Einleitung
Arnavaz und Shahrnaz sind zwei königliche Frauen des Shahnameh, des persischen Buches der Könige: Prinzessinnen aus dem Haus Jamshids, die der Schlangentyrann Zahhak während seiner langen, bösen Herrschaft gefangen nahm. Schließlich wurden sie von dem Helden Faridun befreit, als dieser den Tyrannen stürzte.
Nach ihrer Befreiung wurden die beiden Fariduns Gemahlinnen und gebaren seine drei Söhne: Salm, Tur und Iraj. Durch ihre Söhne wurden Arnavaz und Shahrnaz zu den Stammmüttern der langen, tragischen Fehde zwischen Iran und Turan, die das Herz des Epos durchzieht: eines Konflikts, der innerhalb ihrer eigenen Familie entstand.
Wie alle Gestalten des Buches der Könige gehören Arnavaz und Shahrnaz zum gemeinsamen epischen und mythologischen Erbe der iranischen Völker, einer Überlieferung, die die Kurden mit den Persern, den Luren und anderen Völkern der iranischen Kulturwelt teilen. Wer Arnavaz und Shahrnaz kennenlernt, begegnet zwei bemerkenswerten Frauen des Epos: den Prinzessinnen, deren Gefangenschaft und Befreiung zur großen Geschichte von Zahhak und Faridun gehören und deren Söhne das Schicksal der iranischen Welt prägen sollten.
Inhaltsverzeichnis
Wer sind Arnavaz und Shahrnaz?
Prinzessinnen aus dem Haus Jamshids
Vom Tyrannen gefangen genommen
Die Mütter von Salm, Tur und Iraj
Arnavaz, Shahrnaz und die Kurden
Debatten und Missverständnisse
Quellen und weiterführende Literatur
Wer sind Arnavaz und Shahrnaz?
Arnavaz und Shahrnaz sind zwei königliche Frauen des Shahnameh, Prinzessinnen aus dem Haus des großen Königs Jamshid. Die Überlieferung beschreibt sie als seine Töchter oder, in einigen Fassungen, als seine Schwestern. Als der Schlangentyrann Zahhak Jamshid stürzte und den Thron an sich riss, nahm er die beiden Prinzessinnen gefangen und hielt sie während der langen Jahre seiner bösen Herrschaft fest. Als sich schließlich der Held Faridun erhob, Zahhak stürzte und unter dem Berg Damavand fesselte, befreite er Arnavaz und Shahrnaz aus ihrer Gefangenschaft und nahm sie zu seinen Gemahlinnen. Sie wurden die Mütter von Fariduns drei Söhnen, Salm, Tur und Iraj, und damit die Stammmütter der langen Fehde zwischen Iran und Turan. Sie gehören zu den bemerkenswerten Frauen des frühen Epos: den Prinzessinnen der Geschichte von Zahhak und Faridun.
Prinzessinnen aus dem Haus Jamshids
Arnavaz und Shahrnaz gehörten zum Königshaus Jamshids, des großen Königs des frühen Epos, des glanzvollen Herrschers über das goldene Zeitalter des pischdadischen Geschlechts. In der Überlieferung werden sie meist als Jamshids Töchter beschrieben, in einigen Fassungen des Epos jedoch als seine Schwestern angesehen.
Ob Töchter oder Schwestern: Die beiden Prinzessinnen gehörten zum höchsten königlichen Geschlecht, zum Haus des großen Königs Jamshid. Seine lange, ruhmreiche Herrschaft war einer der Höhepunkte des frühen Epos, bevor er dem Hochmut verfiel und gestürzt wurde. Als königliche Frauen aus Jamshids Haus waren Arnavaz und Shahrnaz Prinzessinnen ersten Ranges: Frauen von Schönheit und edler Geburt im Zentrum des Reiches. Ihre hohe Stellung ist für ihre Geschichte entscheidend. Als Prinzessinnen des gefallenen Königshauses wurden sie vom Thronräuber und Tyrannen Zahhak gefangen genommen. Als königliche Frauen sollten sie später die Gemahlinnen des Helden Faridun und Mütter seiner königlichen Söhne werden. Ihre Herkunft aus Jamshids Haus stellt Arnavaz und Shahrnaz somit in den Mittelpunkt der königlichen Linie des frühen Epos. Sie verbindet das goldene Zeitalter Jamshids über ihre Gefangenschaft unter Zahhak mit dem neuen Zeitalter Fariduns und seiner Söhne. Ihre königliche Geburt bildet die Grundlage ihrer Bedeutung: die Prinzessinnen aus Jamshids Haus, deren Schicksal mit der großen Wende des frühen Epos verbunden ist, mit Jamshids Fall, Zahhaks Tyrannei und der durch Faridun bewirkten Befreiung.
