Einleitung
Drvaspa ist die Yazata der Herden und Pferde in der zoroastrischen und iranischen Tradition: die wohltätige Gottheit, deren Name diejenige bedeutet, die Pferde gesund hält. Als Beschützerin von Rindern, Kleinviehherden und Pferden erhält sie die Herden gesund und wacht über die Tierwelt.
In der religiösen Vorstellung von Ahura Mazda, dem Weisen Herrn, ist Drvaspa die Gottheit, die die Tiere bewacht, von denen das Leben der Menschen abhing: Rinder, Kleinvieh und besonders Pferde. Sie bewahrt ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen. Die großen Helden und Könige der Sage rufen sie an und suchen ihre Hilfe und Gunst; unter den Yashts wird sie in einem eigenen heiligen Hymnus geehrt.
Wie die anderen Gottheiten der zoroastrischen Tradition gehört Drvaspa zum gemeinsamen alten religiösen und mythologischen Erbe der iranischen Völker, einer Tradition, welche die Kurden mit den Persern und anderen Völkern der iranischen Welt teilen. Wer Drvaspa kennenlernt, begegnet der zoroastrischen Ehrfurcht vor der Tierwelt und dem Hirtenleben: der wohltätigen Gottheit, die Herden und Pferde gesund hält und über die Tiere wacht, von denen das Leben abhing.
Inhalt
Das Wichtigste auf einen Blick
Die Hüterin der Herden und Pferde
Von den Helden der Sage angerufen
In einem eigenen Hymnus geehrt
Debatten und Missverständnisse
Quellen und weiterführende Literatur
Wer ist Drvaspa?
Drvaspa ist in der zoroastrischen Tradition die Yazata oder Gottheit der Herden und Pferde: eines der wohltätigen göttlichen Wesen, die Ahura Mazda zur Bewahrung der guten Schöpfung geschaffen hat. Ihr Name bedeutet diejenige, die Pferde gesund hält, oder diejenige mit kräftigen, gesunden Pferden. Sie ist die Beschützerin von Rindern, Kleinvieh und Pferden, die Gottheit, die Herden gesund hält und über die Tierwelt wacht, von der das Leben der Menschen abhing. Die heilige Überlieferung preist Drvaspa als mächtige, heilige Gottheit, die Kleinvieh- und Rinderherden gesund hält, ausgewachsene Rinder ebenso wie Jungtiere, und die Pferdegespanne anschirrt, um den Gläubigen zu helfen. Große Helden und Könige der Sage wie Hoshang, Jamshid, Faridun, Kay Khosrow und Goshtasp rufen sie an und suchen ihre Hilfe und Gunst für ihre Unternehmungen und Siege. Sie ist mit anderen Gottheiten der Tierwelt verbunden und wird unter den Yashts in einem eigenen heiligen Hymnus geehrt. Als Yazata der Herden und Pferde, die die Herden gesund erhält, nimmt Drvaspa einen wohltätigen Platz unter den Gottheiten der Hirtenwelt in der zoroastrischen Vorstellung ein.
Die Bedeutung des Namens
Der Name Drvaspa wird als diejenige, die Pferde gesund hält, oder als Besitzerin kräftiger, gesunder Pferde verstanden. Seine Bestandteile bedeuten gesund oder kräftig und Pferd. Der Name kennzeichnet sie somit als Gottheit, die mit der Gesundheit und Unversehrtheit von Pferden und im weiteren Sinn der Herden und Tierwelt verbunden ist.
