Seine Abgeordneten- und Ministerlaufbahn gehört neben die Forschung zu seiner Rolle im Völkermord von 1915.

Schwarzweißporträt von Feyzi Bey mit Fes, dunkler Jacke, hohem Kragen und geschwungenem Schnurrbart
Undatiertes Parlamentsporträt, TBMM-Album I, S. 23, über Wikimedia Commons. Fotograf unbekannt; gemeinfrei. TBMM parliamentary portrait, via Wikimedia Commons · Public domain.

Parlament und politische Richtung

Das TBMM-Album nennt Diyarbakır, Geburtsjahr 1878 und die Eltern Arif und Emine. Nach dem Tod seines Vaters wurde Feyzi 1909 in einer Nachwahl Abgeordneter. Seine kurdische Herkunft beweist kein nationales Befreiungsprogramm. Doğan berichtet, er habe 1913 beim Hêvî-Kongress die Konzentration auf das Studium verlangt und einen eigenständigen kurdischen Kurs abgelehnt. Üngör verortet ihn beim Komitee für Einheit und Fortschritt. [1] [2] [3] [4]

Die Forschung zu 1915

Üngör identifiziert Feyzi als wichtigen Mitarbeiter des Gouverneurs Mehmed Reshid bei der Organisation des Völkermords in Diyarbakır. Er nennt ihn im Untersuchungskomitee und beschreibt die Einbindung seines Cousins Bekir Sıdkı. Diese persönliche Rolle kann nicht durch allgemeine Aussagen über unterschiedliche Verhaltensweisen von Kurden ersetzt werden. Zugleich sind Cousin, Gouverneur und Abgeordneter verschiedene Personen; Verantwortung darf nicht pauschal ethnisiert werden. [4]

Malta und Ankara

1919 wurde Feyzi wegen Vorwürfen zur Verfolgung festgenommen, über Ägypten nach Malta gebracht und entkam 1921. Im Januar 1922 beteiligte er sich an der Arbeit der Ankara-Versammlung und wurde Minister für öffentliche Arbeiten. Die nicht erfolgte Verhandlung in Malta ist kein gerichtlicher Freispruch. Der Chester-Vertrag nennt ihn als Vertreter der türkischen Regierung gegenüber einem Privatunternehmen. Er dokumentiert geplante Bahnstrecken und Bedingungen, keine vollständig gebauten Linien. [3] [5] [6]

Republikanische Ämter

Das Parlament verzeichnet Amtszeiten vom 14. August bis 27. Oktober 1923 sowie vom 22. November 1924 bis 3. März 1925. Es war keine ununterbrochene Ministerzeit. Seine Parlamentslaufbahn endete 1927. Uludağ dokumentiert Kontakte zu Fethi Okyars Freier Republikanischer Partei 1930 und den Tod am 17. Februar 1933 in Istanbul. Spätere Ausgrenzung darf seine frühere Regierungsbeteiligung nicht verdecken. [5] [7]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Turkish Grand National Assembly, TBMM Albümü 1920–2010, volume I (2010), p. 23; primary parliamentary biographical record and portrait, including education, family, Ottoman terms and detention.
  2. Kenan Olgun, “Osmanlı Meclis-i Mebusanı’nda Ara Seçimler (1908–1912 Dönemi)”, Atatürk Araştırma Merkezi Dergisi 28/82 (2012); Diyarbakır by-election and reference to the Chamber’s record.
  3. Yalçın Doğan, “Feyzi Bey (Pirinççioğlu) (1878–1933)”, Atatürk Ansiklopedisi (2024); education, Hêvî congress intervention, detention, escape and election as minister.
  4. Uğur Ümit Üngör, “Property and Family: Mobilisation for Violence during the Armenian Genocide”, Tijdschrift voor Sociale en Economische Geschiedenis 10/4 (2013), pp. 97–120, especially pp. 103–105; original historical research on Feyzi, Reshid’s committee and Bekir Sıdkı.
  5. Mekki Uludağ, “Diyarbakır Milletvekili Pirinççizade Feyzi Bey’in Yaşamı ve Faaliyetleri”, Mukaddime 13/2 (2022), pp. 315–339; parliamentary chronology, Malta, 1930 contacts and death. Its favourable assessment is distinguished from the genocide research.
  6. Papers Relating to the Foreign Relations of the United States, 1923, volume II, document 1007: Ottoman–American Development Company to the Secretary of State, 25 July 1923, with translated agreements; primary text naming Feyzi and setting out proposed railway and mining conditions.
  7. Turkish Grand National Assembly, second-term parliamentary activities, Feyzi Bey (Pirinççioğlu), p. 251; separate ministerial periods, committees and proposals.
  8. Pirinççizade Feyzi Bey, unknown photographer, Wikimedia Commons; public-domain parliamentary portrait, sourced to TBMM Albümü, volume I, p. 23.