Einleitung
Arshtat ist die Yazata der Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit in der zoroastrischen und iranischen Überlieferung: das göttliche Wesen, das richtiges Handeln, Aufrichtigkeit und ehrlichen Umgang verkörpert. Sie ist die enge Gefährtin des göttlichen Richters Rashnu und gehört zu den Hütern des Gerichts über die Seele.
In der Glaubenswelt Ahura Mazdas, des Weisen Herrn, ist Arshtat, deren Name Rechtschaffenheit oder Richtigkeit bedeutet, das göttliche Wesen der Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und des gerechten Umgangs. Sie verkörpert jene Rechtschaffenheit, die nicht von der Wahrheit abweicht. Eng verbunden ist sie mit Rashnu, dem göttlichen Richter; gemeinsam mit Mithra und Sraosha wird sie unter den Hütern des Gerichts über die Seele angerufen.
Wie die anderen göttlichen Wesen der zoroastrischen Überlieferung gehört Arshtat zum gemeinsamen alten religiösen und mythologischen Erbe der iranischen Völker, das die Kurden mit den Persern und weiteren Völkern der iranischen Welt teilen. Wer Arshtat kennenlernt, begegnet der zoroastrischen Wertschätzung von Rechtschaffenheit und gerechtem Umgang: dem göttlichen Wesen jener Aufrichtigkeit, die Wahrheit und Recht aufrechterhält.
Inhalt
Das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit
Ehrung im Kalender und im Hymnus
Debatten und Missverständnisse
Quellen und weiterführende Literatur
Wer ist Arshtat?
Arshtat, in späteren Namensformen Ashtad, ist in der zoroastrischen Überlieferung die Yazata, also das göttliche Wesen, der Rechtschaffenheit, des richtigen Handelns und der Gerechtigkeit. Sie gehört zu den wohltätigen göttlichen Wesen, die Ahura Mazda geschaffen hat. Sie verkörpert Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und gerechten Umgang: ein richtiges Handeln, das nicht von der Wahrheit abweicht. Ihr unterstehen Wahrhaftigkeit, Tugend und die Förderung des Guten in der Welt. Arshtat ist eng mit dem göttlichen Richter Rashnu verbunden; beide stehen einander so nahe, dass sie häufig gemeinsam genannt werden. Zusammen mit Mithra, Sraosha und Rashnu wird sie unter den göttlichen Wesen angerufen, die dem Gericht über die Seele nach dem Tod beiwohnen. Ihr ist ein Tag des Monats anvertraut, und ein Hymnus der Yashts trägt ihren Namen. Als Yazata der Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit, Hüterin von Aufrichtigkeit und gerechtem Umgang sowie Gefährtin des göttlichen Richters nimmt Arshtat einen wohltätigen Platz unter den göttlichen Wesen der sittlichen Ordnung des zoroastrischen Weltbildes ein.
Die Bedeutung des Namens
Der Name Arshtat bedeutet Rechtschaffenheit, Richtigkeit oder Aufrichtigkeit und geht auf eine Wurzel zurück, die mit dem Rechten, Geraden und Wahren verbunden ist. Er kennzeichnet sie als das göttliche Wesen jener Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit, die nicht von der Wahrheit abweicht, und als Verkörperung gerechten und ehrlichen Umgangs.
Diese Bedeutung steht im Mittelpunkt ihres Wesens: Arshtat verkörpert Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit, richtiges Handeln, Ehrlichkeit und gerechten Umgang, die an der Wahrheit festhalten und nicht von ihr abweichen. Die Rechtschaffenheit, die sie darstellt, ist eine sittliche Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit, die wahrhaftig, ehrlich und gerecht ist. Sie wahrt die Wahrheit und handelt gerecht, im Gegensatz zur Verdrehung und Täuschung der Lüge. Darin ist sie eng mit Wahrheit und guter Ordnung, Asha Vahishta, und mit dem gerechten Urteil Rashnus verbunden. In der späteren Überlieferung erscheint der Name als Ashtad. Unter dieser Namensform wurde sie weiterhin als göttliches Wesen der Rechtschaffenheit verehrt, dem Wahrhaftigkeit und Tugend unterstehen. Die Bedeutung ihres Namens erschließt somit ihr grundlegendes Wesen: die Verkörperung von Rechtschaffenheit, richtigem Handeln und Aufrichtigkeit sowie eines gerechten und ehrlichen Umgangs, der an der Wahrheit festhält. Ihren Namen zu verstehen heißt, ihr Wesen als Yazata jener Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit zu verstehen, die Wahrheit und Recht bewahren.