Diese Bedeutung ist entscheidend für ihr Wesen. Drvaspa ist die Gottheit, die Pferde und Herden gesund und unversehrt hält, die Beschützerin der Tiere, von denen das Hirtenleben abhing. Das Pferd nahm in der alten iranischen Welt einen besonders angesehenen Platz ein, geschätzt für Schönheit, Stärke und Nutzen in Frieden und Krieg. Pferdezucht, Pflege und Gesundheit waren sehr wichtig; eine Gottheit, deren Name bereits die Hüterin gesunder Pferde bezeichnet, spiegelt deshalb den hohen Wert dieser Tiere wider. Im weiteren Sinn erhält Drvaspa die Rinder- und Kleinviehherden gesund und ist die Wächterin der Tierwelt. In späterer Überlieferung erscheint der Name in Formen wie Drvasp oder Goshorun; ihr Hymnus wurde mit einem Namen bezeichnet, der mit den Rindern verbunden ist. Die Namensbedeutung enthüllt somit ihr wesentliches Wesen: die Gottheit, die Pferde und Herden gesund und unversehrt hält, die wohltätige Wächterin der Tiere, von denen das Leben abhing. Wer die Namensbedeutung versteht, versteht ihr Wesen: die Hüterin gesunder Pferde und Herden, die Beschützerin der Tierwelt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Drvaspa ist die zoroastrische Yazata der Herden und Pferde.
Ihr Name bedeutet diejenige, die Pferde gesund hält, oder diejenige mit kräftigen Pferden.
Sie schützt Rinder, Kleinvieh und Pferde und hält die Herden gesund.
Die großen Helden und Könige der Sage rufen sie um Hilfe an.
Mit den anderen Tiergottheiten wacht sie über die Tierwelt.
Unter den Yashts wird sie in einem eigenen heiligen Hymnus geehrt.
Kurzüberblick
Name: Drvaspa (diejenige, die Pferde gesund hält); später Drvasp
Bedeutung: Mit kräftigen oder gesunden Pferden; Hüterin gesunder Pferde
Rolle: Yazata der Herden, Rinder und Pferde
Hält gesund: Kleinviehherden, Rinderherden, ausgewachsene Rinder und Jungtiere
Angerufen von: Hoshang, Jamshid, Faridun, Kay Khosrow, Goshtasp
Verbunden mit: Den Gottheiten der Tierwelt
Heiliger Hymnus: Der Gosh- / Drvasp-Yasht (Yasht 9)
Im Kalender: Verbunden mit dem 14. Tag, dem Tag der Tierwelt
Wesen: Eine wohltätige Gottheit der Hirtenwelt
Erbe: Gemeinsame iranische religiöse und mythologische Überlieferung
Die Hüterin der Herden und Pferde
Drvaspas erste und charakteristischste Rolle ist die Hüterin der Herden und Pferde: die Gottheit, die Kleinvieh- und Rinderherden gesund hält und über Rinder und Pferde wacht, von denen das Hirtenleben abhing.
In der zoroastrischen Tradition ist Drvaspa die große Gottheit der Herden und Pferde. Sie wird als mächtige, heilige Gottheit gepriesen, die Kleinviehherden, Rinderherden, ausgewachsene Rinder und Jungtiere gesund hält und über die Tiere und ihr Wohlergehen wacht. In einer Welt, in der das Leben der Menschen von ihren Rindern, ihrem Kleinvieh und ihren Pferden abhing, waren Gesundheit und Unversehrtheit dieser Tiere von größter Bedeutung. Drvaspa ist die Gottheit, die sie bewacht und gesund hält: Beschützerin der Herden und Hüterin gesunder Pferde. Sie soll Pferdegespanne anschirren, um den Gläubigen zu helfen: die Gottheit, die jenen, die sie anrufen, die Stärke und Schnelligkeit der Pferde zur Hilfe bringt. Diese Rolle als Hüterin der Herden und Pferde ist Drvaspas charakteristischster Aspekt: die wohltätige Gottheit, die die lebenswichtigen Tiere bewacht und gesund und unversehrt erhält. Als Hüterin gesunder Kleinvieh- und Rinderherden und besonders der Pferde wird Drvaspa vor allem geehrt: die Beschützerin des Hirtenlebens und der Tierwelt in der zoroastrischen Vorstellung.
Von den Helden der Sage angerufen
Ein bemerkenswertes Merkmal Drvaspas ist, dass die großen Helden und Könige der Sage sie anrufen und ihre Hilfe und Gunst für ihre Unternehmungen und Siege suchen, wie ihr heiliger Hymnus erzählt.
