 in Shattiwazas Namen, mit akkadischen und hethitischen Zeugnissen. [4] Stimmen, Beschädigungen und alte Schreibweisen sind wichtig: Luckenbills Mattiuaza ist Shattiwaza, kein weiterer König. [1] Die Texte rechtfertigen dessen Wiederherstellung, liefern aber kein vollständiges Tagebuch von Shuttarnas letzten Jahren.

Ein längerer Niedergang

Von Dassows veröffentlichter Abstract verortet Mitanni am oberen Khabur und beschreibt die Expansion nach Nordmesopotamien, Syrien und Ostanatolien. Hatti und Assyrien schwächten das Reich; Hanigalbat bestand bis ins 13. Jahrhundert fort. [6] Die Trophäenrückgabe ist eine Episode dieses Wandels, kein genauer Tag, an dem alle Institutionen verschwanden.

Regionales Erbe

Mitanni gehört zur Geschichte heute auch kurdisch bewohnter Regionen. Sprache und moderne Identität sind dennoch verschiedene Fragen. Windfuhr ordnet Hurro-Urartäisch als nichtindoeuropäisch ein und beschreibt das komplexe Verhältnis von Sprache, Ethnizität und Kultur. [5] Ein vermeintlich kurdischer Anklang von Washukanni beweist keine bronzezeitliche Nationalität. Texte, rivalisierende Höfe und Machtverschiebungen erklären Shuttarnas Bedeutung besser.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. D. D. Luckenbill, “Hittite Treaties and Letters”, American Journal of Semitic Languages and Literatures 37/3 (1921), especially pp. 171–174: KBo I 3, Shattiwaza’s account, with provisional readings and older name forms.
  2. Steven J. Garfinkle, “The Assyrians: A New Look at an Ancient Power”, in Mark W. Chavalas, ed., Current Issues in the History of the Ancient Near East (2007), pp. 53–96, especially pp. 72–74.
  3. Manfred Mayrhofer, “Artatāma”, Encyclopaedia Iranica II, p. 653 (1986), updated 2013: two rulers and the uncertain genealogy.
  4. Hethitologie Portal Mainz, Catalogue of Hittite Texts, CTH 51 and 52: paired Suppiluliuma–Shattiwaza treaties and language witnesses.
  5. Gernot L. Windfuhr, “Iran vii. Non-Iranian Languages (1): Overview”, Encyclopaedia Iranica (2006, updated 2018): Hurro-Urartian and language, ethnicity and culture.
  6. Eva von Dassow, “Mittani and Its Empire”, The Oxford History of the Ancient Near East III (2022), pp. 455–528, DOI 10.1093/oso/9780190687601.003.0029: published chapter abstract consulted.