Das Wichtigste
Arnavaz und Shahrnaz sind Prinzessinnen aus dem Haus Jamshids.
Sie werden als Jamshids Töchter oder, in einigen Fassungen, als seine Schwestern beschrieben.
Der Schlangentyrann Zahhak nahm sie gefangen, als er den Thron an sich riss.
Während der langen Jahre von Zahhaks böser Herrschaft wurden sie gefangen gehalten.
Der Held Faridun befreite sie, als er Zahhak stürzte.
Sie wurden Fariduns Gemahlinnen und die Mütter von Salm, Tur und Iraj.
Auf einen Blick
Namen: Arnavaz und Shahrnaz
Rolle: Prinzessinnen; Zahhaks Gefangene; Fariduns Gemahlinnen
Haus: Das Königshaus Jamshids
Verwandtschaft mit Jamshid: Töchter oder, in einigen Fassungen, Schwestern
Gefangennehmer: Zahhak, der Schlangentyrann
Befreier: Faridun, der Heldenkönig
Söhne: Salm, Tur und Iraj
Bedeutung: Stammmütter der Fehde zwischen Iran und Turan
Avestische Namen: Arenavachi und Sanghavachi
Erbe: Gemeinsame iranische epische Überlieferung
Vom Tyrannen gefangen genommen
Die Gefangenschaft von Arnavaz und Shahrnaz begann mit dem Sturz Jamshids durch den Schlangentyrannen Zahhak. Als Jamshid dem Hochmut verfallen war und den göttlichen Glanz, das Farr, verloren hatte, wurde er vom aufsteigenden Tyrannen gestürzt und vom Thron vertrieben. Die beiden Prinzessinnen seines Hauses gerieten in Zahhaks Gewalt.
Zahhak, der Tyrann mit Schlangen auf den Schultern, hatte den Thron an sich gerissen und Jamshid in die Flucht und schließlich in den Tod getrieben. Er nahm die beiden königlichen Prinzessinnen des gefallenen Hauses gefangen, bemächtigte sich ihrer im Zuge seiner Eroberung und zwang sie in seinen Dienst und seinen Haushalt. Die Gefangennahme der Prinzessinnen durch den Tyrannen gehört zur dunklen Geschichte von Zahhaks Thronraub: zur Eroberung des Königshauses und Unterwerfung seiner Frauen unter die Macht des bösen Königs. Für Arnavaz und Shahrnaz begann damit eine lange Gefangenschaft. Während der vielen Jahre seiner Herrschaft wurden sie am Hof des Tyrannen festgehalten. Ihre Gefangennahme markiert ihren Eintritt in die große Geschichte von Zahhaks Tyrannei: die königlichen Frauen des gefallenen Hauses in der Gewalt des Schlangenkönigs. Ihre Gefangenschaft sollte während der langen, dunklen Jahre von Zahhaks Herrschaft andauern, bis der Befreier Faridun kam. Die Gefangennahme von Arnavaz und Shahrnaz durch den Tyrannen ist somit der dunkle Anfang ihrer Geschichte: die Unterwerfung der Prinzessinnen aus Jamshids Haus unter die Macht des bösen Thronräubers. Aus dieser Gefangenschaft sollten sie erst durch den Sturz des Tyrannen und den Triumph des Helden befreit werden.
Am Hof Zahhaks
Während der langen Jahre der Tyrannei Zahhaks wurden Arnavaz und Shahrnaz an seinem Hof festgehalten, als königliche Gefangene im Haushalt des Schlangenkönigs. Die Überlieferung berichtet, dass sie während des dunklen Zeitalters seiner Herrschaft in seinem Dienst gehalten wurden. Damals nährte der Tyrann die Schlangen, die aus seinen Schultern wuchsen, mit den Gehirnen junger Menschen und unterdrückte die Welt durch seine Grausamkeit.