Der Drvaspa gewidmete heilige Hymnus beschreibt eine Reihe großer Helden und Könige der Sage, die ihr Opfer darbringen und ihre Hilfe und Gunst suchen. Dazu gehören frühe Könige und Helden wie Hoshang und Jamshid, Faridun, der Drachentöter, Kay Khosrow, der große König, und Goshtasp, der königliche Förderer des Glaubens. Jeder erbat eine Gunst von Drvaspa. Kay Khosrow etwa wird beschrieben, wie er ihre Hilfe sucht, um den turanischen Gegner zu bezwingen und das seinem Geschlecht zugefügte Unrecht zu rächen. Diese Helden bringen laut Darstellung reiche Opfer dar und erbitten von Drvaspa Erfolg, Sieg und Hilfe bei ihren großen Unternehmungen. Dass die Helden der Sage sie anrufen, spiegelt Drvaspas Rang als mächtige, wohltätige Gottheit wider, deren Hilfe und Gunst die größten Gestalten der sagenhaften Vergangenheit suchten. Die Verbindung Drvaspas mit den Helden der Sage, die ihre Hilfe für ihre Vorhaben erbitten, ist ein bemerkenswertes Merkmal ihres Hymnus. Sie verbindet die Gottheit der Herden und Pferde mit den großen Taten der sagenhaften Könige und Helden. Als Gottheit, die die größten Helden der Sage anrufen und um Hilfe und Gunst bitten, nimmt Drvaspa einen bemerkenswerten Platz in der zoroastrischen und iranischen Tradition ein.
Wächterin der Tierwelt
Drvaspa ist mit den anderen Gottheiten der Tierwelt verbunden. Gemeinsam wachen sie über die Tiere und schützen sie, einen wohltätigen Teil der guten Schöpfung.
In der zoroastrischen Vorstellung ist die Tierwelt, besonders die wohltätigen Tiere wie Rinder, Schafe und Pferde, ein guter, geschätzter Teil der Schöpfung des Weisen Herrn. Mehrere Gottheiten sind mit ihrem Schutz und Wohlergehen verbunden. Drvaspa gehört zu diesen Tiergottheiten und wird gemeinsam mit der Gottheit angerufen, die die Tiere gestaltet, und jener, die die Seele der Rinder ist. Zu dritt wachen sie über die Tierwelt und schützen sie. Dies verbindet Drvaspa mit der umfassenderen zoroastrischen Ehrfurcht vor den wohltätigen Tieren und der ihnen gebührenden Fürsorge. Sie zeigt sich auch im Mythos des Urrinds und der Seele der Rinder sowie im heiligen Unsterblichen Vohu Manah, der laut Überlieferung über die Rinder wacht. Fürsorge und Schutz der wohltätigen Tiere sind wichtige Werte der Tradition. Als Hüterin gesunder Herden und Pferde ist Drvaspa eine Hauptgottheit dieser Fürsorge. Ihre Rolle als Wächterin der Tierwelt verbindet sie mit der umfassenderen zoroastrischen Ehrfurcht vor wohltätigen Tieren und dem Hirtenleben: die Gottheit, die mit ihren Gefährten über die Tiere wacht und sie schützt, von denen das Leben abhing. Als Wächterin der Tierwelt, die Herden und Pferde gesund hält, nimmt Drvaspa ihren wohltätigen Platz unter den Gottheiten der guten Schöpfung ein.
In einem eigenen Hymnus geehrt
Drvaspa wird unter den Yashts, den Hymnen an die Gottheiten, in einem eigenen heiligen Hymnus geehrt. Er preist sie, erbittet ihre Hilfe und bewahrt die Erinnerung daran, wie die Helden der Sage sie anrufen.
