Madius im siebten Jahrhundert v. Chr.: griechische Erzählung, assyrische Diplomatie und unsichere Chronologie unterscheiden.

Die Figur im antiken Bericht
Herodot nennt Madyas, Sohn des Protohyas, als skythischen Anführer, der Kyaxares’ Angriff auf Ninive unterbricht. Madyes und Madius sind andere Namensformen. [1] Er ist kein weiterer medischer Dynastiekönig. Die Quellen sichern weder Geburt noch Regierungsbeginn oder Tod; 653–625 darf nicht als gesicherte persönliche Regierungszeit gelten.
Feldzüge und Deutungen
Askold Ivantchik trennt zeitgenössische akkadische Aufzeichnungen von späteren griechisch-römischen Traditionen. Er verbindet Madyes mit Feldzügen der mittleren 620er Jahre bei schwindender assyrischer Macht und versteht die Asienherrschaft als Übertreibung längerer Raubzüge. [4] Diese Deutung richtet den Blick auf bewegliche Truppen zwischen benachbarten Mächten statt eine kontinentweite Verwaltung.
Bartatua und die erwogene Heirat
SAA 4 20 fragt nach einer vorgeschlagenen Ehe zwischen dem Skythenkönig Bartatua und einer Tochter Asarhaddons: Wird er den Vertrag halten, falls sie ihm gegeben wird? [3] Das bestätigt weder Hochzeit noch Madius’ Mutter. Ivantchik verbindet Partatua mit Protothyes und hält Ehe und Bündnis für wahrscheinlich. [4] Wahrscheinlichkeit bleibt vom Wortlaut getrennt.
Die achtundzwanzig Jahre
Herodot berichtet achtundzwanzig Jahre Herrschaft, Tribute und Plünderung, dann das Gelage, bei dem Kyaxares skythische Anführer betrunken macht und tötet. [2] Ivantchik nennt eine Achtjahrestradition und bezweifelt die Zuverlässigkeit des Gelages. [4] Keine Zahl ergibt Madius’ persönliche Regierungsdauer; er wird nicht unter den Getöteten genannt. Ein Erzählende ist kein gesichertes Todesdatum.
Die Reihenfolge richtig wiedergeben
In Herodot 1.103 steht die Trennung von Speerträgern, Bogenschützen und Reitern vor dem skythischen Eingreifen. [1] Die Reform unmittelbar nach der Vertreibung anzusetzen, kehrt diese Reihenfolge um. Zuerst ist die Erzählung genau wiederzugeben, danach ihre historische Aussage zu prüfen.
Pferdeausrüstung als Kontext
Das Met katalogisiert das knöcherne Seitenteil als skythisch, aus Iran, etwa siebtes Jahrhundert v. Chr., 14,6 Zentimeter hoch, 58.131.2. [5] Pferdekopf und Huf schmücken ein Gebissteil. Es wird weder Madius noch einem Feldzug zugeordnet; die Abbildung bietet materiellen Kontext.
Regionalgeschichte und heutige Identität
Medien und benachbarte skythische Aktionsräume gehören zur alten Geschichte kurdischer Regionen. Das macht Madius nicht zum kurdischen König und belegt keine direkte Abstammung einer heutigen Nation. Die Quellen behandeln Anführer, griechische Erzählung, Diplomatie und Gegenstände, ohne heutige Bräuche auf seine Feldzüge zurückzuführen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Herodotus, Histories 1.103, G. C. Macaulay translation (1890), Lexundria; Madyas, Cyaxares and narrative order.
- Herodotus, Histories 1.106, Macaulay translation, Lexundria; twenty-eight years, tribute and banquet narrative.
- State Archives of Assyria 4, no. 20, P236956, Giving a Princess in Marriage to Bartatua; publicly indexed opening of the oracle query.
- Askold Ivantchik, Scythians i. History, Encyclopaedia Iranica (2018); Near Eastern campaigns, chronology and source criticism.
- Metropolitan Museum of Art, Horse bit cheekpiece in form of a horse’s head and hoof, 58.131.2; seventh-century BCE bone object, public-domain image.
- The Metropolitan Museum of Art, cheekpiece photograph via Wikimedia Commons; CC0 1.0.