Die Überlieferung erzählt Verschiedenes über die Prinzessinnen während ihrer langen Gefangenschaft am Hof Zahhaks. In einigen Erzählungen wurden sie in unmittelbarer Nähe des Tyrannen gehalten und in ihrer Hilflosigkeit sogar zu Werkzeugen seines Willens gemacht. Sie blieben jedoch königliche Frauen des gefallenen Hauses, die ihrer Freiheit beraubt waren. Die lange Gefangenschaft von Arnavaz und Shahrnaz am Hof des Tyrannen gehört zur Dunkelheit des Zeitalters Zahhaks: die königlichen Prinzessinnen im Haushalt des bösen Königs während der vielen Jahre seiner unterdrückerischen Herrschaft. Ihre Gegenwart am Hof verbindet sie mit der großen Geschichte von Zahhaks Tyrannei, dem dunklen Zeitalter, von dem das Epos vor der Ankunft des Befreiers erzählt. Als sich schließlich der Held Faridun gegen den Tyrannen erhob und dessen Palast stürmte, fand er darin diese gefangenen Prinzessinnen: die königlichen Frauen aus Jamshids Haus, festgehalten am Hof Zahhaks. Die lange Gefangenschaft am Hof des Tyrannen bildet somit den dunklen Mittelteil ihrer Geschichte, die Jahre der Unterwerfung, aus denen Fariduns Triumph sie befreien sollte. Dass sie die lange Dunkelheit von Zahhaks Herrschaft überstanden, bereitet den Boden für ihre Befreiung und ihr neues Leben als Gemahlinnen des Heldenkönigs.
Von Faridun befreit
Die Befreiung von Arnavaz und Shahrnaz kam mit dem Aufstand des Helden Faridun gegen den Tyrannen Zahhak. Mit der Unterstützung des Volkes, das der Schmied Kawa zum Aufstand bewegt hatte, stürzte Faridun den Schlangenkönig und stürmte dessen Palast. Dabei befreite er die gefangenen Prinzessinnen.
In der Überlieferung fand Faridun beim Betreten des Palastes des Tyrannen darin die gefangenen Prinzessinnen: die königlichen Frauen aus Jamshids Haus, die Zahhak festhielt. Er befreite sie aus ihrer Gefangenschaft und beendete die Gewalt des Tyrannen über sie. Die Überlieferung berichtet, Faridun habe die Prinzessinnen von dem Makel ihrer langen Verbindung mit dem bösen König gereinigt und die königlichen Frauen des gefallenen Hauses zu seinen eigenen Gemahlinnen genommen. Die Befreiung von Arnavaz und Shahrnaz gehört zum triumphalen Höhepunkt der Geschichte von Zahhak und Faridun: die Befreiung der Gefangenen zusammen mit dem Sturz des Tyrannen und der Befreiung der Welt von seiner Unterdrückung. Mit ihrer Rettung wechselten die Prinzessinnen aus der dunklen Gefangenschaft am Hof Zahhaks in ein neues Leben als Gemahlinnen des Heldenkönigs Faridun, des Befreiers, der sie und die Welt befreit hatte. Die Befreiung durch Faridun ist somit der Wendepunkt ihrer Geschichte: die Rettung der Prinzessinnen aus der langen Gefangenschaft und die Wiederherstellung ihrer Ehre als Gemahlinnen des neuen, rechtschaffenen Königs. Ihre Befreiung ist mit der großen Erlösung der Welt von Zahhaks Tyrannei verbunden, mit dem Triumph des Helden Faridun.
Die Mütter von Salm, Tur und Iraj
Als Gemahlinnen Fariduns wurden Arnavaz und Shahrnaz die Mütter der drei Söhne des Heldenkönigs: Salm, Tur und Iraj. Damit wurden sie zu den Stammmüttern des großen, tragischen Konflikts, der folgen sollte.
