Cigerxwîn (1903–1984) verband Kurmandschi-Lyrik mit Freiheit, Bildung und sozialer Gerechtigkeit. Bücher, Bagdader Unterricht und schwedisches Exil machen seinen Werdegang greifbar.

Sepiafarbenes Porträt des lächelnden Cigerxwîn in hellem Jackett, dunkler Weste und Krawatte vor einer Holzwand
Porträt aus dem Zheen Archive Center, im Wikimedia-Kooperationsprojekt unter CC BY-SA 4.0 veröffentlicht. Aufnahmedatum unbekannt; das Hochladedatum datiert nicht die Aufnahme. Zheen Archive Center · Wikimedia Commons cooperation project · CC BY-SA 4.0. Original photographic date unknown. Reused without creative changes.

Von Hesar ins literarische Leben

Cigerxwîn beziehungsweise Cegerxwîn hieß Şêxmûs Hesen. NYKCC nennt Hesar bei Batman als Geburtsort 1903 und den Umzug mit seiner Schwester nach Amûdê 1914. Amûdê gehört zur syrischen Kindheit, nicht zu einem zweiten Geburtsort. [1] Hitchins beschreibt Armut, Hirten- und Landarbeit sowie den Beginn des Medresenstudiums 1920. [2] Religiöse Bildung und bäuerlicher Alltag bilden wichtige Zusammenhänge seines späteren Schreibens.

Dichtung als Aufforderung zum Erwachen

Im öffentlichen Abstract seiner Studie von 2014 deutet Metin Yüksel das Erwachen als wiederkehrende Metapher für untergeordnete Kurden, Bauern und Arbeiter. Er verbindet klassische Ausbildung mit nationaler und marxistischer Politik. [3] Kurdisch Akademie betont Frauenbildung und Kritik an Aghas. [4] Neben Heimat und Sprache gehören deshalb Lernen und Ungleichheit in die Lektüre. Das beschreibt literarische Ziele, keine von allen kurdischen Lesern geteilte politische Haltung.

Bücher und spätere Ausgaben

Der Pariser Institutskatalog verzeichnet Dîwana Cegerxwîn, Tereqî, Damaskus 1945. Avesta-Ausgaben führen Agir û Pirûsk, Sewra Azadî und Kî me Ez als Dîwan 1, 2 und 3. [5] Hitchins nennt als Erstausgaben 1945, 1954 und Beirut 1973, danach Ronak (1980), Zend-Avista (1981), Şefaq (1982), Hêvî (1983) und posthum Aşitî (1985). [2] Kî me Ez gehört zur Lyrik; die gesonderte Autobiografie Jînenîgariya min ist für Stockholm 1995 katalogisiert. Eine Neuauflage datiert nicht die Entstehung der Gedichte. [5]

Lehre in Bagdad

Hitchins datiert seine Lehrtätigkeit für kurmandschische Sprache und Literatur an der Universität Bagdad auf 1959–1963, die Grammatik auf 1961 und das zweibändige Wörterbuch auf 1962. [2] NYKCC erwähnt außerdem die kurdische Abteilung von Radio Bagdad. [1] Unterricht, Wörterbuch und Rundfunk erschlossen andere Wege der Spracharbeit als Verse. Bei einzelnen Umzugsdaten weichen Kurzbiografien voneinander ab; Lehrtätigkeit und benannte Veröffentlichungen bieten verlässlichere Orientierung.

Politik, Schweden und Qamişlo

Er engagierte sich in kurdischen Vereinigungen und kommunistischer Politik. Hitchins setzt seinen Bruch mit den syrischen Kommunisten und die Hinwendung zur Kurdischen Demokratischen Partei Syriens 1957 an. [2] Nationale Befreiung und Klassenpolitik überschnitten sich, waren aber keine identischen Bindungen. Nach Aufenthalten in Syrien, Irak und Libanon ließ er sich 1979 in Schweden nieder. NYKCC nennt den Tod in Stockholm am 22. Oktober 1984 und das Grab im Garten seines Hauses im Qamişloer Viertel Xerbî. [1]

Ein Einstieg in die Lektüre

Ein benannter Gedichtband lässt sich von späteren Ausgaben, Übersetzungen und Vertonungen unterscheiden. Der Pariser Katalog erfasst Folklora Kurdî: Kurmancî (1988), Tarîxa Kurdîstan I (1985), II (1987) und die Autobiografie (1995) gesondert. [5] So wird nicht jeder Titel zu einem Gedichtband. Das Porträt stammt aus dem Zheen Archive Center; sein Aufnahmedatum ist unbekannt. [6] Es zeigt den Autor, ohne einen unbelegten Ort oder Zeitpunkt zu erfinden.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. New York Kurdish Cultural Center, Cigerxwîn, poet; childhood, radio work, exile, death and burial.
  2. Keith Hitchins, Jagarḵwin, Encyclopaedia Iranica XIV/4 (2008), pp. 371–372; biography and bibliography.
  3. Metin Yüksel, I Cry Out So That You Wake Up: Cegerxwîn’s Poetics and Politics of Awakening, Middle Eastern Studies 50/4 (2014), pp. 536–553; public abstract and bibliographic record, Hacettepe University.
  4. Kurdisch Akademie, Cigerxwîn (Şêxmus Hesen); themes of education, women and social criticism.
  5. Kurdish Institute of Paris library catalogue, Cegerxwîn records; 1945 volume, numbered divans, later editions, folklore, history and autobiography.
  6. Zheen Archive Center, Cigerxwîn portrait; original date unknown, Wikimedia Commons partnership contribution, CC BY-SA 4.0.