Şêx Şemsedînê Exlatî (1588–1674) war kurdischer Sufi-Dichter mit Verbindungen nach Ahlat und Birîfka. Gedichte und Ordenshausgeschichte dokumentieren sein Wirken.

Zwei handschriftliche Gedichtseiten in arabischer Schrift mit Linienrahmen und Randnotizen
Spätere Diwan-Abschrift von Şêx Memdûhê Birîfkanî, wiedergegeben bei Aykaç und Başçı 2022, S. 101; kein Autograf des Dichters. Memdûh Birîfkanî copy · reproduced by Yakup Aykaç and Veysel Başçı, 2022, p. 101 · CC BY 4.0.

Von Ahlat über Hakkari nach Birîfka

Abdulcebbar Kavak datiert Şemsedîns Geburt in Ahlat auf 1588 und Tod in Birîfka auf 1674. Er beschreibt Wurzeln der Familie in Hamadan und den in der Sufi-Lehre tätigen Vater Abdülkerim. Während osmanisch-safawidischer Konflikte zog die Familie nach Hakkari. Şemsedîn ließ sich später mit Unterstützung Seydî Hans im Raum Amadiya nieder, gründete in Birîfka ein Ordenshaus und wurde dort bestattet. [1] Die Orte verbinden seine Laufbahn mit Gemeinden und Patronage.

Ordenshaus und wechselnde Zugehörigkeiten

Kavak ordnet Şemsedîn der Halvetiyye zu und erörtert frühere Suhrawardi-Verbindungen der Familie. Die genaue Halveti-Initiationskette bleibt lückenhaft belegt. Birîfka wurde Lehr- und Seelsorgezentrum, fortgeführt durch spätere Angehörige. Qadiri-Praxis kam im 19. Jahrhundert hinzu. [1] Die Institution ist über Generationen zu verfolgen. Sie bietet einen konkreten Ort religiöser Lehre, statt sämtliche Orden der Region gleichzusetzen.

Çelebî: Klang und Frömmigkeit

Yakup Aykaç und Veysel Başçı untersuchen 2022 die siebzehn Doppelverse der Çelebî-Qasida. Binnenreim, Klangwiederholung und Lautnachahmung verbinden sie mit Gottesliebe, Frömmigkeit, Nachtgebet und Zurückgezogenheit. Literarische Form und Sufi-Praxis werden gemeinsam gelesen: Klang gestaltet die Wirkung des Gedichts. Die Studie verfolgt Druckfassungen des kleinen Diwans und zeigt spätere Handschriften. [2] Das Bild gehört zu dieser Überlieferung. Die Zuschreibung an Memdûh Birîfkanî unterscheidet den späteren Schreiber vom Dichter des 17. Jahrhunderts.

Wiederholung als Forschungsgegenstand

Önder Beyter und Zafer Açar untersuchen 2024 cotepeyv, reduplizierte und gepaarte Ausdrücke, im Diwan. Anhand zweier Ausgaben bestimmen sie 106 Beispiele nach Bedeutung, Wortbildung und Grammatik. Identische Wörter, Synonyme, ähnliche und gegensätzliche Bedeutungen kommen vor. Sie verbinden Klangmuster auch mit Dhikr und Vogelrufen. [3] Wiederkehr, Rhythmus und Wortbeziehungen erschließen die Gedichte. Die Zahl 106 gilt für das untersuchte Korpus und die gewählten Kategorien.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Abdulcebbar Kavak, Şeyh Şemsüddin el-Ahlâtî ve Birîfka Tekkesi, Uludağ Üniversitesi İlahiyat Fakültesi Dergisi 23/1 (2014 issue), pp. 121–139, especially pp. 123–128.
  2. Yakup Aykaç and Veysel Başçı, Dahûrîneke Tesewifî li Ser Qesîdeya Çelebî ya Şêx Şemsedînê Qutbê Exlatî, Kurdiname 7 (2022), pp. 74–103; image p. 101, CC BY 4.0.
  3. Önder Beyter and Zafer Açar, Cotepeyv di Dîwana Şêx Şemseddînê Exlatî da, Kurdiname 11 (2024), pp. 1–17, especially method pp. 3–4 and conclusion p. 13.