Die wichtigsten Punkte
Arshtat ist die zoroastrische Yazata der Rechtschaffenheit, des richtigen Handelns und der Gerechtigkeit.
Ihr Name bedeutet Rechtschaffenheit oder Aufrichtigkeit: ein richtiges Handeln, das an der Wahrheit festhält.
Sie verkörpert Ehrlichkeit, gerechten Umgang und die Förderung des Guten.
Sie ist die enge Gefährtin Rashnus, des göttlichen Richters.
Beim Gericht über die Seele wird sie gemeinsam mit Mithra, Sraosha und Rashnu angerufen.
Ihr ist ein Tag des Monats anvertraut, und ein Hymnus trägt ihren Namen.
Fakten im Überblick
Name: Arshtat (Rechtschaffenheit, Richtigkeit); später Ashtad
Bedeutung: Rechtschaffenheit, Richtigkeit, Aufrichtigkeit, gerechter Umgang
Rolle: Yazata der Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit und des ehrlichen Umgangs
Zuständig für: Wahrhaftigkeit, Tugend und das Gute in der Welt
Enger Gefährte: Rashnu, der göttliche Richter
Angerufen mit: Mithra, Sraosha und Rashnu beim Gericht über die Seele
Hüterin: Der Chinvat-Brücke, gemeinsam mit den göttlichen Richtern
Im Kalender: Ihr untersteht der 26. Tag des Monats
Heiliger Hymnus: Der Ashtad Yasht (Yasht 18) trägt ihren Namen
Erbe: Gemeinsame iranische religiöse und mythologische Überlieferung
Das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit
Arshtats erste und kennzeichnendste Rolle ist die des göttlichen Wesens der Rechtschaffenheit. Sie verkörpert richtiges Handeln, Aufrichtigkeit und gerechten Umgang; ihr unterstehen Wahrhaftigkeit und Tugend.
In der zoroastrischen Überlieferung genießen Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit und gerechter Umgang hohe Wertschätzung. Sie bedeuten jene sittliche Geradlinigkeit, die an der Wahrheit festhält und gerecht handelt, im Gegensatz zur Verdrehung und Täuschung der Lüge. Arshtat ist das göttliche Wesen, das diese Rechtschaffenheit verkörpert: richtiges Handeln und Aufrichtigkeit, die nicht von der Wahrheit abweichen. Ihr unterstehen Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Tugend und gerechter Umgang sowie die Förderung des Guten in der Welt. Sie steht für die sittliche Geradlinigkeit, die Wahrheit und Recht bewahrt. Darin ist Arshtat eng mit Asha Vahishta, der Wahrheit und guten Ordnung, verbunden, denn Rechtschaffenheit bedeutet, in Wort und Tat an Wahrheit und Recht festzuhalten. Die von ihr verkörperte Rechtschaffenheit ist ein hohes sittliches Ideal: Gläubige sind aufgerufen, Aufrichtigkeit und gerechten Umgang nach dem Vorbild der göttlichen Ordnung zu praktizieren. Diese Rolle als göttliches Wesen der Rechtschaffenheit kennzeichnet Arshtat besonders. Als Verkörperung richtigen Handelns, der Aufrichtigkeit und des gerechten Umgangs wahrt sie Wahrheit und Recht. Vor allem als Yazata der Rechtschaffenheit, als göttliches Wesen der Aufrichtigkeit und des ehrlichen Umgangs ist Arshtat bekannt: als Hüterin jener sittlichen Geradlinigkeit, die an der Wahrheit festhält.
