Chaldäische Identität verbindet Kirchenzugehörigkeit, Sprache, Familiengeschichte und nationale Selbstbezeichnung. Kirchliche Dokumente und Forschung erklären Überschneidungen und Unterschiede.

Steinfassade der Josefskirche in Ankawa mit Kreuz über dem Eingang und gemustertem Metalltor
Chaldäisch-katholische Josefskirche, Ankawa/Erbil; Levi Clancy, 13. Mai 2018. Levi Clancy / Wikimedia Commons · CC0.

Selbstbezeichnungen

Louis Raphael Sako bekräftigt in seinem Text vom 9. Februar 2026 eine chaldäische nationale Identität und verlangt Respekt für chaldäische, assyrische und syrische Identitäten. Er erkennt an, dass manche sich als Assyrer verstehen und der chaldäisch-katholischen Kirche angehören. [1] Die Assyrische Kirche des Ostens beschreibt eine assyrische Gemeinschaft und syrische Kirchentradition; die historische Kirche des Ostens habe viele Völker umfasst. [2]

Kirchengeschichte

Lucy Parker untersucht die Entstehung der chaldäisch-katholischen Tradition in den 1550er Jahren samt fortbestehenden ostsyrischen Glaubensformen und Heiligen. [3] Ronald Roberson nennt Sulaqas Weihe in Rom 1553 und spätere konkurrierende Patriarchenlinien. John Hormizdas wurde am 5. Juli 1830 mit Sitz in Mossul bestätigt; das Patriarchat zog 1950 nach Bagdad. [4]

Sprache und Forschung

Das Cambridge-NENA-Projekt dokumentiert neuaramäische Dialekte christlicher und jüdischer Gemeinden in Nordirak, Nordwestiran und Südosttürkei. Sureth ist eine häufige christliche Sprachbezeichnung, neben weiteren lokalen Namen. Aufnahmen und Texte bewahren Unterschiede. [5] Adam Beckers Buch untersucht amerikanische evangelische Missionen im Iran ab den 1830er Jahren und die Entwicklung assyrischen Nationalismus. Es behandelt Kontakt, Bildung und lokale Reaktionen als historischen Prozess. [6]

Dialog

Johannes Paul II. und Mar Dinkha IV. unterzeichneten am 11. November 1994 eine gemeinsame christologische Erklärung, bestätigten gemeinsamen Glauben und liturgische Ausdrucksweisen und schufen einen Dialogausschuss. Zugleich hielt das Dokument fest, dass volle Kirchengemeinschaft noch nicht erreicht war. [7] Kooperation und institutionelle Unterschiede gehören beide zur Geschichte.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Louis Raphael Sako, Chaldean identity, Chaldean Patriarchate, 9 February 2026.
  2. Assyrian Church of the East, The Church: institutional history and self-description.
  3. Lucy Parker, The Ambiguities of Belief and Belonging, English Historical Review 133/565 (2018), 1420–1445: published abstract.
  4. Ronald Roberson, The Chaldean Catholic Church, The Eastern Christian Churches, CNEWA.
  5. University of Cambridge, North-Eastern Neo-Aramaic Database Project: introduction, recordings and dialect documentation.
  6. Adam H. Becker, Revival and Awakening, University of Chicago Press, 2015: publisher’s overview and contents on BiblioVault.
  7. Catholic Church and Assyrian Church of the East, Common Christological Declaration, 11 November 1994.