Bidlisis Laufbahn führte zwischen safawidischem und osmanischem Dienst. Die persische Sharafnama verbindet Dynastiegeschichte, Autobiografie und eine umfassendere politische Chronik.

Eine Kindheit im Exil
Sharaf al-Din Khan wurde am 25.Februar 1543 in Karahrud bei Qom geboren, nachdem sein Vater Shams al-Din in safawidische Dienste getreten war. Die politische Basis der Familie waren Bitlis und die Rojeki/Ruzagi. Özgüdenli beschreibt Unterricht bei örtlichen Richtern und drei Jahre religiöse Studien am Hof Tahmasps ab dem neunten Lebensjahr. [1] Das belegt ein Bildungsumfeld, keine mathematische Spezialisierung oder erhaltene Gemäldesammlung. Der Herkunftsname Bitlisi allein beweist keine Verwandtschaft mit sämtlichen Gelehrten der Stadt.
Vom safawidischen Amt nach Bitlis
Glassen verfolgt Ämter in Gilan und Shirvan, die Beförderung unter Ismail II und die Versetzung nach Nachitschewan bei Hofkonflikten. Kurdische Herrscher vermittelten 1578 den Kontakt zum osmanischen Befehlshaber Khusraw Pascha; Bidlisi erhielt die Statthalterschaft von Bitlis. Später nahm er an osmanischen Feldzügen teil und erhielt Muş. [2] Wechselnde Loyalitäten gehören zur Konkurrenz der Reiche. Sie bedeuten weder ununterbrochene Souveränität noch den Oberbefehl über alle osmanischen Kriege gegen Iran.
Was die Sharafnama überliefert
Das persische Werk verbindet Geschichten kurdischer Herrscherhäuser und Gebiete, schriftliche Quellen, Augenzeugenberichte und die Autobiografie des Verfassers. Der verbundene zweite Teil behandelt osmanische Sultane und zeitgenössische Herrscher Irans und Turans. [2] Dynastiegeschichte steht damit neben einer weiteren politischen Chronologie. Das Buch zeigt sowohl frühere Herrschaft als auch die Selbstdarstellung eines Fürsten des sechzehnten Jahrhunderts. Übernommene Genealogie, ererbte Erzählung und selbst erlebte Ereignisse müssen unterschieden werden.
Handschriften und offene Datierungsfragen
Özgüdenli identifiziert das Autorenexemplar vom 13.August 1597 als Bodleian MS.Elliott 332. Eine Kopie vom 8.September 1606, MS.Elliott 321, bezeichnet er als vom Autor gelesen und korrigiert. [1] Diese Angabe ist mit der Todesüberschrift 1603–04 desselben Eintrags zu vergleichen; ein genaues Todesjahr bleibt unsicher. Die Amtsübergabe an Sohn Shams al-Din 1597 ist eine andere Frage als die Entstehung und spätere Überlieferung des Buches. Signaturen ermöglichen weitere Nachforschung.
Ausgaben und Übersetzungen
Die Bibliothek der Türkischen Historischen Gesellschaft verzeichnet Muhammad Abbasis persische Teheraner Ausgabe 1965 auf Grundlage der Petersburger Veröffentlichung 1860–62 von Velyaminov-Zernov. Original und ältere Ausgabe sind ausdrücklich persisch. [3] Velyaminov-Zernov ist deshalb als Herausgeber, nicht als englischer Übersetzer zu nennen. Beim Vergleich sollten Herausgeber oder Übersetzer, Band, Erscheinungsdatum und zitierter Abschnitt festgehalten werden.
Quellen und weiterführende Literatur
- Osman Gazi Özgüdenli, Şeref Han, TDV İslâm Ansiklopedisi38(2010),pp.548–550; biography and manuscript dates.
- Erika Glassen, Bedlīsī, Šaraf-al-Dīn Khan, Encyclopaedia Iranica IV/1(1989),pp.76–77; career and structure of the Sharafnama.
- Turkish Historical Society Library,record533159:Şerefnâme,Persian edition,Tehran1965; original and1860–62source-edition notes.
- Unidentified1597artist,Council of the Prince of Botan,Bodleian MS.Elliott332,folio43a;Wikimedia Commons public-domain reproduction.