In der Überlieferung wurden Fariduns drei Söhne von den beiden Prinzessinnen geboren. Nach der gängigen Darstellung gebar Shahrnaz die beiden älteren Söhne Salm und Tur, während Arnavaz den jüngsten, Iraj, gebar. Unter diesen drei Söhnen teilte Faridun die Welt auf: Er gab Salm den Westen, Tur Turan und dem geliebten Iraj Iran. Sie wurden die zentralen Gestalten der nächsten großen Tragödie des Epos. Denn die Eifersucht der älteren Brüder Salm und Tur auf den bevorzugten Iraj führte dazu, dass sie ihren Bruder ermordeten. Dieses Verbrechen löste die lange, bittere Fehde zwischen Iran und Turan aus, den zentralen wiederkehrenden Konflikt des gesamten Epos, der in Vergeltungskriegen über Generationen fortgeführt wurde. Als Mütter dieser drei Söhne sind Arnavaz und Shahrnaz die Stammmütter dieses großen Konflikts: die königlichen Frauen, von denen die Linien Irans und Turans und die lange Fehde zwischen ihnen ausgingen. Diese Rolle als Mütter von Salm, Tur und Iraj ist der weitreichendste Aspekt ihrer Bedeutung. Durch ihre Söhne stehen sie am Ursprung des zentralen Konflikts des Epos. Die von Zahhak befreiten Prinzessinnen werden somit durch ihre Kinder zu den Stammmüttern der großen Fehde. Ihre Geschichte verbindet das frühe Zeitalter Zahhaks und Fariduns mit den folgenden langen Kriegen zwischen Iran und Turan.
Symbolik und Bedeutung
Arnavaz und Shahrnaz verkörpern zum Teil das Thema königlicher Gefangener, die von der Tyrannei befreit werden: die Prinzessinnen des gefallenen Hauses, die der böse Zahhak festhält und der rechtschaffene Faridun befreit. Ihre Befreiung gehört zur großen Befreiung der Welt vom Tyrannen, zur Wiederherstellung der rechten Ordnung nach dem dunklen Zeitalter des Thronraubs.
Arnavaz und Shahrnaz verkörpern auch das Thema der Kontinuität und der königlichen Linie. Als Prinzessinnen aus Jamshids Haus, die Fariduns Gemahlinnen und Mütter seiner Söhne werden, verbinden sie die königliche Linie über die große Wende des frühen Epos hinweg: vom goldenen Zeitalter Jamshids über das dunkle Zeitalter Zahhaks zum neuen Zeitalter Fariduns und seiner Erben. Als Mütter von Salm, Tur und Iraj verkörpern sie außerdem den Ursprung der großen Fehde zwischen Iran und Turan: die Stammmütter, aus deren Nachkommenschaft der zentrale Konflikt des Epos entstand. Darin liegt ihre weitreichende Bedeutung, denn die gesamte lange Geschichte der Kriege zwischen Iran und Turan geht letztlich aus ihren Kindern hervor. In all dem sind Arnavaz und Shahrnaz bedeutungsvolle Gestalten des frühen Epos. Sie verkörpern die königlichen Gefangenen, die von der Tyrannei befreit werden, die Kontinuität der königlichen Linie und den Ursprung der großen Fehde. Sie sind die von Zahhak befreiten Prinzessinnen, die königlichen Frauen, deren Schicksal mit der großen Geschichte von Jamshids Fall, Zahhaks Tyrannei, Fariduns Triumph und dem langen Konflikt zwischen Iran und Turan verwoben ist.
Arnavaz, Shahrnaz und die Kurden
Arnavaz und Shahrnaz gehören wie alle Gestalten des Shahnameh zum gemeinsamen epischen und mythologischen Erbe der iranischen Völker, einer Überlieferung, die die Kurden mit den Persern, den Luren und anderen Völkern der iranischen Kulturwelt teilen. Die große Geschichte von Zahhak und Faridun, in der die Prinzessinnen auftreten, gehört zum gemeinsamen Erbe dieser Völker.