Unter den heiligen Yashts, den den verschiedenen Gottheiten gewidmeten Hymnen, ist einer Drvaspa gewidmet. Er preist sie als mächtige, heilige Hüterin gesunder Herden und erzählt von den Opfergaben der großen Helden der Sage an sie. Diesen Hymnus nennen und würdigen wir hier mit der Achtung, die der heiligen Literatur der Tradition gebührt, statt seinen Wortlaut wiederzugeben. Er bewahrt Drvaspas Lob und die Erinnerung daran, wie die Könige und Helden sie anriefen und ihre Hilfe suchten. Der Hymnus wurde auch unter einem mit Rindern und der Tierwelt verbundenen Namen bekannt. Dies spiegelt Drvaspas enge Verbindung mit den wohltätigen Tieren und den Gottheiten der Tierwelt wider. Auch ein Tag des Monats wurde mit diesem Kreis von Gottheiten verbunden. Drvaspas Ehrung in einem eigenen heiligen Hymnus spiegelt ihren Rang als wohltätige, mächtige Gottheit der Herden und Pferde wider, gepriesen und angerufen in der heiligen Dichtung der Tradition. Vor allem in diesem heiligen Hymnus bleiben Drvaspas Lob und Erinnerung bewahrt: die Gottheit der Herden und Pferde, geehrt unter den Gottheiten der zoroastrischen Vorstellungswelt.
Symbolik und Bedeutung
Drvaspa verkörpert vor allem die zoroastrische Ehrfurcht vor der Tierwelt und dem Hirtenleben: die wohltätige Gottheit, die Herden und Pferde gesund hält und über die lebenswichtigen Tiere wacht. Als Hüterin gesunder Pferde und Herden steht sie für die Fürsorge, die den wohltätigen Tieren gebührt, und den Wert, den man ihnen beimisst.
Drvaspa verkörpert auch das besondere Ansehen des Pferdes in der alten iranischen Welt und, in ihrer Anrufung durch die Helden der Sage, die Suche nach göttlicher Hilfe für die Unternehmungen des Lebens. Darin steht sie für die Hirten- und Heldenwelt der Tradition und die Ehrfurcht vor den wohltätigen Tieren. In all dem gehört Drvaspa zu den wohltätigen Gottheiten der iranischen religiösen Tradition. Sie verkörpert die Fürsorge für die Tierwelt, die Gesunderhaltung der Herden und Pferde und die Suche nach göttlicher Hilfe. Sie ist die Yazata der Herden und Pferde, angerufen von den Helden der Sage und in einem eigenen Hymnus geehrt: eine der wohltätigen Gestalten des religiösen Erbes, das die Kurden mit den anderen Erben der iranischen Tradition teilen, verbunden mit der Seele der Rinder im Mythos des Urrinds und mit der umfassenderen Ehrfurcht vor der Tierwelt. Die Vorstellung der den wohltätigen Tieren gebührenden Fürsorge, die sie verkörpert, gehört zu den sanften, beständigen Werten der Tradition.
Drvaspa und die Kurden
Wie die anderen Gottheiten der zoroastrischen Tradition gehört Drvaspa zum gemeinsamen alten religiösen und mythologischen Erbe der iranischen Völker: einer Tradition, welche die Kurden als iranisches Volk mit den Persern und anderen Völkern der iranischen Welt teilen. Die Ehrfurcht vor der Tierwelt und dem Hirtenleben gehört zum tief verwurzelten Erbe der gesamten Region.
Für die Kurden, deren überliefertes Leben vielfach mit der Tierhaltung und dem Hirtenleben in Bergen und Ebenen verbunden war, besitzt die alte iranische Ehrfurcht vor wohltätigen Tieren und ihrer Pflege einen besonderen Widerhall. Sie gehört zum tiefen Hintergrund ihrer kulturellen und spirituellen Welt. Die Werte, die Drvaspa verkörpert – die Pflege der Herden und Pferde, den Schutz der Tierwelt und die Suche nach göttlicher Hilfe für die Vorhaben des Lebens –, gehören zum umfassenden gemeinsamen Erbe der iranischen Welt. Für ein seit Langem mit dem Hirtenleben verbundenes Volk haben sie bleibende Bedeutung. Es ist sachlich und zutreffend, Drvaspa als Teil dieses gemeinsamen iranischen und zoroastrischen Erbes zu verstehen, nicht als ausschließlich kurdische Gestalt: Sie gehört zur gemeinsamen alten religiösen Tradition der iranischen Völker. Als iranisches Volk mit alten Wurzeln in dieser Welt haben die Kurden neben den anderen Erben der iranischen Tradition Anteil an diesem Erbe, zu dem die Gottheit der Herden und Pferde gehört. Wenn wir Drvaspa vorstellen, präsentieren wir somit eine Gestalt des gemeinsamen alten iranischen Erbes, dessen Erben die Kurden sind: die wohltätige Gottheit, die Herden und Pferde gesund hält und über die Tierwelt wacht. Ihre Fürsorge für die wohltätigen Tiere gehört zu den sanften Werten der religiösen Vorstellung, die den Traditionen der Region zugrunde liegt.