Die Gefährtin Rashnus
Arshtat ist die enge Gefährtin des göttlichen Richters Rashnu. Beide sind so eng verbunden, dass sie häufig als Paar genannt werden: die Rechtschaffenheit und das Urteil, die gemeinsam die Gerechtigkeit bewahren.
In der zoroastrischen Überlieferung ist Arshtat die enge Gefährtin und Verbündete Rashnus, des göttlichen Richters, der die Taten der Seele wägt. Beide sind so eng verbunden, dass sie häufig gemeinsam genannt werden, fast als untrennbares Paar: Arshtats Rechtschaffenheit und Rashnus Urteil. Diese Verbindung ist stimmig, denn Rechtschaffenheit und gerechtes Urteil gehören zusammen. Arshtats aufrichtiger und ehrlicher Umgang und Rashnus wahrhaftiges und unparteiisches Urteil sind zwei Seiten derselben Gerechtigkeit: das Festhalten an Wahrheit und Recht sowie das gerechte Abwägen der Taten. Gemeinsam bewahren Arshtat und Rashnu die Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit der sittlichen Ordnung, also das richtige Handeln und das gerechte Urteil, die an der Wahrheit festhalten. Diese enge Gemeinschaft mit Rashnu gehört zu Arshtats bestimmenden Merkmalen und verbindet das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit mit dem göttlichen Richter beim Wahren der Gerechtigkeit. Häufig begegnet Arshtat in Begleitung Rashnus: als Rechtschaffenheit neben dem Urteil. Zusammen erhalten beide die Gerechtigkeit und Wahrheit der sittlichen Ordnung des zoroastrischen Weltbildes.
Beim Gericht über die Seele
Arshtat wird gemeinsam mit Mithra, Sraosha und Rashnu unter den göttlichen Wesen angerufen, die dem Gericht über die Seele nach dem Tod beiwohnen. Sie wahren jene Gerechtigkeit, nach der die Seele beurteilt wird.
Nach zoroastrischer Vorstellung gelangt die Seele nach dem Tod an die Chinvat-Brücke, die Brücke des Gerichts. Dort werden ihre Taten gewogen und ihr Schicksal nach der Gerechtigkeit der sittlichen Ordnung bestimmt. Zu den göttlichen Wesen, die diesem Gericht beiwohnen und es aufrechterhalten, gehören Mithra, der Herr des Bundes, Sraosha, das göttliche Wesen des Gehorsams und des Wortes, Rashnu, der göttliche Richter, der die Taten wägt, und Arshtat, das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit. In der Liturgie für die Seele wird sie gemeinsam mit ihnen angerufen. Als göttliches Wesen der Rechtschaffenheit und des gerechten Umgangs ist Arshtat beim Gericht folgerichtig anwesend: Das richtige Handeln und die Gerechtigkeit, die sie verkörpert, werden beim Abwägen der Taten der Seele angewandt. Ihre Gegenwart unter den göttlichen Wesen des Gerichts spiegelt ihre enge Verbindung mit Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit wider, mit dem Wahren von Wahrheit und Recht beim Abwägen der Seele. Diese Rolle im Seelengericht ist ein bedeutender Aspekt Arshtats. Sie verbindet das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit mit dem gerechten Gericht über die Seele nach dem Tod und mit den Wesen, die die Gerechtigkeit der sittlichen Ordnung bewahren. Unter den Hütern des Seelengerichts nimmt Arshtat einen feierlichen Platz ein: als Rechtschaffenheit, die dem gerechten Abwägen der Taten beiwohnt.
Ehrung im Kalender und im Hymnus
Arshtat wird im heiligen Kalender geehrt, in dem ihr ein Tag des Monats untersteht. Auch ein Hymnus der Yashts trägt ihren Namen und spiegelt ihre Stellung unter den göttlichen Wesen der Überlieferung wider.