Die Geschichte von Zahhak und Faridun, zu der die Prinzessinnen gehören, hat in der kurdischen Überlieferung besonderen Widerhall. Der Sturz des Tyrannen Zahhak durch den Aufstand des Volkes, verbunden mit dem Schmied Kawa und gefeiert zu Newroz, ist den Kurden besonders lieb. Sie verbinden das Neujahrsfest und das Entzünden von Feuern mit der Niederlage des Tyrannen. Arnavaz und Shahrnaz gehören als gefangene Prinzessinnen, die bei dieser großen Befreiung gerettet werden, zu dieser geschätzten Geschichte. Sachgerecht und ehrlich lassen sich die Prinzessinnen selbst und das breitere Epos, in dem sie auftreten, jedoch als Teil des gemeinsamen iranischen Erbes verstehen, nicht als ausschließlich kurdische Gestalten. Denn die Gestalten und Geschichten des Shahnameh sind das gemeinsame Erbe aller iranischen Völker. Als iranisches Volk teilen die Kurden dieses breite Erbe, zu dem Arnavaz und Shahrnaz gehören. Zugleich hat die größere Geschichte von Zahhaks Sturz durch ihre Verbindung mit Newroz einen besonderen Platz in der kurdischen Überlieferung. Wenn wir die Prinzessinnen vorstellen, stellen wir somit Gestalten des gemeinsamen iranischen Erbes vor, dessen Erben die Kurden als iranisches Volk neben ihren Nachbarn sind.
Debatten und Missverständnisse
Waren Arnavaz und Shahrnaz Jamshids Töchter oder seine Schwestern? Die Überlieferung unterscheidet sich in diesem Punkt. In einigen Fassungen des Shahnameh und in einigen verwandten Quellen werden die beiden Prinzessinnen als Töchter Jamshids beschrieben, in anderen als seine Schwestern angesehen. In beiden Fällen sind sie königliche Frauen aus Jamshids Haus, Prinzessinnen aus höchstem königlichem Geschlecht. Ihr genaues Verwandtschaftsverhältnis zum großen König ist eine Frage, in der die Quellen voneinander abweichen. Übereinstimmend sind ihre königliche Herkunft aus Jamshids Haus und ihre zentrale Rolle in der Geschichte von Zahhak und Faridun.
Welche Prinzessin war die Mutter welches Sohnes? Nach der gängigen Darstellung gebar Shahrnaz die beiden älteren Söhne Fariduns, Salm und Tur, während Arnavaz den jüngsten und am meisten geliebten Sohn Iraj gebar. Diese Aufteilung der Söhne auf die beiden Mütter ist die übliche Überlieferung. Entscheidend ist jedoch, dass Fariduns drei Söhne, unter denen die Welt aufgeteilt wurde und deren Konflikt die Fehde zwischen Iran und Turan begann, von den beiden aus Zahhaks Gewalt befreiten Prinzessinnen geboren wurden.
Sind Arnavaz und Shahrnaz ausdrücklich kurdische Gestalten? Nein. Wie alle Gestalten des Shahnameh gehören sie zum gemeinsamen epischen Erbe der iranischen Völker, einer Überlieferung, die die Kurden mit den Persern, den Luren und anderen Völkern der iranischen Kulturwelt teilen. Sie sind keine ausschließlich kurdischen Gestalten. Die größere Geschichte von Zahhaks Sturz, zu der ihre Befreiung gehört, nimmt durch ihre Verbindung mit Newroz jedoch einen besonderen Platz in der kurdischen Überlieferung ein. Als iranisches Volk teilen die Kurden dieses breite Erbe, zu dem die Prinzessinnen gehören, neben den anderen Erben der Überlieferung.
Verwandte Themen
Zahhak: der Schlangentyrann, der die Prinzessinnen gefangen hielt
Faridun: der Held, der sie befreite und zu seinen Gemahlinnen nahm
Jamshid: der große König, aus dessen Haus die Prinzessinnen stammten
Salm: ein Sohn Fariduns und der Prinzessinnen
Tur: ein Sohn Fariduns, Stammvater der Turanier
Iraj: der geliebte jüngste Sohn, Stammvater der Iraner
Kawa der Schmied: der das Volk zum Aufstand gegen Zahhak bewegte
Das Shahnameh: das persische Buch der Könige, das große Epos Irans
Häufig gestellte Fragen
Wer sind Arnavaz und Shahrnaz im Shahnameh?
