Belegte Beispiele aus Çemişgezek/Ulukale und Halabja verbinden Obstbau mit Trockenfrüchten, Pekmez und Pestil.

Dunkle reife Maulbeeren an dünnen Zweigen zwischen breiten grünen gezähnten Blättern
Vom Fotografen als Morus alba bestimmt; Juan Carlos Fonseca Mata, Mexiko, 25. April 2020. Weiße Maulbeere kann dunkle Früchte tragen. Kein Obstgarten aus Ulukale oder Halabja. © Juan Carlos Fonseca Mata · 25 April 2020 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Reduced-size image.

Frucht und Arten

Tût ist ein kurdischer Name für Maulbeere. Kew nennt West- und Südwestiran als natürliches Gebiet von Morus nigra; PROSEA beschreibt Morus alba als chinesischen Ursprungs und weltweit kultiviert. [1] [2] Daraus folgt kein ausschließlich kurdischer Ursprung aller Maulbeeren. Das Bishop Museum nennt bei Morus alba weiße, rosa und violette Früchte. [3] Art, Sorte und Farbe unterscheiden sich.

Çemişgezek und Obstbau

Die Kulturdirektion verbindet Ulukale in Tunceli/Dersim mit Maulbeeren, Pekmez und Pestil. [5] Im September 2021 meldete die Landwirtschaftsdirektion die Gründung der Kooperative Ulukale und Bozağaç. Ziele waren Qualität, Artenvielfalt, Rückverfolgbarkeit und Vermarktung. [4] Eine geplante Verpackungsanlage war ein Vorhaben, keine im Text belegte spätere Fertigstellung.

Forschung in Halabja

Hama und Kollegen untersuchten 2022 schwarze, weiße und weiße Shahtoot-Früchte aus Halabja, geerntet im April 2021. Verglichen wurden Sonnen- und Ofentrocknung sowie Ascorbinsäurebehandlung. [6] Zwei Typen waren Morus alba: drei Fruchttypen, nicht drei Arten. Datum und Versuch sind kein allgemeiner Erntekalender oder Haushaltsrezept.

Drei Verarbeitungen

Trockenfrucht behält ihre Form; Pekmez konzentriert Süße; Pestil wird in dünnen Schichten getrocknet. Ulukales Quelle nennt ausdrücklich Pekmez und Pestil. [5] Satıl und Selvi dokumentieren Pekmez aus mehreren Früchten in 53 Provinzen und 74 Bezirken. [7] Regionale Tradition verlangt keine identischen Zutaten in jedem Haushalt. Heute lassen sich Trockenbeeren mit Walnüssen und etwas Sirup mit Brot oder Joghurt servieren, ohne dies als einziges uraltes Rezept auszugeben.

Seide kommt über die Blätter

Seidenraupen erzeugen Seide, die Beeren nicht. FAO beschreibt Blätter als traditionelles Futter für Bombyx mori und Seidenproduktion als Verbreitungsweg des Baums. [8] PROSEA trennt essbare Früchte und Futterblätter. [2] Das erklärt die Verbindung, beweist aber keine ununterbrochene Seidenindustrie in jeder kurdischen Stadt.

Ortsgeschichte bewahren

Kooperative, Dorfprodukte und Halabjas Forschung geben der Geschichte konkrete Orte und Arbeit. [4] [5] [6] Sortennamen, Erntezeiten, Methoden und beteiligte Menschen festzuhalten würde sie weiter vertiefen. Ursprung, Küche und Seidenwirtschaft sind verbunden, aber nicht als Belege austauschbar.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Royal Botanic Gardens, Kew, Plants of the World Online, Morus nigra L.: accepted species and native range, western and southwestern Iran; public indexed record consulted.
  2. PROSEA, Morus alba L., record 346: distribution, edible fruit and silkworm-leaf uses.
  3. Bishop Museum, Plants of Hawaiʻi, Morus alba: botanical fruit description, including colour variation; public indexed species record.
  4. Tunceli Provincial Directorate of Agriculture and Forestry, 21 September 2021: Ulukale and Bozağaç cooperative, objectives and proposed packaging investment.
  5. Tunceli Provincial Culture and Tourism Directorate, Çemişgezek: Ulukale’s mulberries, pekmez and pestil.
  6. Dlkhwaz Ahmed Hama et al., Response of Black, White and White Shahtoot Mulberry Fruits to Ascorbic Acid Treatment and Drying Methods, Diyala Agricultural Sciences Journal 14.2 (2022), pp. 152–164, DOI 10.52951/dasj.221402114; authors’ abstract via DOAJ.
  7. Fatih Satıl and Selami Selvi, Traditional molasses production from different plants in Anatolia and its ethnobotanical features, Biological Diversity and Conservation 15.1 (2022); public research abstract.
  8. Manuel D. Sánchez, FAO, Mulberry, an exceptional forage available almost worldwide: introduction and genetic-resources section, leaf use in sericulture and separate fruit uses.
  9. Juan Carlos Fonseca Mata, Morus alba—fruit and leaves, Mexico, 25 April 2020, Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0 photograph.