Diyap Ağa vertrat Dersim in der ersten Nationalversammlung. Akten zeigen seine Unterstützung Ankaras, Verwaltungs- und Versorgungsvorschläge sowie Appelle zur Einheit.

Diyap Ağa mit gemustertem Turban und langem weißem Bart rechts neben Mustafa Kemal in einer offenen Kutsche
Diyap Ağa und Mustafa Kemal, als 1921 katalogisiert. Unbekannter Fotograf, gemeinfrei. Beide sitzen in einer Kutsche. [6] Photo: unknown photographer, Wikimedia Commons · Public domain.

Abgeordneter für Dersim

Diyap/Diyab Ağa, auch mit dem Namen Yıldırım verbunden, vertrat Dersim 1920–1923. Das Parlamentsalbum 2022 nennt 1846–1935, Geburt in Ekrek/Gözlüçayır bei Çemişgezek und Ankunft in Ankara am 14.November 1920. [1] Sertel und Akyel nennen Ferhatuşağı und Şeyh Hasan ocak und weisen auf abweichende ältere Einträge hin. [2] Die Albumdaten werden mit diesem Vorbehalt verwendet.

Antrag vom 29.November 1920

Mit Hasan Hayri und Mustafa Bey thematisierte er Missverwaltung, Hunger, Bildung und Missbrauch lokaler Macht. Gefordert wurden eine eigene Verwaltungseinheit, Muratbrücke, Hozatstraße, Schulen und Landvergabe mit Ziraat-Bankkredit. Stammesführer sollten auch Verwaltungsaufgaben erhalten. [2] Die Überweisung an Minister beweist keine Umsetzung.

Protokoll vom 3.November 1922

Auf Seite 347 lässt der Vorsitzende den alten, kranken Abgeordneten in der Debatte über die Lausanner Delegation sprechen. Diyab betont gemeinsame Religion, Verwandtschaft und Brüderlichkeit, unterstützt die Delegierten und lehnt türkisch-kurdische Trennung ab. [3] Ein politischer Appell im Kontext, weder Volkszählung noch Beweis einhelliger Zustimmung Dersims. Seine religiöse Sprache ist ebenfalls bedeutsam.

Weitere Anträge 1923

Die Studie verzeichnet ein gesondertes Dersim-Liva am 19.Februar 1923 sowie Bau-, Bildungs- und Straßenanträge am 8.März. [2] Anträge und Ausschussüberweisungen waren keine automatischen Erfolge. Das Album nennt die Mitgliedschaft im Provinzrat und ständigen Ausschuss Elazığ 1926–1930. [1]

Rede und Erinnerung

Kayar 2025 bespricht die überlieferte Ablehnung des Umzugs nach Kayseri und das Şapolyo zugeschriebene Yeni-Gün-Interview vom 27.Juli 1931. Dessen türkische Identitätsaussage ist kein zusätzlicher Satz im Protokoll 1922. [4] Auch seine Darstellung als Vorbild der alevitischen Gemeinschaft ist eine spätere Interpretation.

Spätere Chronologie

Das Album nennt Tod in Divriği 1935 und Bestattung im Heimatdorf. [1] Metin Tuncel datiert das Provinzgesetz Tuncelis auf 25.Dezember 1935, getrennt von den Anträgen 1920. [5] Die Gewalt 1937–1938 geschah nach Diyaps Tod. Unterstützung Ankaras belegt keine Teilnahme daran oder automatische Verursachung späterer Politik.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. TBMM, Birinci Dönem Milletvekili Albümü 1920–1923 (2022), p.263: Diyab Ağa; biographical record.
  2. Savaş Sertel and Salih Akyel, I.TBMM’deki Dersim Milletvekilleri ve Faaliyetleri (2015), pp.304–306, especially biographical footnote 30 and proposals. Author-posted text.
  3. TBMM Zabıt Ceridesi, termI, volume 24, sitting 132,3 November 1922, p.347: Diyab Ağa’s speech; primary parliamentary proceedings.
  4. Songül Kayar, Alevi Toplumunun Rol Modeli: Diyap Ağa, NİYAZ special issue (2025), pp.173–188, especially 179 and 182–184; later accounts and remembrance.
  5. Metin Tuncel, Tunceli, TDV İslâm Ansiklopedisi 41 (2012), pp.378–380: provincial and urban chronology.
  6. Unknown photographer, Mustafa Kemal Atatürk and Diyap Ağa, catalogued 1921; Wikimedia Commons, public domain.