Arnavaz und Shahrnaz sind zwei königliche Frauen des Shahnameh, Prinzessinnen aus dem Haus des großen Königs Jamshid. Sie werden als seine Töchter oder, in einigen Fassungen, als seine Schwestern beschrieben. Als der Schlangentyrann Zahhak Jamshid stürzte und den Thron an sich riss, nahm er die beiden Prinzessinnen gefangen und hielt sie während seiner langen Herrschaft fest. Schließlich wurden sie vom Helden Faridun befreit, der Zahhak stürzte und sie zu seinen Gemahlinnen nahm. Sie wurden die Mütter seiner drei Söhne Salm, Tur und Iraj.
Wie wurden Arnavaz und Shahrnaz befreit?
Arnavaz und Shahrnaz wurden vom Helden Faridun befreit, als er den Tyrannen Zahhak stürzte. Mit der Unterstützung des Volkes, das der Schmied Kawa zum Aufstand bewegt hatte, erhob sich Faridun gegen den Schlangenkönig, stürmte dessen Palast und fesselte ihn unter dem Berg Damavand. Als Faridun den Palast betrat, fand er darin die gefangenen Prinzessinnen. Er befreite sie aus ihrer langen Gefangenschaft und nahm die königlichen Frauen aus Jamshids Haus zu seinen eigenen Gemahlinnen.
Waren sie Jamshids Töchter oder Schwestern?
Die Überlieferung unterscheidet sich in diesem Punkt. In einigen Fassungen des Shahnameh und verwandten Quellen werden Arnavaz und Shahrnaz als Jamshids Töchter beschrieben, in anderen als seine Schwestern angesehen. In beiden Fällen sind sie königliche Frauen aus Jamshids Haus, Prinzessinnen aus höchstem königlichem Geschlecht. Übereinstimmend sind in der Überlieferung ihre königliche Herkunft aus Jamshids Haus und ihre zentrale Rolle in der Geschichte von Zahhak und Faridun.
Wer waren die Söhne von Arnavaz und Shahrnaz?
Als Fariduns Gemahlinnen wurden die beiden Prinzessinnen die Mütter seiner drei Söhne Salm, Tur und Iraj. Nach der gängigen Darstellung gebar Shahrnaz die beiden älteren Söhne Salm und Tur, während Arnavaz den jüngsten und am meisten geliebten Sohn Iraj gebar. Unter diesen drei Söhnen teilte Faridun die Welt auf. Die Eifersucht der älteren Brüder auf Iraj, den sie ermordeten, begründete die lange, tragische Fehde zwischen Iran und Turan.
Warum sind Arnavaz und Shahrnaz wichtig?
Arnavaz und Shahrnaz sind vor allem als Mütter von Salm, Tur und Iraj wichtig und damit als Stammmütter der langen Fehde zwischen Iran und Turan, des zentralen wiederkehrenden Konflikts des Epos. Sie verkörpern außerdem die königlichen Gefangenen, die von der Tyrannei befreit werden, und die Kontinuität der königlichen Linie. Sie verbinden das goldene Zeitalter Jamshids über das dunkle Zeitalter Zahhaks mit dem neuen Zeitalter Fariduns und seiner Erben. Ihr Schicksal ist mit der großen frühen Geschichte des Epos verwoben.
Sind Arnavaz und Shahrnaz kurdische Gestalten?
Sie gehören zum gemeinsamen epischen Erbe der iranischen Völker, einer Überlieferung, die die Kurden mit den Persern, den Luren und anderen Völkern der iranischen Kulturwelt teilen. Sie sind keine ausschließlich kurdischen Gestalten. Die größere Geschichte von Zahhaks Sturz, zu der ihre Befreiung gehört, hat durch ihre Verbindung mit Newroz jedoch einen besonderen Platz in der kurdischen Überlieferung. Als iranisches Volk teilen die Kurden dieses breite Erbe, zu dem die Prinzessinnen gehören, neben ihren Nachbarn.
Quellen und weiterführende Literatur
Feredun – Encyclopaedia Iranica
Verzeichnis der Frauen im Shahnameh – Wikipedia