Debatten und Missverständnisse
Ist Drvaspa eine eigenständige Göttin? Nein. Im zoroastrischen Verständnis ist Drvaspa eine Yazata: eines der wohltätigen göttlichen Wesen, die der eine Gott, Ahura Mazda, zur Bewahrung der guten Schöpfung geschaffen hat und die als solche verehrungswürdig sind. Sie ist am besten als Gottheit zu verstehen, die dem einen Gott dient, nicht als unabhängige Göttin: die Yazata der Herden und Pferde, durch die der Weise Herr über die Tierwelt wacht und sie schützt. Dieses Verständnis bewahrt den grundsätzlich monotheistischen Charakter des Glaubens. Darin sind die Yazatas die Mittel, durch die der eine Gott für die Schöpfung sorgt und geehrt wird.
Ist Drvaspa eine Gottheit der Pferde, der Rinder oder der Tierseele? Dies ist eine interessante Frage, denn die Überlieferung zeigt gewisse Unklarheiten. Ihr Name bezeichnet sie als Hüterin gesunder Pferde, doch sie wird im weiteren Sinn als Hüterin gesunder Rinder- und Kleinviehherden gepriesen. Sie wird gemeinsam mit den Gottheiten der Rinder und der Tierseele angerufen; selbst ihr Hymnus wurde unter einem mit Rindern verbundenen Namen bekannt. Manche Gelehrte haben Drvaspas Verhältnis zu diesen anderen Tiergottheiten erörtert; ihr genaues ursprüngliches Wesen ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion. Sachgerecht ist die Einordnung Drvaspas als wohltätige Gottheit der Herden und Pferde, als Hüterin der Tiergesundheit, verbunden mit dem breiteren Kreis der Tiergottheiten. Die Pferde werden dabei besonders durch ihren Namen hervorgehoben. Die Verbindung mit der Seele der Rinder, wie im Mythos des Urrinds, spiegelt diese enge Beziehung zwischen den Gottheiten der Tierwelt wider.
Ist Drvaspa eine spezifisch kurdische Gestalt? Nein. Wie die anderen Gottheiten der zoroastrischen Tradition gehört sie zum gemeinsamen alten iranischen religiösen Erbe, einer Tradition, welche die Kurden mit den Persern und anderen Völkern der iranischen Welt teilen; sie ist keine ausschließlich kurdische Gestalt. Als iranisches Volk haben die Kurden neben ihren Nachbarn Anteil an diesem breiten, alten Erbe, zu dem Drvaspa gehört.
Verwandte Themen
Ahura Mazda: der Weise Herr, dem Drvaspa dient
Das Urrind: das erste Tier und die Seele der Rinder
Vohu Manah: der heilige Unsterbliche, der über die Rinder wacht
Anahita: die Yazata der Wasser, von den Helden gemeinsam mit Drvaspa angerufen
Vayu: die Windgottheit, von den Helden gemeinsam mit Drvaspa angerufen
Ashi: die Yazata des Lohns, von manchen Gelehrten mit Drvaspa verbunden
Kay Khosrow: der große König, der Drvaspas Hilfe suchte
Faridun: der drachentötende Held, der Drvaspa Opfer darbrachte
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Drvaspa im Zoroastrismus?
