Scheich Mand, auch Şêx Mend oder Mand Pascha, ist eine verehrte jesidische Gestalt der Şemsanî-Tradition mit besonderer Beziehung zu Schlangen. Denkmalaufnahmen und Wiederaufbauberichte ergänzen seine unsichere mittelalterliche Biografie.

Familie und heilige Linie
Birgül Açıkyıldız-Şengüls Denkmalaufnahme ordnet Mand einer Şemsanî-Untergruppe zu, als Sohn Scheich Fakhr al-Dins und Bruder Xatûna Feqras. [1] Das verortet ihn in religiöser Erinnerung und erblichen Scheichfamilien. Heilige Identität, verehrte Abstammung und ein modernes biografisches Datum sind unterschiedliche Angaben.
Herrscher mit unsicherer Chronologie
Die Aufnahme schreibt Scharaf Khan Bidlisi eine Darstellung als kurdischer Emir im Dienst der Ayyubiden bei Antiochia und Aleppo zu. Sie nennt zugleich eine syrische Tradition des 13. Jahrhunderts und vermutet das 14. Jahrhundert für Heiligen und Bozan-Mausoleum. [1] Eine gesicherte Chronologie ergibt das nicht. Dienst in Saladins Hakkariya-Regiment und eine genau dokumentierte Ernennung zum „Emir der Kurden“ brauchen benannte, datierte Belege.
Bedeutungen der schwarzen Schlange
Peter Nicolaus dokumentiert Mends Verbindung mit einer schwarzen Schlange, einschließlich einer Verwandlungserzählung, die Haweris von einer Konversion abhält. Er behandelt die den Scheichfamilien zugeschriebene Macht über Schlangen und Bisse. [2] Das sind Überlieferungen und Glaubensvorstellungen, keine bewiesene Immunität oder Heilwirkung. Die Studie zeigt auch widersprüchliche Schlangenbedeutungen.
Mehrere getrennte Heiligtümer
In Bozan beschreibt die Aufnahme ein kleines rechteckiges Mausoleum neben dem Scheich-Adi-Mausoleum, innen tonnengewölbt und außen flach gedeckt. [1] Lalisch und Sindschar sind andere Orte. Nicolaus konnte Berichte über eine schlangengefüllte Höhle bei Mends Lalisch-Heiligtum trotz Suche 2003 nicht bestätigen. [2] Ein Name beweist weder Bestattung noch Baujahr oder die Identität verschiedener Gebäude. Der Bau in Bozan misst ungefähr 3,3 mal 2,7 Meter. [1]
Zerstörung in Jedaly
Der Bericht von RASHID International, Yazda und EAMENA von 2019 untersucht den Mand-Ort in Jedaly, Sindschar. Yazda lieferte die Gemeindebeschreibung, EAMENA verglich Satellitenbilder. Genannt wird der gemeldete Zerstörungstag 24. August 2014. Bilder von Oktober 2013, August 2014 und November 2015 zeigen das verschwundene Heiligtum mit Spitzdach und Veränderungen am Nachbarbau. [3] Berichteter Tag und Bilddaten sind zu unterscheiden.
Wiedereröffnung 2021
Nadia’s Initiative meldete am 13. April 2021 die Wiedereröffnung des rekonstruierten Mand-Tempels in Gedala vor dem jesidischen Neujahr. Geistliche und Bewohner weihten ihn; Gebetsraum und Sanitäreinrichtungen entstanden mit Nabu NGO und ALIPH-Finanzierung. [4] Das dokumentiert erneute Gemeinschaftsnutzung, nicht sämtliche mittelalterlichen Überlieferungen oder den heutigen Bauzustand.
Das eigene Heiligtum in Bahzani
Der Bericht von 2019 dokumentiert Scheich Mands Schrein in Bahzani getrennt von Jedaly. Er nennt den 15. August 2014 als gemeldetes Zerstörungsdatum; das 2013 sichtbare kleine Gebäude mit Spitzdach fehlte auf Bildern vom Oktober 2016. Fotos zeigen den wiederaufgebauten Schrein im April 2018. [3] Dies ist ein früherer Wiederaufbau an einem anderen Ort als Gedalas Wiedereröffnung 2021.
Quellen und weiterführende Literatur
- Birgül Açıkyıldız-Şengül and the Mesopotamia survey team, The Yazidi mausoleums in Bozan, especially the Sheikh Mand Pacha entry; family traditions, architectural description and uncertain dating.
- Peter Nicolaus, The Serpent Symbolism in the Yezidi Religious Tradition and the Snake in Yerevan, Iran and the Caucasus 15 (2011), pp. 49–72, especially pp. 54–58; public full text uploaded by the author. DOI: 10.1163/157338411X12870596615359.
- RASHID International, Yazda and EAMENA, Destroying the Soul of the Yazidis (2019), pp. 62–65 and 90–91: separate Sheikh Mand sites at Jedaly and Bahzani.
- Nadia’s Initiative, Nadia’s Initiative Rehabilitates and Reopens Sheikh Mand Temple, 13 April 2021: Gedala reopening, Nabu NGO and ALIPH funding.