Im heiligen Kalender der zoroastrischen Überlieferung ist Arshtat der sechsundzwanzigste Tag des Monats anvertraut. Er steht unter ihrem Schutz und ist ihr gewidmet, sodass sie im Lauf der Tage geehrt wird. Unter den heiligen Yashts, den Hymnen an die göttlichen Wesen, trägt einer ihren Namen: der achtzehnte, nach ihr Ashtad Yasht genannt. Dabei muss eine Besonderheit offen benannt werden: Obwohl dieser Hymnus ihren Namen trägt, befasst er sich nicht eingehend mit Arshtat selbst. Vielmehr gilt er weitgehend dem Lob der göttlichen Herrlichkeit, des Khvarenah oder Farr, jener strahlenden Herrlichkeit der iranischen Überlieferung. Der Hymnus ist nach Arshtat benannt und mit ihrem Tag verbunden, behandelt inhaltlich jedoch vor allem die göttliche Herrlichkeit. Forschende weisen offen auf diese auffällige Eigenheit hin; sie erinnert daran, dass die Beziehung zwischen göttlichen Wesen und den nach ihnen benannten Hymnen mitunter komplex ist. Dennoch spiegelt die Widmung eines Tages und eines Hymnus an Arshtat ihre Stellung unter den verehrten göttlichen Wesen wider. Die Yazata der Rechtschaffenheit wird im Kalender und in der heiligen Dichtung geehrt; ihre Würdigung kommt ebenso in ihrer Gemeinschaft mit Rashnu und ihrer Rolle beim Gericht über die Seele zum Ausdruck.
Symbolik und Bedeutung
Arshtat verkörpert vor allem die zoroastrische Wertschätzung von Rechtschaffenheit und gerechtem Umgang. Als göttliches Wesen des richtigen Handelns, der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit wahrt sie Wahrheit und Recht. Als Yazata der Rechtschaffenheit steht sie für jene sittliche Geradlinigkeit, die an der Wahrheit festhält und gerecht handelt.
Arshtat verkörpert auch die enge Verbindung zwischen Rechtschaffenheit und gerechtem Urteil: durch ihre Gemeinschaft mit Rashnu und ihre Rolle beim Seelengericht. Sie steht zugleich für den hohen Stellenwert von Aufrichtigkeit und ehrlichem Umgang in der Überlieferung und damit für die sittliche Ordnung und Gerechtigkeit, die Wahrheit bewahren. In all diesen Aspekten gehört Arshtat zu den göttlichen Wesen der sittlichen Ordnung der iranischen Religion. Sie verkörpert Rechtschaffenheit, richtiges Handeln, gerechten Umgang und das Wahren der Wahrheit. Als Yazata der Rechtschaffenheit ist sie die Gefährtin des göttlichen Richters Rashnu und eine Hüterin der Gerechtigkeit der sittlichen Ordnung. Sie zählt zu den wohltätigen Gestalten jenes religiösen Erbes, das die Kurden mit den anderen Erben der iranischen Überlieferung teilen, und ist mit der Wahrheit, Asha Vahishta, verbunden. Die von ihr verkörperte Wertschätzung von Rechtschaffenheit und gerechtem Umgang gehört zu den dauerhaften sittlichen Werten dieser Tradition.
Arshtat und die Kurden
Wie die anderen göttlichen Wesen der zoroastrischen Überlieferung gehört Arshtat zum gemeinsamen alten religiösen und mythologischen Erbe der iranischen Völker. Als iranisches Volk teilen die Kurden diese Tradition mit den Persern und anderen Völkern der iranischen Welt. Die Wertschätzung von Rechtschaffenheit und gerechtem Umgang gehört zum tief verwurzelten sittlichen Erbe der gesamten Region.
Für die Kurden bilden die alte iranische Wertschätzung von Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit und gerechtem Umgang sowie die hohe Bedeutung von Ehrlichkeit und dem Festhalten an der Wahrheit einen Teil des tiefen Hintergrunds ihrer kulturellen und sittlichen Welt. Die Werte, die Arshtat verkörpert – Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und gerechter Umgang –, sind universelle und dauerhafte sittliche Güter, die für jedes Volk von großer Bedeutung sein können. Sachgerecht ist es, Arshtat als Teil dieses gemeinsamen iranischen und zoroastrischen Erbes zu verstehen und nicht als ausschließlich kurdische Gestalt: Sie gehört zur gemeinsamen alten religiösen Überlieferung der iranischen Völker. Als iranisches Volk mit alten Wurzeln in dieser Welt haben die Kurden neben den anderen Erben der iranischen Tradition Anteil an diesem Erbe, zu dem auch das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit gehört. Indem wir Arshtat vorstellen, stellen wir somit eine Gestalt jenes gemeinsamen alten iranischen Erbes vor, dessen Erben auch die Kurden sind: die Yazata der Rechtschaffenheit und des gerechten Umgangs, deren Werte der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu den universellsten und beständigsten sittlichen Gütern zählen.
