Qanatê Kurdo, auch als Kanat Kalaschewitsch Kurdojew veröffentlicht (1909–1985), war ein kurdischer Sprachwissenschaftler in Leningrad. Er arbeitete an Grammatiken, kurdisch-russischen Wörterbüchern, Literaturgeschichte und Texteditionen.

Drei gezeichnete Bücher: Kurmandschi-Grammatik von 1957, kurdisch-russisches Wörterbuch von 1960 und Sorani-Wörterbuch von 1983
Eigene redaktionelle Darstellung nach Katalogangaben; keine Originalbuchcover. Das Wörterbuch von 1983 entstand mit Zarê A. Yusupova. Original editorial diagram · Kurdish History. Based on the sources below.

Von Kars nach Leningrad

Joyce Blau verortet Kurdos Geburt 1909 nahe Kağızman im damals russisch beherrschten Gebiet Kars. Die Familie floh 1918 nach Armenien und zog später nach Tiflis. Dort ermöglichte eine kurdische Schule seinen Bildungsweg; 1928 erhielt er ein Stipendium für Leningrad. [1] Seine Jugend verbindet Flucht im Kaukasus mit der Entwicklung sowjetischer Bildungseinrichtungen.

Wissenschaft in Leningrad

Das Institut für Orientalische Handschriften dokumentiert seine Tätigkeit an der Leningrader Zweigstelle des Instituts für Orientalistik von 1950 bis zu seinem Tod am 31. Oktober 1985. Seit den frühen 1960er Jahren leitete er die kurdische Forschungsgruppe. [2] Leningrad war sein beruflicher Mittelpunkt; armenische Schulen und weitere kurdische Netzwerke blieben bedeutsam. Lehre, Betreuung und Zusammenarbeit begleiteten die Publikationen.

Nachweisbare Grammatiken

Die Russische Staatsbibliothek verzeichnet die 1957 in Moskau und Leningrad erschienene Grammatik der kurdischen Sprache (Kurmandschi): Phonetik und Morphologie mit 343 Seiten. [3] Blau nennt außerdem eine kurze Schulgrammatik von 1949 für Jerewan und eine Grammatik von 1978 auf Grundlage von Kurmandschi und Sorani. [1] Diese Werke verbinden Schulunterricht und spezialisierte sprachwissenschaftliche Forschung.

Zwei unterschiedliche Wörterbücher

Das kurdisch-russische Wörterbuch von 1960 umfasst ungefähr 34.000 Wörter und einen grammatischen Abriss; der Katalog nennt 890 Seiten. [4] Das Sorani-russische Wörterbuch von 1983 entstand gemeinsam mit Zarê A. Yusupova: rund 25.000 Wörter auf 752 Seiten, darunter literarischer, alltäglicher, beruflicher und ethnografischer Wortschatz. [5] Die Unterscheidung verdeutlicht sprachliche Vielfalt und wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Literatur, Handschriften und Studierende

Blau führt die beiden Bände Tarixa Edebyeta Kurdi, Stockholm 1983 und 1985, sowie die Ausbildung von Studierenden aus Irak und Syrien an. [1] Posthum erschien 1986 die von Kurdojew und Zh. S. Musaelyan herausgegebene kurmandschische Sharafnama-Übersetzung Mela Mahmud Bayazidis. Bayazidi übersetzte; Kurdojew wirkte als Texteditor. [6] Sein Werk verbindet Nachschlagewerke mit Literaturgeschichte, Handschriftenedition und Lehre.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Joyce Blau, “Kurdoev, Qenatê”, Encyclopaedia Iranica, 2006, updated 2010; biography and selected works.
  2. Institute of Oriental Manuscripts, Russian Academy of Sciences: Kanat Kalashevich Kurdoev, institutional biography and publications.
  3. Russian State Library, catalogue record: K. K. Kurdoev, Grammar of the Kurdish Language (Kurmanji): Phonetics and Morphology, 1957.
  4. Russian State Library, catalogue record: K. K. Kurdoev, Kurdish–Russian Dictionary, approximately 34,000 words, 1960.
  5. Institute of Oriental Manuscripts, publication record: K. K. Kurdoev and Z. A. Yusupova, Sorani–Russian Dictionary, 1983.
  6. Institute of Oriental Manuscripts, publication record: Mela Mahmud Bayazidi, Tawarikh-i qadim-i Kurdistan, volume I; text edited by K. K. Kurdoev and Zh. S. Musaelyan, 1986.