Drvaspa ist in der zoroastrischen Tradition die Yazata oder Gottheit der Herden und Pferde, eines der wohltätigen göttlichen Wesen, die Ahura Mazda geschaffen hat. Ihr Name bedeutet diejenige, die Pferde gesund hält. Sie ist die Beschützerin von Rindern, Kleinvieh und Pferden, die Gottheit, die Herden gesund hält und über die Tierwelt wacht. Die großen Helden der Sage rufen sie um Hilfe an; unter den Yashts wird sie in einem eigenen heiligen Hymnus geehrt.
Was bedeutet der Name Drvaspa?
Der Name Drvaspa wird als diejenige, die Pferde gesund hält, oder als Besitzerin kräftiger, gesunder Pferde verstanden. Seine Bestandteile bedeuten gesund oder kräftig und Pferd. Er kennzeichnet sie als Gottheit, die mit der Gesundheit und Unversehrtheit von Pferden und im weiteren Sinn der Herden und Tierwelt verbunden ist. Das Pferd nahm in der alten iranischen Welt einen besonders angesehenen Platz ein. Eine Gottheit, deren Name die Hüterin gesunder Pferde bezeichnet, spiegelt deshalb den hohen Wert dieser Tiere wider.
Wer rief Drvaspa an?
Ihr heiliger Hymnus beschreibt eine Reihe großer Helden und Könige der Sage, die Drvaspa Opfer darbringen und ihre Hilfe und Gunst suchen. Zu ihnen gehören Hoshang, Jamshid, Faridun der Drachentöter, Kay Khosrow der große König und Goshtasp der königliche Förderer des Glaubens. Kay Khosrow etwa suchte ihre Hilfe, um den turanischen Gegner zu bezwingen. Diese Helden brachten reiche Opfer dar und erbaten Erfolg und Sieg bei ihren großen Unternehmungen.
Was schützt Drvaspa?
Drvaspa schützt Rinder- und Kleinviehherden und besonders die Pferde und erhält sie gesund, ausgewachsene Rinder ebenso wie Jungtiere. In einer Welt, in der das Leben der Menschen von ihren Tieren abhing, waren Gesundheit und Unversehrtheit der Herden und Pferde von größter Bedeutung. Drvaspa ist die Gottheit, die sie bewacht und gesund hält. Sie soll Pferdegespanne anschirren, um den Gläubigen zu helfen, und jenen, die sie anrufen, Stärke und Schnelligkeit der Pferde bringen.
Was ist Drvaspas Hymnus?
Unter den heiligen Yashts, den Hymnen an die Gottheiten, ist einer Drvaspa gewidmet. Er preist sie als mächtige, heilige Hüterin gesunder Herden und erzählt von den Opfergaben der großen Helden der Sage an sie. Der Hymnus wurde auch unter einem mit Rindern und der Tierwelt verbundenen Namen bekannt. Dies spiegelt Drvaspas enge Beziehung zu den wohltätigen Tieren und den Tiergottheiten wider. Er wird hier respektvoll genannt und gewürdigt; sein Wortlaut wird nicht wiedergegeben.
Ist Drvaspa eine kurdische Gestalt?
Drvaspa gehört zum gemeinsamen alten zoroastrischen und iranischen religiösen Erbe, einer Tradition, welche die Kurden mit den Persern und anderen Völkern der iranischen Welt teilen; sie ist keine ausschließlich kurdische Gestalt. Als iranisches Volk mit alten Wurzeln in dieser Welt und einem seit Langem mit der Tierhaltung verbundenen überlieferten Leben haben die Kurden neben ihren Nachbarn Anteil an diesem Erbe, zu dem die Gottheit der Herden und Pferde gehört. Ihre Fürsorge für die wohltätigen Tiere gehört zu den sanften Werten der Tradition.
Quellen und weiterführende Literatur
Drvaspa – Encyclopaedia Iranica
Gosh-Yasht (Drvasp-Yasht) – Wikipedia
Zoroastrische Engel und Yazatas – avesta.org
Kurdish-History.com: Das Urrind
Kurdish-History.com: Vohu Manah