Debatten und Missverständnisse
Ist Arshtat eine eigenständige Göttin? Nein: Im zoroastrischen Verständnis ist Arshtat eine Yazata, eines der wohltätigen göttlichen Wesen, die der eine Gott, Ahura Mazda, geschaffen hat, um die gute Schöpfung zu erhalten. Als solches ist sie der Verehrung würdig. Sie wird am besten als göttliches Wesen verstanden, das dem einen Gott dient, statt als unabhängige Göttin: als Yazata der Rechtschaffenheit, durch die der Weise Herr das richtige Handeln und den gerechten Umgang der sittlichen Ordnung aufrechterhält. Dieses Verständnis wahrt den grundsätzlich monotheistischen Charakter des Glaubens, in dem die Yazatas die Mittel sind, durch die der eine Gott handelt und geehrt wird.
Ist Arshtat mit Rashnu identisch? Nein: Obwohl beide sehr eng verbunden sind und häufig gemeinsam genannt werden, sind sie verschiedene göttliche Wesen. Rashnu ist der göttliche Richter, der die Taten der Seele auf der Waage der Gerechtigkeit wägt; Arshtat ist das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit, des richtigen Handelns und des gerechten Umgangs. Sie sind eng verbunden, fast als Paar, weil Rechtschaffenheit und gerechtes Urteil zusammengehören. Dennoch bleiben sie verschieden: Arshtat verkörpert Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit, Rashnu das gerechte Urteil. Ihre enge Verbindung spiegelt den tiefen Zusammenhang zwischen Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit wider; Arshtat ist jedoch das eigentliche göttliche Wesen der Rechtschaffenheit und vom Richter Rashnu zu unterscheiden.
Warum spricht der nach Arshtat benannte Hymnus nicht von ihr? Dies ist eine bemerkenswerte Eigenheit der Überlieferung. Der achtzehnte Yasht trägt Arshtats Namen und ist mit ihrem Tag verbunden, doch sein Inhalt gilt weitgehend dem Lob der göttlichen Herrlichkeit, des Khvarenah, statt Arshtat selbst. Offen gesagt ist der Grund dafür nicht vollständig geklärt. Forschende vermerken dies als auffällige Besonderheit, die daran erinnert, dass die Beziehung zwischen göttlichen Wesen und den nach ihnen benannten Hymnen manchmal komplex ist. Dennoch wird Arshtat als göttliches Wesen der Rechtschaffenheit geehrt: Ihr untersteht ihr Tag, und sie wird in den Anrufungen genannt, auch wenn der nach ihr benannte Hymnus von der göttlichen Herrlichkeit handelt.
Verwandte Themen
Ahura Mazda: der Weise Herr, dem Arshtat dient
Rashnu: der göttliche Richter, Arshtats enger Gefährte
Mithra: der Herr des Bundes, gemeinsam mit Arshtat angerufen
Sraosha: das göttliche Wesen des Gehorsams beim Gericht über die Seele
Die Chinvat-Brücke: der Ort des Seelengerichts, den diese göttlichen Wesen bewachen
Asha Vahishta: die Wahrheit und gute Ordnung, an der die Rechtschaffenheit festhält
Das Farr: die göttliche Herrlichkeit, die der nach Arshtat benannte Hymnus preist
Ashi: die Yazata der Belohnung, ein weiteres göttliches Wesen der sittlichen Ordnung
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Arshtat im Zoroastrismus?
