Afrasiab II regierte Groß-Lorestan nach Yusuf Schah II. Die Dynastie kurdischer Herkunft hatte ihren Sitz in Idadsch, dem heutigen Izeh.

Grüne Felder, verstreute Bäume und ein gewundener Wasserlauf unter felsigen Bergen in der Susan-Ebene bei Izeh
Ehsanraki, Susan-Ebene bei Izeh, 23. Mai 2010. Moderne Landschaft als regionaler Kontext, kein Herrscherporträt oder identifiziertes mittelalterliches Gebäude. © Ehsanraki · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons.

Herrscher von Groß-Lorestan

Muzaffar al-Din Afrasiab II gehörte zu den Hazaraspiden, den Atabegen von Groß-Lorestan. Bosworth beschreibt sie als Dynastie kurdischer Herkunft im südwestlichen Zagros, die Lorestan und benachbarte Teile von Fars beherrschte. Sie führten den Titel Atabeg, waren aber weder ethnisch türkisch noch tatsächliche Erzieher junger Prinzen, woraus der Titel entstanden war. [1] Die Herkunft der Familie bestimmt nicht die Sprache und Identität aller Untertanen.

Nachfolge und Datierungsgrenzen

Rıza Kurtuluş schreibt in der TDV İslâm Ansiklopedisi, Yusuf Schah II sei 740 der Hidschra, dort mit 1339 wiedergegeben, in Schuschtar gestorben; sein Bruder Afrasiab II sei gefolgt. Dieses islamische Jahr umfasst Teile von 1339–1340. Afrasiabs Tod setzt derselbe Eintrag auf 751/1350. [2] Daten und Verwandtschaft sind dieser Darstellung zuzuschreiben, nicht als einstimmig geklärte Chronologie auszugeben. Genaues Geburtsdatum, Kindheit und Thronbesteigungszeremonie sind hier nicht belegt.

Das Ende der ilchanischen Bindung

Kurtuluş nennt regelmäßigen Tribut unter Nusrat al-Din Ahmad und Yusuf Schahs II. Herrschaft über Schuschtar, Hoveyzeh und Basra. Unter Afrasiab II seien die Beziehungen zu den Ilchanen ganz abgebrochen. [2] Das belegt einen politischen Wandel, nicht den persönlichen Erhalt jeder früheren Erwerbung. Bosworth betont Anpassung, Unterwerfung und Tribut als Überlebensmittel gegenüber stärkeren Nachbarn. [1] Verhandlung war ebenso Bestandteil der Herrschaft wie Krieg.

Nawral Ward gehört in die Herrscherfolge

Die Persische Enzyklopädie führt Yusuf Schah II, Afrasiab II, Nawral Ward und Schams al-Din Paschang auf. [3] Paschang sollte Nawral Ward daher nicht als unmittelbaren Nachfolger ersetzen. Sein eigener Eintrag nennt die Ernennung durch Mubariz al-Din, spätere Angriffe Schah Mansurs aus Schuschtar und unterschiedliche Angaben zur Verwandtschaft. [4] Diese Konflikte gehören zu Paschangs Zeit. Sie belegen keinen sonst undokumentierten Sieg oder erfolgreiche Belagerungsabwehr Afrasiabs II.

Idadsch, Izeh und die Gebirgswege

Die Hauptstadt erscheint als Idadsch, Izeh und Mal-e Amir. Kaveh Ehsani verortet Izeh in einem Gebirgstal im nordöstlichen Chuzestan, östlich des Karun, zwischen Hochland und Ebene. Er verbindet die Hazaraspiden mit der gepflasterten Atabegenstraße durch die Berge. [5] Diese Lage verdeutlicht die Bedeutung der Verkehrswege für den regionalen Hof. Afrasiab II wird damit nicht zum persönlichen Erbauer der Straße.

Die Tragweite der Überlieferung

Bosworth betont spärliche Quellen und das Fehlen einer eigens dieser Herrscherlinie gewidmeten Geschichte; allgemeine persische Chroniken liefern verstreute Nachrichten. [1] Afrasiab II lässt sich in die Nachfolge einordnen. Ein bestimmter Auftrag, erhaltenes Werk oder eigenes Mäzenatenprogramm ist hier nicht belegt. Leistungen anderer Herrscher dürfen ihm nicht automatisch zugeschrieben werden. Historisch fassbar ist er als Regent während wechselnder Oberherrschaft.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. C. Edmund Bosworth, Hazaraspids, Encyclopaedia Iranica XII/1 (2003), p. 93; dynasty, title and limits of the historical record.
  2. Rıza Kurtuluş, Lur-ı Büzürg, TDV İslâm Ansiklopedisi 27 (2003), pp. 225–226; succession, chronology and Ilkhanid relations.
  3. Persian Encyclopaedia, Great Lorestan, Wikijoo; ordered list of rulers including Nawral Ward.
  4. Persian Encyclopaedia, Shams al-Din Pashang of Lorestan, Wikijoo; appointment, later conflicts and differing kinship accounts.
  5. Kaveh Ehsani, Iḏeh, Encyclopaedia Iranica (2008); place names, regional geography and the Atabaks’ Road.
  6. Ehsanraki, Susan90, 23 May 2010; CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.