Arshtat, in späteren Namensformen Ashtad, ist in der zoroastrischen Überlieferung die Yazata, also das göttliche Wesen, der Rechtschaffenheit, des richtigen Handelns und der Gerechtigkeit. Sie gehört zu den wohltätigen göttlichen Wesen, die Ahura Mazda geschaffen hat. Sie verkörpert Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und gerechten Umgang; ihr unterstehen Wahrhaftigkeit und Tugend. Sie ist die enge Gefährtin des göttlichen Richters Rashnu und wird mit Mithra, Sraosha und Rashnu unter den göttlichen Wesen angerufen, die dem Gericht über die Seele beiwohnen.
Was bedeutet der Name Arshtat?
Der Name Arshtat bedeutet Rechtschaffenheit, Richtigkeit oder Aufrichtigkeit und geht auf eine Wurzel zurück, die mit dem Rechten, Geraden und Wahren verbunden ist. Er kennzeichnet sie als das göttliche Wesen jenes richtigen Handelns und jener Aufrichtigkeit, die nicht von der Wahrheit abweichen: als Verkörperung gerechten und ehrlichen Umgangs. Ihre Rechtschaffenheit bedeutet sittliche Geradlinigkeit, die wahrhaftig, ehrlich und gerecht ist, im Gegensatz zur Verdrehung und Täuschung der Lüge. In der späteren Überlieferung erscheint der Name als Ashtad.
Wie ist Arshtat mit Rashnu verbunden?
Arshtat ist die enge Gefährtin des göttlichen Richters Rashnu. Beide sind so eng verbunden, dass sie oft gemeinsam genannt werden, fast als untrennbares Paar. Dies ist stimmig, denn Rechtschaffenheit und gerechtes Urteil gehören zusammen: Arshtats aufrichtiger Umgang und Rashnus unparteiisches Urteil sind zwei Seiten derselben Gerechtigkeit. Gemeinsam wahren sie die Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit der sittlichen Ordnung, also das richtige Handeln und das gerechte Abwägen der Taten.
Welche Rolle hat Arshtat beim Gericht über die Seele?
Nach zoroastrischer Vorstellung gelangt die Seele nach dem Tod an die Chinvat-Brücke, wo ihre Taten gewogen werden. Zu den göttlichen Wesen, die diesem Gericht beiwohnen und es aufrechterhalten, gehören Mithra, Sraosha, Rashnu und Arshtat. In der Liturgie für die Seele wird sie gemeinsam mit ihnen angerufen. Als göttliches Wesen der Rechtschaffenheit und des gerechten Umgangs ist Arshtat beim Gericht folgerichtig anwesend: Das richtige Handeln und die Gerechtigkeit, die sie verkörpert, werden beim Abwägen der Taten der Seele angewandt.
Warum erwähnt der nach Arshtat benannte Hymnus sie nicht?
Dies ist eine bemerkenswerte Eigenheit der Überlieferung. Der achtzehnte Yasht trägt Arshtats Namen und ist mit ihrem Tag verbunden, doch sein Inhalt gilt weitgehend dem Lob der göttlichen Herrlichkeit, des Khvarenah, statt Arshtat selbst. Der Grund dafür ist nicht vollständig geklärt. Forschende vermerken dies als auffällige Besonderheit, die daran erinnert, dass die Beziehung zwischen göttlichen Wesen und den nach ihnen benannten Hymnen manchmal komplex ist. Dennoch wird Arshtat als göttliches Wesen der Rechtschaffenheit geehrt.
Ist Arshtat eine kurdische Gestalt?
Arshtat gehört zum gemeinsamen alten zoroastrischen und iranischen religiösen Erbe, das die Kurden mit den Persern und weiteren Völkern der iranischen Welt teilen. Sie ist daher keine ausschließlich kurdische Gestalt. Als iranisches Volk mit alten Wurzeln in dieser Welt haben die Kurden gemeinsam mit ihren Nachbarn Anteil an diesem Erbe, zu dem auch das göttliche Wesen der Rechtschaffenheit gehört. Die von ihr verkörperten Werte der Aufrichtigkeit und des gerechten Umgangs sind universelle und dauerhafte sittliche Güter.
Quellen und weiterführende Literatur
Zoroastrische Engel und Yazatas – avesta.org
Rashnu und das Gericht über die Seele – Überblick
